Wir machen ein Design Projekt. Mit allem, was dazu gehört: Nutzern, Workshops, Spezialisten, Testings, … Scheitern und Fehler machen zum schnellen Lernen willkommen. Studierende entwickeln Kommunikations-Produkte. Konsequent methodisch.
Wir sind die letzte Generation, die das ewige Eis der Alpen noch als das erleben darf, was es einmal war: ein gigantisches, lebendiges Ökosystem. Seit der Industrialisierung haben unsere Gletscher bereits 60 % ihrer Masse verloren. Selbst wenn wir das 1.5°C-Ziel erreichen, bleiben bis 2100 nur noch fragile Reste.
Mit unserer immersiven Ausstellung werden die unsichtbaren Prozesse der Gletscherschmelze greifbar und die zeitliche Dimension des Verlusts visuell erfahrbar gemacht. Die Ausstellung folgt einem dramaturgischen Aufbau – von der Entstehung der Gletscher bis zu ihrem Verschwinden und dem Blick in die Zukunft. Mit Hilfe von Projektion, Informationsgestaltung und interaktiven Exponaten werden wissenschaftliche Daten in eine verständliche und zugängliche Vermittlung gebracht.
1/ Zyklus
Raum 1 lässt Besucher unmittelbar in die Atmosphäre einer weißen Gletscherweite eintauchen. Die großzügige, halbrunde Architektur macht die gewaltigen Dimensionen des Eises physisch erlebbar und weckt Neugier auf die Grundlagen der Gletscherkunde.
Im Zentrum bricht eine vierseitige Informationssäule – inspiriert von einer Eiskernbohrung – die Leere auf: Sie erklärt auf mikrofotografischer, textbasierter und abstrakter Ebene die Metamorphose von Neuschnee zu Gletschereis. Ergänzend veranschaulicht eine Wandgrafik das fragile Gleichgewicht aus Nähr- und Zehrgebiet sowie die fließende Dynamik des Gletschers.
2/ Archiv
Raum 2 bildet als dunkler Gang einen bewussten Kontrast zum ersten Bereich. Gezielte Beleuchtung setzt acht Plexiglas-Paneele in Szene, die den Zustand des Rhonegletschers über die letzten 175 Jahre dokumentieren. Die Wahl des transparenten Materials ermöglicht es, durch die Jahre hindurchzublicken und die zeitliche Veränderung im direkten Vergleich wahrzunehmen.
Auf den Glasscheiben visualisieren Umrisse und QGIS-Höhenlinien den punktgenauen Masse- und Längenverlust. Während die Exponate den Fokus auf die physischen Dimensionen lenken, erläutert ein Audioguide die einschneidenden Ereignisse, die den Gletscher in den jeweiligen Jahren prägten.
3/ Immersion
In Raum 3 erlebt der Besucher eine lebendige, immersive Gletschererfahrung, die die Faszination für die Ästhetik und Kraft eines Gletschers weckt. Dies geschieht auf auditiver Ebene durch Gletscheraufnahmen eines Klangkünstlers sowie visuell über eine Animation auf vier Meter hohen, geschwungenen LED-Wänden, die sich an Eisstrukturen und türkisblauen Gletscherhöhlen orientiert.
4/ Spuren
In Raum 4 liegt der Fokus auf den konkreten Konsequenzen des Gletscherschwunds. Die Gestaltung bildet einen bewussten Kontrast zum vorangegangenen Bereich: Der Raum ist hell und ruhig gehalten, um eine sachliche Auseinandersetzung zu fördern. Eine installierte Gerölllandschaft macht physisch greifbar, was nach dem Schmelzen des Eises in der Natur zurückbleibt.
Zwei interaktive Stationen vertiefen die Thematik:
Der Albedo-Effekt: Ein haptisches Experiment verdeutlicht die Bedeutung der Lichtreflexion. Besucher können unterschiedlich helle Materialien unter einer UV-Lampe bewegen und den Effekt durch Berühren direkt erfahren.
Rhone 2100: Ein zweiter Tisch visualisiert in Kombination mit einem CO2-Rechner den menschlichen Einfluss auf die Schmelze. Auf einem 3D-Modell des Rhonegletschers wird die Entwicklung von Eis, Wasser und Permafrost bis zum Jahr 2100 animiert.
Rhone 2100: Ein zweiter Tisch visualisiert in Kombination mit einem CO2-Rechner den menschlichen Einfluss auf die Schmelze. Auf einem 3D-Modell des Rhonegletschers wird die Entwicklung von Eis, Wasser und Permafrost bis zum Jahr 2100 animiert.
In Raum 5 wird das das Gletscher-Thema auf weitere bedrohte Ökosysteme, für die es noch nicht zu spät ist, ausgeweitet. Dadurch werden die Alpinen Gletscher zum Mahnmal für die Welt. Auf runden Spiegeln werden die weiteren Ökosysteme zusammen mit ihrem Kipppunkt inform einer Gradzahl, vorgestellt, ab dem sie irreversible Schäden erleiden würden. Die Spiegel symbolisieren die persönliche Reflexion des Besucher, während die beginnende Begrünung des Gerölls für den Wandel und die Entstehung neuer Lebensräume steht.
Um all diesen Gedanken einen Raum zu geben, befinden sich am Ende der Ausstellung zwei Rundtische mit Postkarten, auf denen Gedanken, Wünsche und Fragen festgehalten werden können.