Datenvisualisierung: Auseinandersetzung mit Form, Farbe und Ordnungsprinzipien, um Zusammenhänge in größeren Datenmengen sichtbar zu machen. Das Ergebnis ist ein programmierter, interaktiver Prototyp.
Die Daten werden ohne Zuhilfenahme von bildhaften Elementen (Piktogramme, Fotografien, …) interaktiv dargestellt. Alphanumerische Zeichen (Text, Zahlen) sollen so sparsam wie möglich verwendet werden. Umso wichtiger wird es, gezielt Farbe, Form und Position einzusetzen, um
Mengen sichtbar zu machen,
Kategorien zu kodieren,
Gruppen zu bilden,
Zeitabläufe nachverfolgbar zu machen,
…
Die Darstellung von Daten zwingt schon an sich zu einer parametrischen Denkweise. D.h. die grafischen Elemente müssen flexibel gedacht werden, so dass sie unterschiedliche Zahlenwerte und Bedeutungen annehmen können. Das Denken in Varianten ist also essenziell. Zudem erlauben unterschiedliche Gesamtdarstellungen neue Einblicke in die Zusammenhänge innerhalb der Daten. Durch Interaktion können weitere Zusammenhänge vom Nutzer entdeckt werden.
In diesem Kurs ging es darum, aus einfachen Formen lückenlose Parkettierungen zu erzeugen und sie durch Verschieben, Drehen, Skalieren und Farbe Schritt für Schritt zu verändern.
Prozess
Bei den ersten Skizzen wählte ich das Parallelogramm. Der erste Schritt bestand darin, verschiedene Anordnungsmöglichkeiten auszuprobieren.
Anschließend wurde die Form digital aufgebaut. Dadurch konnten Varianten schnell getestet, Flächen weiter unterteilt und das spätere Modul schrittweise entwickelt werden.
Durch das Ausprobieren von Schattierungen in Graustufen ausprobiert, ließ sich untersuchen, wie durch Helligkeitsunterschiede räumliche Tiefe und Plastizität entstehen. Anschließend wurden verschiedene Farbvarianten erprobt, wobei sich die Farbgestaltung schrittweise zu einer monochromeren Farbpalette entwickelte.
Farbgestaltung
Die Farbgestaltung basiert auf zwei Grundfarben – jeweils eine für die linke und rechte Modulhälfte –, von denen alle weiteren Flächen durch definierte Helligkeitsabstufungen abgeleitet werden. Ergänzt wird das Farbsystem durch feste Schattenfarben.
Die Farbskala besteht aus acht Ankerfarben, zwischen denen die Farbtöne im LCH-Farbraum berechnet werden, wodurch weiche Übergänge entstehen.
Konzept
Innerhalb eines Musters startet man mit auf den ersten Blick einfachen Mustern und kann sie über die Regler immer weiter verzerren, bis man an den originalen Ausgangspunkt kommt. Und über die drei Muster hinweg steigt die Komplexität genauso: von Band (reduziert) über Balken (räumlicher) bis Block (Farbvarianten).
Baukasten
Band
Pattern 1 ist die einfachste der drei Varianten. Das Grundmodul besteht aus nur drei Formen – einem Parallelogramm, einem Fünfeck und einem Dreieck – die sich lückenlos aneinanderreihen. Über die Regler lässt es sich neigen, strecken und drehen, sodass ruhige oder schräg ansteigende Bänder entstehen.
Balken
Pattern 2 ist das Ursprungsmuster. Es ist aus denselben Grundformen gebaut, bekommt aber durch eine Schattenfläche unter dem Querbalken eine dreidimensionale Wirkung. Über die Regler lässt es sich scheren, aufsteilen und von Parallelogrammen zu Rechtecken verzerren.
Block
Pattern 3 ist die komplizierteste der drei Varianten. Der Querbalken ist hier weiter unterteilt, und ein zusätzliches Dreieck am senkrechten Balken lässt das Muster in einzelne Blöcke zerfallen. Statt um Verzerrung geht es hier vor allem um die Farbe – verschiedene Füllweisen, dazu Kontrast und Sättigung.
Hier sieht man nochmal alle drei Pattern in den gewählten Anfangsverzerrungen und dem Ursprung.