Das Dachthema »Radikal, hoffnungslos – hoffnungsvoll«? soll in der Arbeit als eine Metapher und als ein Sinnbild für das Leben und eine Gesellschaft betrachtet und verstanden werden.
Nie lebten mehr Menschen auf der Erde, nie war unser Einfluss auf den Planeten größer, nie waren wir enger vernetzt – unsere Gesellschaft wandelt sich immer rasanter. Hoffnung, Lethargie, Zukunfsängste, was bedeutet eine zunehmende Polarisierung für unsere Gesellschaft? Eine spürbare Verdrossenheit greift umsich – die politischen Ränder gewinnen deutlich an Einflussnahme. Wie wir heute leben veranschaulicht die Vielfalt und die Widersprüche unserer Zivilisation.
Die Arbeit kann sowohl pro und kontra Perspektiven aufzeigen und dokumentarisch, kritisch, ironisch, überhöht oder romantisiert das Thema kommunizieren.
Lehrinhalt
Welche Möglichkeiten eröffnen sich mittels der Fotografie, einer Bildsprache, Text, Typografie und Grafik das Thema darzustellen?
In unserem Magazin setzen wir uns mit der An- und Abwesenheit der Mutterfigur im eigenen Leben auseinander. Der Titel „Mutterbilder“ wurde bewusst gewählt, um eine visuelle und emotionale Verbindung herzustellen, bei der man jedes Bild mit der Figur der Mutter assoziieren kann.
Die typografische Gestaltung folgt einem zurückhaltenden Prinzip. Die Texte sind unten in der Ecke platziert. Diese Positionierung vermittelt eine gewisse Zurückhaltung, da es sich um ein sensibles Thema handelt, das selten offen und laut ausgesprochen wird. „Mutterbilder“ ist als ein leises, flüsterndes Magazin gedacht. Um die Schwere des Themas aufzufangen, haben wir uns bewusst für eine leichte Bindung entschieden, die angenehm in der Hand liegt.
Die Kapitelstruktur bewegt sich von ruhigen zu zunehmend unangenehmen Stimmungen. Zu Beginn erzeugt das erste Kapitel Wärme und Geborgenheit, die jedoch gezielt gebrochen wird. Darauf folgen persönliche und reale Erfahrungen, wodurch das Magazin an Tiefe, Intimität und Authentizität gewinnt.
Insgesamt ist das Magazin nicht nur entstanden, um unsere eigenen Geschichten zu erzählen, sondern auch, um darauf aufmerksam zu machen, dass Beziehungen zu nahestehenden Personen nicht immer ideal verlaufen. Dennoch prägt uns die Beziehung zur eigenen Mutter, unabhängig davon, ob sie heute anwesend ist oder fehlt, auf unterschiedliche Weise. Sie hinterlässt Spuren in uns.