Nie lebten mehr Menschen auf der Erde, nie war unser Einfluss auf den Planeten größer, nie waren wir enger vernetzt – unsere Gesellschaft wandelt sich immer rasanter. Hoffnung, Lethargie, Zukunfsängste, was bedeutet eine zunehmende Polarisierung für unsere Gesellschaft? Eine spürbare Verdrossenheit greift um sich, die politischen Ränder gewinnen deutlich an Einflussnahme. Wie wir heute leben veranschaulicht die Vielfalt und die Widersprüche unserer Zivilisation.
Die Arbeit kann eine Vielzahl von Aspekten unseres ausgesprochen komplexen Zusammenlebens – von den großen Errungenschaften der Menschheit bis hin zu unseren kollektiven Fehlschlägen aufzeigen.Die Studenten erschaffen mit den Mitteln der Fotografie ein Portrait unserer Gesellschaft. Besondere Gewichtung liegt auf der inhaltlichen und dramaturgischen Konzeption der jeweiligen Fotogeschichte und des daraus resultierenden Editorial Designs. Das bewußte Wahrnehmen der enormen Veränderungen unserer Umwelt und die Umsetzung mit hilfe spezifisch fotografischer Gestaltungsmittel in eine visuelle Sprache werden geschult und erprobt.
Fragt man Leute, was Familie für sie bedeutet, fällt meistens zuerst das Gleiche: Eltern, Geschwister, die Menschen, mit denen man aufgewachsen ist. Aber wer schon mal in einer WG gewohnt hat, kennt noch eine andere Art von Familie. Eine, die nicht geplant war, sondern einfach entstanden ist. Beim Kochen, beim späten Quatschen in der Küche, wenn man sich morgens im Bad über den Weg läuft, noch halb verschlafen.
Man gewöhnt sich aneinander, ohne es zu merken. Man weiß irgendwann, wer morgens schlecht drauf ist und wer nie seine Schuhe wegräumt. Man teilt sich den letzten Joghurt, wartet aufeinander, hilft sich, wenn es mal nicht so gut läuft. Und auf einmal ist da mehr als eine Wohnung, die man sich teilt. Da ist ein Zuhause.
Genau diese Momente wollten wir mit diesem Buch festhalten. Nicht die großen, gestellten, sondern die kleinen und ehrlichen, die man sonst nie fotografiert, weil sie so selbstverständlich wirken. Für uns zeigt sich darin, was Familie eigentlich ausmacht: nicht die Herkunft, sondern die Nähe, die mit der Zeit wächst.