IDA erkennt Badeunfälle an unbewachten Seen selbstständig, nimmt Kontakt zur gefährdeten Person auf und rettet im Ernstfall autonom, bis Hilfe vor Ort übernimmt.
Unser Ziel
Wie können wir öffentliche Badeseen in Zukunft sicherer machen, gerade dort, wo keine Rettungsschwimmer im Dienst sind? Diese Frage haben wir im Zusammenspiel von Produktgestaltung und Interaktionsgestaltung beantwortet. Physische Objekte und digitale Interfaces sind bei uns von Anfang an zusammen gedacht. Herausgekommen ist IDA, ein autonomes Rettungssystem, das Gefahren früh erkennt, aktiv wird, bevor es zu spät ist, und Menschen im Notfall eigenständig aus dem Wasser holt.
Problemstellung
Die meisten öffentlichen Badeseen sind unbewacht. Ertrinken passiert dabei fast immer leise. Es gibt keine Hilferufe, kein Winken, oft nur Sekunden zwischen den ersten Anzeichen und dem Untergehen. Wo niemand aufmerksam wird und niemand in der Nähe ist, der eingreifen kann, bleibt diese entscheidende Zeitspanne ungenutzt. Genau hier setzt IDA an, als aufmerksames System, das nie wegschaut.
Rettungsablauf
System-Komponenten
Damit dieser Ablauf funktioniert, greifen physische und digitale Gestaltung ineinander.
Rettungsdrohne
Im Wasser übernimmt die Rettungsdrohne die eigentliche Rettung. An ihrer Vorderseite verfolgt eine stabilisierte Kamera die Person schon während der Anfahrt, eine zweite Kamera am Heck hält später den Blickkontakt für die Leitstelle. Über einen Lautsprecher nimmt die Drohne den ersten sprachlichen Kontakt auf und überträgt anschließend die Kommunikation mit der Leitstelle. Ein Sonar hilft, bereits untergegangene Personen zu orten. Angetrieben wird sie von einem Wasserstrahlantrieb, dessen Düsen bewusst so ausgerichtet sind, dass niemand in den Antrieb geraten kann.
Inflatable
Sobald die Drohne die Person erreicht, löst sie ihr aufblasbares Rettungsmodul aus. Es ist offen gestaltet, sodass man es aus fast jeder Lage greifen kann, und bietet über zwei Griffe und eine breite Auflagefläche sicheren Halt, während die Drohne die Person ans Ufer zieht. Nach dem Einsatz lässt sich das Modul samt CO₂-Kartusche in Sekunden gegen ein neues tauschen.
Docking-Boje
Zwischen den Einsätzen wartet die Drohne auf einer Docking-Boje, die sie induktiv über Solarstrom lädt, ihren Ladezustand an die Leitstelle meldet und nebenbei Werte wie Wasserqualität und Wassertiefe erfasst.
Kamera
Die Augen des Systems sind die Kamera-Masten am Ufer. Über Object-Tracking Software erkennen sie jede Person anonym und weisen ihnen eine ID zu. Die KI registriert auffällige Bewegungsmuster und sendet bei Verdacht ein Signal an die Drohne.
Auf der digitalen Seite behält die Leitstelle über ihr Dashboard alle Seen, Personen und laufenden Einsätze im Blick und steuert im Ernstfall Kommunikation und autonome Rettung.
See Dashboard beim Leitstellen InterfaceNotfall Onboarding beim Leitstellen InterfaceNotfall Dashboard beim Leitstellen InterfaceAusgewählte Screens der IDA-App
Die Ersthelfer-App ist bewusst auf die nötigsten Informationen beschränkt. Sie meldet den Notfall, zeigt die wichtigsten Informationen und führt Schritt für Schritt bis zum Einsatzabschluss. Über die App bleiben Leitstelle und Ersthelfer währenddessen in direktem Kontakt.
Ausblick
IDA ist als Konzept gedacht, das sich weiterentwickeln lässt. Schon vor dem Notfall könnte das System Badegäste vor Ort mit präventiven Informationen unterstützen, etwa zu aktuellen Bedingungen am See oder zu Gefahrenstellen. Und über die Ersthelfer-App hinaus ließe sich das Interface gezielt für DLRG-Mitarbeiter vor Ort ausbauen. Das Ziel bleibt dabei einfach: dass an Badeseen im Notfall immer jemand da ist, auch wenn niemand da sein kann.