In der Bachelor-Arbeit im 7. Semester bearbeiten die Studierenden anhand eines frei wählbaren Themas ein Gestaltungsprojekt, in dem sie ihre erlernten Kenntnisse in Recherche, Konzept und Entwurf praktisch anwenden.
Der Alltag vieler Menschen ist geprägt von permanenter
Aktivität, digitaler Reizdichte und ständiger
Erreichbarkeit. Stress ist dabei kein Ausnahmezustand
mehr, sondern ein kontinuierlicher Begleiter.
Er entsteht weniger durch einzelne Belastungsspitzen
als durch die Dauer von Aufmerksamkeit,
Verantwortung und innerer Anspannung. Ruhe
entsteht unter diesen Bedingungen nicht mehr von
selbst, sondern muss bewusst ermöglicht werden.
AXONE setzt genau an diesem Punkt an. Das Projekt
untersucht, wie Stress im Körper entsteht und
wie Regulation im Alltag gezielt unterstützt werden
kann. Statt Stress nur sichtbar zu machen oder
nachträglich auszugleichen, versteht AXONE Ruhe
als aktiven, physiologisch verankerten Zustand,
der durch Gestaltung begünstigt werden kann.
AXONE ist ein körpernahes Wearable, das am
Hals getragen wird. Dort erfasst es autonome
Stressreaktionen über physiologische Parameter
wie Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität und
Hautleitfähigkeit. Diese Signale geben Aufschluss
darüber, ob der Körper unter anhaltender mentaler
oder körperlicher Belastung steht. Die Auswertung
erfolgt lokal im Gerät – ohne App, Cloud oder
permanente Selbstvermessung.
Wird ein erhöhter Stresszustand erkannt, unterstützt
axone die Regulation des Nervensystems
durch eine sanfte, kontrollierte Intervention. Ziel
ist nicht Optimierung oder Leistungssteigerung,
sondern das Ermöglichen eines Moments der
Rückregulation im laufenden Alltag. Die Interaktion
bleibt bewusst zurückhaltend und ist jederzeit
kontrollierbar.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Wahl
der Körperschnittstelle. In Tests mit Proband*innen
zeigte sich der Halsbereich als besonders
geeignet: physiologisch zuverlässig, angenehm
über längere Zeiträume tragbar und unauffällig
im Alltag. Im direkten Vergleich wurde der Hals
gegenüber Ohr-Wearables als deutlich komfortabler
wahrgenommen.
Gestalterisch versteht sich AXONE nicht als medizinisches
Gerät, sondern als unterstützendes
Alltagsobjekt. Technik tritt in den Hintergrund,
während die Wahrnehmung des eigenen Zustands
in den Vordergrund rückt. AXONE schafft keine
Stille – es ermöglicht sie.
Das Projekt verbindet neurophysiologisches Wissen
mit Produktgestaltung und zeigt, wie bewusste
Ruhe als gestaltbare, integrierte Erfahrung im
Alltag gedacht werden kann.
axone. ist ein körpernahes Wearable, das Stress im Alltag erkennt und über eine gezielte Stimulation des Vagusnervs die Regulation des autonomen Nervensystems unterstützt. So wird der Körper dabei begleitet, sich an alltägliche Belastungssituationen anzupassen und wieder in einen Zustand der Ruhe zurückzufinden.