Der Kurs vermittelt die Grundlagen der Datenvisualisierung mit einem Fokus auf das Gestaltungsmittel „Farbe“. In einem kurzen Projekt wird die ordnende Beziehung und vermittelnde Qualität von Form und Farbe erprobt.
Die Darstellungsmittel zur Umsetzung beschränken sich auf den Einsatz von abstrakten, geometrischen Formen und der systematischen Anwendung von Farbe. Das formale Repertoire, d.h. die Organisation, die Form- und Farbgebung der geometrischen Zeichen, assoziative Bezüge zum Inhalt. Die zu entwickelnde visuelle Ordnung stellt weitestgehend den Anspruch, die darin enthaltenden Informationsschichten bereits „lesbar“ zu machen.
Das gleiche Thema soll zusätzlich in einer dynamisch / interaktiven Form gestalterisch erfahrbar gemacht werden.
im fach programmiertes entwerfen 2 lautete die aufgabe, einen jahreskalender und dessen struktur durch form und farbe zu übersetzen, sodass er ohne text und ohne zahlen lesbar ist. meine abgabe versteht den kalender als reduziertes ordnungssystem, das sich über rhythmus, wiederholung und kleine unterschiede erschließt. ein konsequentes raster mit gleichbleibenden abständen bildet die basis und hält die darstellung bewusst ruhig.
die tage werden über strichlänge und feine farbdifferenzen innerhalb eines kühlen grautons differenziert. durch die seriell wiederholte anordnung entsteht eine klare taktung, und aus den variierenden längen bilden sich bewusst einseitig verlaufende kurven. diese kurven machen das wiederkehrende von tagen und wochen sichtbar und geben dem jahr eine lesbare bewegung, ohne auf beschriftung angewiesen zu sein. bei den wochentagen sind strichlänge und strichstärke umgekehrt proportional zueinander, damit unterschiede erkennbar bleiben, ohne einzelnen tagen mehr gewichtung zuzuweisen.
als zweite ebene ist der zyklus einer frau in die jahresstruktur integriert. er wird in schwarz und weichgezeichnet dargestellt, um seine variabilität zu zeigen, ohne ihn hart zu definieren. dabei ist er nicht als störung gedacht, sondern als selbstverständlicher teil des jahres, der parallel zur kalenderstruktur mitläuft und eine zusätzliche zeitlichkeit sichtbar macht.