LiV steht für einen zukunftsfähigen Rettungsdienst. Es verbindet politische Forderungen mit einem digitalen System, um strukturelle Herausforderungen des Rettungsdienstes nicht nur sichtbar zu machen, sondern Lösungswege erfahrbar zu gestalten. Ausgangspunkt ist die wachsende Versorgungslücke in der präklinischen Notfallversorgung – besonders im ländlichen Raum, wo längere Wege, Klinikschließungen, Personalmangel und digitale Brüche die Einsatzbereitschaft zunehmend belasten.
LiV adressiert diese Problemlage auf mehreren Ebenen: Ein Zine-Flyer und eine Website richten sich an Bevölkerung und politische Entscheidungsträger:innen, während eine App und ein Leitstellen-Dashboard die Inhalte in konkret nutzbare Anwendungen übersetzen – für Menschen in Notlagen ebenso wie für Disponent:innen in der Leitstelle. Zusammen zeigen die vier Komponenten, wie aus politischen Zielen konkrete, nutzbare Gestaltung werden kann.
Das LiV-Dashboard bildet die professionelle Arbeitsoberfläche der Leitstelle und unterstützt Disponent:innen dabei, eingehende Notrufe schnell zu erfassen, zu bewerten und weiterzuleiten. Es ist als mehrteiliges Setup konzipiert: Eine Kartenansicht schafft Überblick über Einsatzfahrzeuge, Kliniken und Bereitschaftspraxen in Echtzeit. Das Einsatzleitsystem übernimmt die strukturierte Notrufannahme und Einsatzbearbeitung, unterstützt durch KI-gestützte Transkription und Vorschläge. Ein separater Kommunikations- und Weiterleitungsbereich ermöglicht den Chat mit der App, die Vorbereitung von Übergabeprotokollen und die Weiterleitung an passende Versorgungsstellen – etwa den ärztlichen Bereitschaftsdienst, Telemedizin oder soziale Dienste. Die Leitstelle bleibt dabei stets entscheidende Instanz; digitale Unterstützung dient der Entlastung und Qualitätssicherung, nicht dem Ersatz menschlicher Verantwortung.
Die LiV-App ist die nutzerseitige Oberfläche des Gesamtsystems und richtet sich an Menschen, die in akuten Notlagen oder bei gesundheitlichen Unsicherheiten schnell Orientierung und die passende Anlaufstelle benötigen. Über die Notruf-Funktion werden relevante Informationen strukturiert abgefragt und die Verbindung zur Leitstelle hergestellt; ein integrierter Chat ermöglicht den direkten Austausch mit den Disponent:innen. Ein Symptom-Check führt nach wenigen gezielten Fragen automatisch zur passenden Anlaufstelle – etwa dem ärztlichen Bereitschaftsdienst, einer Telemedizin-Sprechstunde, der Hausarzt- oder Facharztpraxis oder einem Pflege- und Sozialdienst. Ergänzt wird die App durch eine Übersicht vergangener Vorgänge sowie Erste-Hilfe-Anleitungen für häufige Notfallsituationen.
Der Flyer im Zine-Format bündelt zentrale Forderungen zur Entlastung des Rettungsdienstes. Er verbindet eine informative Innenseite mit einer plakativen Rückseite und funktioniert dadurch sowohl als aufklappbares Lesemedium als auch als eigenständiges Statement-Poster.
Die Innenseite folgt der Logik eines gefalteten Flyers. Insgesamt werden 14 Forderungen dargestellt, die verschiedene Problemfelder der präklinischen Notfallversorgung aufgreifen und Entscheidungsträger gezielt ansprechen.
Die Website verlängert die Inhalte des Zines in den digitalen Raum. Über einen QR-Code direkt zugänglich, bietet sie mehr Raum für Erklärung und Argumentation der 14 Forderungen. Die Startseite führt zunächst in das strukturelle Problem ein: Der Rettungsdienst übernimmt heute weit mehr als den reinen Transport, er berät, versorgt vor Ort und fängt Lücken auf, die durch überlastete Praxen, Personalmangel, Klinikschließungen und digitale Brüche entstehen. Daraus leitet die Website die Notwendigkeit ab, den Rettungsdienst strukturell weiterzudenken. Zine und Website funktionieren dabei als aufeinander abgestimmtes Medienpaar: Das Printprodukt weckt Aufmerksamkeit, die Website ermöglicht die vertiefte Auseinandersetzung – die Forderungen werden nicht nur verteilt, sondern können nachvollzogen, weitergelesen und geteilt werden.