Datenvisualisierung: Auseinandersetzung mit Form, Farbe und Ordnungsprinzipien, um Zusammenhänge in größeren Datenmengen sichtbar zu machen. Das Ergebnis ist ein programmierter, interaktiver Prototyp.
Die Daten werden ohne Zuhilfenahme von bildhaften Elementen (Piktogramme, Fotografien, …) interaktiv dargestellt. Alphanumerische Zeichen (Text, Zahlen) sollen so sparsam wie möglich verwendet werden. Umso wichtiger wird es, gezielt Farbe, Form und Position einzusetzen, um
Mengen sichtbar zu machen,
Kategorien zu kodieren,
Gruppen zu bilden,
Zeitabläufe nachverfolgbar zu machen,
…
Die Darstellung von Daten zwingt schon an sich zu einer parametrischen Denkweise. D.h. die grafischen Elemente müssen flexibel gedacht werden, so dass sie unterschiedliche Zahlenwerte und Bedeutungen annehmen können. Das Denken in Varianten ist also essenziell. Zudem erlauben unterschiedliche Gesamtdarstellungen neue Einblicke in die Zusammenhänge innerhalb der Daten. Durch Interaktion können weitere Zusammenhänge vom Nutzer entdeckt werden.
Ausgangspunkt war eine einfache Aufgabe: eine Grundform mit maximal vier Ecken finden, die sich lückenlos wiederholen lässt. Die Wahl fiel auf eine Raute – doch bis zur finalen Form führte der Weg über zahlreiche Umwege.
Getestet wurden unter anderem wabenartige Anordnungen, sternförmige Verzahnungen und ineinandergreifende, pfeilartige Module. Alle wirkten auf ihre Weise interessant, transportierten den räumlichen Effekt aber nicht überzeugend genug.
Am Ende stand die Erkenntnis: eine Raute aus sechs Dreiecksflächen, im Diagonalraster wiederholt, trägt die Illusion am klarsten.
Farbe
Der eigentliche Trick steckt in der Farbgebung. Die sechs Farben der finalen Palette wurden bewusst nach Helligkeit sortiert und so auf die sechs Dreiecksflächen verteilt, dass sie wirken wie ein real beleuchteter Körper – die dem Licht zugewandten Flächen heller, die abgewandten dunkler. Aufgebaut wurde die Palette im OKLCH-Farbraum, der eine deutlich gleichmäßigere Helligkeitsabstufung ermöglicht als klassisches RGB. Ein Test mit einer bewusst knalligeren Palette zeigte: Der räumliche Effekt hängt tatsächlich an der Helligkeitslogik – nicht an bestimmten Farben.
3D-Effekt nicht angewendet3D-Effekt angewendet
Slider
Mehrere Parameter erlauben es, die Form live zu verändern. Ein Regler verschiebt die Spitzen der Raute nach oben oder unten, ein anderer die seitlichen Punkte nach innen oder außen – bis das Modul im Extremfall ganz flach und zweidimensional wirkt. Ein dritter Regler steuert den Größenunterschied zwischen benachbarten Rauten. Und ein weiterer lässt das Muster stufenlos zwischen einer stark räumlich wirkenden und einer flachen, grafischen Fläche wechseln.
Versatz/Offset Slider
Die Rotation als größte Herausforderung
Der aufwendigste Teil der Arbeit war es, das gesamte Raster drehbar zu machen, ohne dass dabei Lücken entstehen. Über mehrere Zwischenschritte – unterschiedliche Drehrichtungen, testweise Verkleinerung einzelner Module – wurde schließlich eine Lösung gefunden, bei der dasselbe Grundmodul an den entstehenden Lücken gezielt verzerrt wird. Das Ergebnis: ein rotierbares Raster, das trotz Verzerrung lückenlos bleibt.