UAVs – Die Zukunft ist unbemannt. Designstrategien für eine effiziente, agile und widerstandsfähige Gesellschaft. Drei interdisziplinäre Teams zeigen Lösungen in strategisch relevanten Handlungsfeldern.
UAVs – Die Zukunft ist unbemannt
Von Rehkitzrettung bis Loitering Munition
Gesellschaftliche und infrastrukturelle Herausforderungen erfordern schnelle Datenerfassung, flexible Logistik und automatisierte Inspektionen. Klassische Lösungen stoßen dabei häufig an Grenzen: Infrastruktur ist oft schwer zugänglich, Katastrophen oder Notfälle benötigen schnelle Lagebilder und Versorgung. Logistik und Transport stehen unter Druck durch Kosten, Zeit und Nachhaltigkeit. Landwirtschaft und Umweltmanagement brauchen präzisere Daten zur Entscheidungsfindung. Drohnen können diese Herausforderungen adressieren, indem sie autonome Datenerfassung, dezentrale Analyse in Echtzeit sowie topologisch unabhängigeres Agieren ermöglichen.
Leitfrage
Wie können Drohnensysteme strategisch gestaltet werden, um innovative Anwendungen in Infrastruktur, Logistik und Krisenmanagement zu ermöglichen?
Teilfragen
Welche neuen Geschäftsmodelle und Services entstehen durch Drohnentechnologie?
Wie verändern Autonomie, KI und Schwarmintelligenz zukünftige Anwendungen?
Welche Technologien kommen zum Einsatz?
Welche Anwendungsszenarien sind in Zukunft denkbar?
Prof. Gabriele N. Reichert, Prof. Dr. Susanne Schade
VOLAB
Zeitkritische medizinische Transporte stellen das Gesundheitswesen vor große Herausforderungen. Blutkonserven, Laborproben und Medikamente müssen häufig innerhalb kurzer Zeit zwischen Kliniken transportiert werden. Gleichzeitig führen Verkehr, infrastrukturelle Unterschiede und steigende Versorgungsanforderungen zu Verzögerungen. Mit dem Fortschritt autonomer Luftmobilität entstehen neue Möglichkeiten, medizinische Logistik unabhängig vom Straßennetz zu organisieren und Versorgungsstrukturen resilienter zu gestalten.
Bestehende Transportprozesse sind häufig fragmentiert und mit hohem organisatorischem Aufwand verbunden. Zuständigkeiten müssen manuell geklärt, Abläufe koordiniert und laufende Transporte kontinuierlich überwacht werden. Treten Störungen oder unerwartete Ereignisse auf, fehlt es oft an einer übergreifenden Steuerung. Genau hier setzt VOLAB an: mit einem System, das medizinische Transporte nicht nur digital abbildet, sondern Kliniken, Drohnen und Leitstellen in einem gemeinsamen Versorgungsnetz miteinander verbindet.
VOLAB ist ein Konzept für ein intelligentes Drohnennetzwerk in der medizinischen Logistik. Kern des Systems ist eine regionale Verbundlogik, die Kliniken festen Versorgungsnetzwerken zuordnet und Transportaufträge automatisch innerhalb des jeweils zuständigen Verbunds organisiert. Größere Distanzen lassen sich durch die Zusammenarbeit mehrerer Verbünde abdecken. Ein zentrales Dashboard unterstützt medizinisches Personal und Leitstellen bei der Erstellung und Koordination von Transportaufträgen. Gleichzeitig ermöglicht es die Echtzeitüberwachung laufender Flüge und ein schnelles Eingreifen bei Störungen.
Ausgangspunkt des Projekts war die Frage, wie Drohnen einen echten Mehrwert schaffen können. Das Thema wurde im Kurs vorgegeben, das konkrete Anwendungsfeld blieb offen. In einem Design Sprint untersuchten wir verschiedene Einsatzmöglichkeiten und identifizierten die medizinische Logistik als besonders relevantes Feld. Im Zentrum entstand die Idee eines digitalen Verbundsystems, das Kliniken, Drohnen, Transportaufträge und Zuständigkeiten koordiniert. Die Recherche zu Logistik, Regulierung und medizinischen Prozessen floss in Personas, Nutzungsszenarien, Systemarchitekturen und User Flows ein. Daraus entwickelten wir ein Dashboard und einen durchgängigen Use Case von der Auftragserstellung bis zur Ergebnisrückmeldung zwischen den Kliniken.
VOLAB begreift medizinische Logistik als Teil eines komplexen Versorgungssystems. Das Projekt verbindet intelligente Software, regionale Verbundstrukturen und autonome Drohnen zu einem integrierten Ansatz, der medizinische Transporte transparenter, effizienter und widerstandsfähiger organisiert. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie digitale Prozesse gestaltet sein müssen, um medizinisches Personal spürbar zu entlasten und eine schnellere Versorgung von Patientinnen und Patienten zu unterstützen.