In Invention Design skizzieren wir neue Produkte und Werkzeuge mit einer stark in die Zukunft gerichteten Perspektive. Neue technische Entwicklungen werden kritisch bewertet, um forschend-experimentell sinnvolle Anwendungen zu entwickeln.
Ease ist eine App, die Menschen mit Panikattacken in der Akutsituation unterstützt und sie im Anschluss dabei begleitet, ihre Symptome besser zu verstehen.
Ziel des Konzepts ist es, Betroffene frühzeitig zu entlasten, ohne sie zusätzlich kognitiv zu überfordern. Die App greift dabei auf einfache, körperbasierte Interventionen wie Atemübungen zurück und bietet nach der akuten Phase die Möglichkeit zur Reflexion und zum Lernen.
Der Use Case richtet sich an Menschen, die Panikattacken erleben und sich im Alltag eine diskrete, jederzeit verfügbare Unterstützung wünschen.
Ideenfindung
Recherche und Prozess
Die Ideenfindung begann mit einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Panikattacken. In einem ersten Schritt haben wir recherchiert, wie sich Panikattacken äußern, welche körperlichen Prozesse dabei eine Rolle spielen und welche Bedürfnisse Betroffene in einer akuten Situation haben.
Auf dieser Grundlage entstand ein Moodboard, das weniger auf visuelle Trends abzielte, sondern vor allem auf eine emotionale Richtung: ruhig, unterstützend, nicht alarmierend. Das Moodboard half uns dabei, ein gemeinsames Verständnis dafür zu entwickeln, wie sich die App anfühlen soll und welche Atmosphäre wir vermeiden möchten – etwa Hektik oder Überforderung.
Designsysteme
Style und Flow
Das Designsystem von Ease wurde bewusst reduziert und klar gestaltet.
Die Farbpalette besteht aus ruhigen Blautönen, die Sicherheit und Stabilität vermitteln, ergänzt durch Gelbtöne als freundliche, positive Akzente. Ziel war es, eine visuelle Sprache zu entwickeln, die beruhigend wirkt und Vertrauen schafft.
Als Schrift wurde Nunito gewählt, da sie gut lesbar ist und durch ihre runden Formen eine freundliche Anmutung hat.
Die Icons und Emojis sind einfach gehalten und dienen als visuelle Orientierungshilfen, ohne vom Inhalt abzulenken. Der gesamte Flow der App folgt dem Prinzip, Nutzer:innen möglichst intuitiv und ohne Entscheidungsdruck zu führen.
Prototyping
Screens und Produkt
Im Prototyping-Prozess haben wir unsere Konzepte zunächst in Flowcharts übersetzt, um Abläufe und Nutzerführung zu testen. Anschließend entstanden erste Skizzen und digitale Prototypen, die schrittweise verfeinert wurden.
Der Fokus lag dabei auf zwei zentralen Momenten:
der Akutsituation, in der die App automatisch unterstützt, sowie der Nachbereitung, in der Nutzer:innen ihre Erlebnisse reflektieren und mehr über ihre Symptome lernen können. Die dargestellten Screens zeigen den aktuellen Stand des Prototyps und veranschaulichen, wie Watch und Smartphone zusammenspielen.
Reflexion
Im Verlauf des Projekts wurde deutlich, wie wichtig es ist, komplexe Inhalte stark zu vereinfachen. Viele Entscheidungen im Design und in der Interaktion wurden bewusst zugunsten von Klarheit und Ruhe getroffen. Rückblickend würden wir noch früher mit Nutzer:innen testen, um Annahmen schneller zu überprüfen und das System weiter zu personalisieren.