Die Innovationskraft deutscher Unternehmen sinkt seit Jahren. Nur noch ein kleiner Teil der Betriebe zählt zur innovationsstarken Spitzengruppe, der Rest verliert im internationalen Wettbewerb zunehmend an Boden. Gleichzeitig werden bis 2028 knapp 768.000 Fachkräfte fehlen, besonders in technologieintensiven Branchen wie Maschinenbau und Elektroindustrie. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie liegt auf einem historischen Tiefstand.
Dabei sitzt die Antwort auf diese Probleme längst im Unternehmen selbst. Auszubildende und dual Studierende, aufgewachsen im digitalen Wandel und gewohnt mit Tempo und Unsicherheit umzugehen, bringen frische Perspektiven, stellen unbequeme Fragen und denken jenseits eingefahrener Routinen. Doch die Ausbildung lässt dieses Potenzial oft systematisch ungenutzt. Einmalige Workshops verpuffen nach dem Event. Methoden, die Innovation anregen, wie das allbekannte Design Thinking oder interdisziplinäres Arbeiten, kommen in der industriellen Berufsausbildung kaum vor. Und Ausbilder:innen sind so tief in Verwaltung und Bürokratie eingespannt, dass für echte Begleitung kaum Zeit bleibt.
vision ist ein System für zukunftsfähige Talente und wirksame Innovation in der industriellen Ausbildung. Auszubildende und dual Studierende arbeiten über acht Monate in interdisziplinären Teams freiwillig an realen Herausforderungen aus ihrem Unternehmensalltag. Eine Stunde pro Woche. Sie analysieren Probleme, entwickeln Lösungen, bauen Prototypen und präsentieren ihre Ergebnisse. Was dabei entsteht: die Kompetenzen, die Unternehmen morgen brauchen und Innovation, die direkt aus dem Unternehmen herauswächst. Die stärksten Projekte gehen dabei über die Ausbildungszeit hinaus: Gewinnerteams erhalten die Möglichkeit, ihre Idee als internes Startup weiterzuentwickeln, mit echten Ressourcen, echtem Feedback und Chancen auf Umsetzung.
vision verbindet drei Artefakte zu einem System.
Das vision book ist ein physisches Workbook, das Teilnehmende selbstständig durch den gesamten Innovationsprozess führt, ohne dass Ausbilder:innen ständig erklären oder begleiten müssen. Acht aufeinander aufbauende Phasen strukturieren die Arbeit: Connect, Setup, Explore, Spark, Shape, Build, Launch, Stage. Von der Teamfindung und Problemschärfung über Ideenentwicklung und Prototyping bis zur überzeugenden Abschlusspräsentation.
Ergänzt durch Impulse zu KI, Vorbilder und Reflexionsfragen schafft das vision book Raum für Konzentration und persönliche Auseinandersetzung, bewusst analog, in einem Arbeitsumfeld, das oft stark digital geprägt ist.
Die vision cards machen Future Skills erfahrbar – niedrigschwellig, spielerisch, direkt im eigenen Projekt. 13 Kategorien, jede ein Skill, den die Arbeitswelt von morgen einfordert: kritisches Denken, Kreativität, unternehmerisches Handeln, Kollaboration und mehr. Das Prinzip ist denkbar einfach – Karte ziehen, Perspektive wechseln, direkt im eigenen Projekt anwenden. Was auf den ersten Blick nach Spielerei aussieht, trainiert genau die Denkweisen, die in klassischen Ausbildungsworkshops kaum Platz finden. Die vision cards lassen sich flexibel im Prozess einsetzen und funktionieren genauso gut in anderen Workshopformaten wie dem AGV Cup.
vision lab ist die digitale Komponente, in der das gesamte System gesteuert, begleitet und ausgewertet wird.
Im Kern steht ein wachsender Formatbaukasten.Dort findet man erprobte Workshops, Lernpfade und neue Formate, die sich für jede Organisation individuell zusammenstellen lassen, angepasst an Unternehmensgröße, Ausbildungsstruktur und die konkreten Bedarfe der eigenen Nachwuchskräfte. Teams begleiten, Phasen steuern, Materialien bereitstellen, alles an einem Ort, ohne Mehraufwand für Ausbilder:innen.
Gleichzeitig macht vision lab Projekte sichtbar: Teilnehmende dokumentieren ihren Prozess, reflektieren ihre Lernschritte und halten Ergebnisse in Projektprofilen fest. So entsteht über die Zeit ein wachsender Innovationspool, nachvollziehbar für Fachbereiche und Führungsebenen, aber auch teilbar nach außen, auf Veranstaltungen, auf LinkedIn, als konkretes Zeichen dafür, was in der Ausbildung eines Unternehmens wirklich passiert.
Eine integrierte KI analysiert die entstehenden Projektdaten, erkennt Trendthemen und Skill-Gaps und übersetzt sie in konkrete Anpassungsvorschläge für künftige Workshops und die Ausbildung. Monatliche Trendreports fließen zurück an Hochschulen und Berufsschulen und bringen Bildung näher an die tatsächlichen Anforderungen der Industrie. Aus Ausbildungsarbeit wird datenbasierte Bildungsentwicklung.
TRUMPF SE + Co. KG ist eines der weltweit führenden Unternehmen im Maschinen- und Laserbau mit Sitz in Ditzingen. Mit über 18.000 Mitarbeitenden in mehr als 70 Ländern gehört TRUMPF zu den technologischen Vorreitern der deutschen Industrie. Ausbildung hat bei TRUMPF seit jeher einen hohen Stellenwert: Im Education Center in Ditzingen entstehen in modernen Werkstätten, Kreativ- und Kollaborationsräumen sowie einer digital vernetzten Lernfabrik jährlich die Fachkräfte von morgen. vision entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Education Center und wurde auf die realen Bedingungen industrieller Ausbildung hin entwickelt und erprobt. Wir danken TRUMPF für das Vertrauen, die Offenheit und die Möglichkeit, vision im echten Unternehmenskontext zu entwickeln und zu erproben.