Projektseminar angewandte Forschung

Was haben Sicherheitskennzeichen mit angewandter Forschung zu tun?

Angewandte Forschung wird auch als Applied Science bezeichnet.
Der Schwabe übersetzt “applied” als “geschafft”.

Also ist das Projektseminar angewandte Forschung - kurz PaF - ein Seminar über Wissenschafft mit “ff” geschrieben.

Neben dem schönen Erlebnis des Schaffens geht es dabei auch um eine weitere Attraktion: Geld verdienen! Denn der Wissenschafftler ist - oft anders als seine Kollegen mit dem einfachen “f” - in der Lage handfeste Probleme zu lösen. Die Probleme stammen aus der Industrie und Dienstleistung und die Auftrag- und Geldgeber für deren Bearbeitung auch.

Im Seminar lernen die Teilnehmer anhand solcher Probleme - Fallbeispiele aus der Praxis - geschickt ihre besonderen gestalterischen Talente und das besondere Knowhow aus der Gestaltung dort einzusetzen, wo es den klassischen Wissenschaftlern fehlt und dringend gebraucht würde.

Auch wenn diese besonderen Talente der Teilnehmer dem Seminarleiter manchmal Geduld und Nerven kosten, zeigt sich dabei: Gestalterinnen und Gestalter können Anschluss in der Welt der Wissenschaft finden. Damit ist nicht gemeint, dass es um Zu- oder Hilfsarbeiten wie Modellbau oder Visualisation geht. Es geht vielmehr um die Konzeption und Durchführung von Studien, bei denen die Interaktion und Erfahrung von Menschen mit ihrer gestalteten Umgebung eine Rolle spielen - was in den technisierten Gesellschaften den Kern der meisten Probleme darstellt.

Kreativität und Erfindungsreichtum, Empathie, Vorstellungsvermögen, das Arbeiten mit Bildern und schlichtweg Interesse und Freude am Umgang mit Menschen und deren Wissen oder Erfahrungen - das sind nur einige der vielen Anknüpfungs- und Beitragsmöglichkeiten der Gestaltung an und für die Wissenschaft.

Die Fallbeispiele in diesem Seminar sind tatsächliche Projekte, in denen der Seminarleiter einmal geschafft und etwas Geld verdient hat. Die Teilnehmer erhalten Hilfe und müssen zeigen, dass sie es mindestens genauso gut und oft sogar besser könnten.
Die Fragestellungen aus den Fallbeispielen sind:

  • wie untersucht man Sicherheitskennzeichen die irgendwo vor etwas warnen was unbekannt ist und selten eintrifft?
  • wie erhebt und vergleicht man Erfahrungen mit Einrichtungs- und Betriebskonzepten in Krankenhäusern unterschiedlicher Länder?
  • wie bringt man langjährig erfahrene und hochspezialisierte Chirurgen dazu, an einer experimentellen Laborstudie teilzunehmen?

Fazit ist, dass Wissenschaftler für ihr Leben gerne untersuchen aber in der Applied Science zusätzlich noch etwas Brauchbares gefunden und gestaltet werden muss. Eine Expertin oder ein Experte der Gestaltung kann dabei vieles bewirken - wenn sie oder er die Spielregeln der Wissenschaft kennt und nutzen kann. Denn die eigentlichen Rätsel sind die Untersuchungsaufgaben. Wenn diese Aufgaben schlecht gelöst wurden, kann das leider hinterher meist nicht mehr gut erkannt werden. Dann wurde geschafft ohne das was geschafft wurde - dagegen haben wir an der HfG etwas.

Master of Arts

Strategische Gestaltung

Semester

SG2

Betreuung

Prof. Dr. habil. Jürgen Held