Comun – Ein systemischer Ansatz zur Förderung von Biodiversität und Resilienz in Kommunen
Städte stehen vor immer komplexeren Herausforderungen: Klimawandel, Biodiversitätsverlust und zunehmende Nutzungskonflikte zwischen Mensch, Tier und Natur. Diese beeinflussen die Lebensqualität in urbanen Räumen und stören die langfristige Koexistenz. Gleichzeitig existieren bereits zahlreiche Daten, Initiativen und Lösungsansätze – sie bleiben jedoch häufig voneinander getrennt.
Comun versteht die Stadt als zusammenhängendes Ökosystem und vernetzt kommunale Verwaltung, Wissenschaft und Bürger:innen in einem gemeinsamen System. Die Plattform unterstützt Kommunen dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen, Maßnahmen strategisch zu planen und vorab zu simulieren, um urbane Biodiversität langfristig zu fördern. Ergänzt wird sie durch eine Citizen-Science-App, die Beteiligung ermöglicht und wertvolle Informationen direkt aus der Stadtgesellschaft zurück in kommunale Prozesse bringt. Von individuellen Bedürfnissen bis hin zu Tiersichtungen.
Im Mittelpunkt steht nicht die Entwicklung einer weiteren Einzellösung, sondern die intelligente Vernetzung bereits vorhandener Informationen und relevanter Stakeholder. Statt einzelne Probleme isoliert zu lösen, unterstützt Comun dabei, Kommunen miteinander und mit den Bürger:innen zu vernetzen sowie langfristige Strategien zu planen und zu simulieren. Das Projekt zeigt, wie Gestaltung, künstliche Intelligenz und Systemdenken zusammenwirken können, um komplexe ökologische Herausforderungen verständlich aufzubereiten und konkrete Handlungsmöglichkeiten für die kommunale Praxis zu schaffen. Für lebenswerte Städte, in denen Mensch, Tier und Natur gemeinsam ihren Platz finden.
Bürger:innen können persönliche Anliegen rund um das Thema Stadt über die App an ihre Kommune senden, beispielsweise fehlende Schattenplätze, versiegelte Flächen oder Wünsche für den öffentlichen Raum. Eine KI bündelt ähnliche Anliegen, erkennt räumliche Schwerpunkte und bereitet die Informationen übersichtlich im Dashboard für die Verwaltung auf. So entsteht aus vielen einzelnen Anliegen ein fundiertes Lagebild als Grundlage für kommunale Entscheidungen.
Basierend auf den gebündelten Anliegen schlägt Comun erprobte Maßnahmen und Strategien aus Wissenschaft und vorhandener Praxis vor. Diese können individuell angepasst, kombiniert oder ergänzt werden. Im integrierten Digital Twin lassen sich unterschiedliche Szenarien simulieren und ihre Auswirkungen über einen Zeitregler auf Klima, Biodiversität und Tierbewegungen sichtbar machen – noch bevor Maßnahmen umgesetzt werden.
Neben Anliegen können Bürger:innen auch Tierbeobachtungen, Pflanzen oder akute Gefahren melden. Beispielsweise verletzte Tiere, invasive Arten, Giftköder oder Überschwemmungen. Die Meldungen werden georeferenziert, dokumentiert und direkt an die zuständigen Stellen weitergeleitet. Dadurch entsteht ein aktuelles Monitoring, das Kommunen hilft, schneller zu reagieren und Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.
Damit möglichst viele Menschen teilnehmen können, begleitet Comun den gesamten Prozess durch eine niedrigschwellige Kommunikation. Flyer bei der Anmeldung in der Kommune, Informationsmaterial an öffentlichen Orten, Banner, Plakate sowie eine Landingpage machen auf die Plattform aufmerksam und erklären ihre Relevanz. So wird Bürgerbeteiligung sichtbar, verständlich und Teil des kommunalen Alltags. Aufklärung bezüglich der Biodiversität und der Rolle des Menschen bei der Koexistenz im urbanen Raum findet innerhalb der App statt.