Die Studierenden gestalten einen Wecker für eine andere Person und erfahren dabei ihren ersten Designprozess im Schnelldurchlauf.
Projektthematik
Die Studierenden erfahren ihren ersten Designprozess im Schnelldurchlauf.
Dazu gestalten sie einen Wecker, der auf die Bedürfnisse einer bestimmten Person zugeschnitten ist.
Zielsetzung
Dieser Kurs deckt alle Phasen des üblichen Designprozesses in Kurzform ab und gibt gleichzeitig einen Ausblick auf die in den Folgesemestern relevanten Fachrichtungen Interface Design und Application Design. Darüber hinaus dient er dazu, den Studierenden ihre Selbstwirksamkeit im Studium, vor Augen zu halten.
Prof. David Oswald, Prof. Marc Guntow, Selina Dick, Prof. Michael Schuster
LumiCube - dein persönlicher Lichtblick
Im Rahmen des Kurses ‚Einführung in die Gestaltungsschwerpunkte‘ bestand die Herausforderung darin, einen maßgeschneiderten Wecker für eine Kommilitonin zu entwerfen. Den Auftakt des Projekts bildete ein ausführliches Nutzerinterview: Dabei analysierten wir nicht nur ihre bisherige Morgenroutine, sondern erfassten auch gezielt ihre persönlichen Wünsche und Anforderungen an einen idealen Start in den Tag.
Strategie & Problemidentifikation
Die Analyse von Lillys Routinen deckte zwei zentrale Handlungsfelder auf: Am Abend verzögert sich ihre Schlafenszeit häufig, da sie den Ausgleich durch persönliche „Me-Time“ sucht. Hier erfordert das Design sanfte Impulse im Sinne von Nudging, um sie achtsam an die Schlafenszeit zu erinnern. Am Morgen hingegen reicht reines Wecken nicht aus. Der Wecker soll sie aktiv beim Start in den Tag unterstützen und erinnern – beispielsweise durch eine integrierte Übersicht ihrer To-do-Liste, anstehender Events oder Geburtstage.
Skizzen und Designentwicklung
In der Designphase habe ich das Konzept über zwei Elemente gedacht: Licht und Ton.
Kern des Konzepts ist ein Beleuchtungssystem, das den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus aufgreift und Lilly sanft durch ihre Abend- und Morgenroutine führt.
Am Abend signalisiert ein warmes, oranges Licht die nahende Schlafenszeit. Es dimmt langsam von hell zu aus und wirkt so als unaufdringlicher Impuls im Sinne des Nudgings: Statt Lilly durch ein hartes Signal zu unterbrechen, lädt das allmähliche Ausblenden dazu ein, den Tag bewusst ausklingen zu lassen und rechtzeitig zur Ruhe zu kommen.
Am Morgen kehrt sich das Prinzip um. Ein blaues Licht steigt langsam von dunkel zu hell an und simuliert einen Sonnenaufgang, der den Körper behutsam aus dem Schlaf holt. Erst wenn diese Lichtphase ihren Höhepunkt erreicht, setzt ein sanfter Weckton ein – ein Aufwachen, das als angenehm statt abrupt empfunden wird.
Damit der Start in den Tag nicht nur beim Aufwachen, sondern auch beim Verlassen des Hauses unterstützt wird, ertönt 10 Minuten bevor Lilly gehen muss ein zusätzlicher Erinnerungston. So verbindet der Wecker das reine Wecken mit einer aktiven Tagesbegleitung.
Alle Impulse sind auf Lillys konkreten Tagesablauf abgestimmt und greifen intuitiv ineinander, ohne zusätzliche Bedienschritte zu erfordern. Der nachfolgende User Flow sowie die beigefügten Bilder veranschaulichen das Zusammenspiel dieser Elemente im Detail.