In Invention Design skizzieren wir neue Produkte und Werkzeuge mit einer stark in die Zukunft gerichteten Perspektive. Neue technische Entwicklungen werden kritisch bewertet, um forschend-experimentell sinnvolle Anwendungen zu entwickeln.
Zu Beginn des Projekts haben wir zahlreiche Ideen gesammelt und diese anschließend nach Kategorien beziehungsweise übergeordneten Themenbereichen strukturiert.
Dabei wurde innerhalb der Gruppe schnell deutlich, dass wir ein Projekt im Bereich Gesundheit umsetzen möchten.
Im weiteren Verlauf unserer Diskussionen entschieden wir uns schließlich für den Schwerpunkt Frauengesundheit, mit dem Ziel, Frauen dabei zu unterstützen, ihren eigenen Körper besser zu verstehen und ein bewussteres Verständnis für körperliche Prozesse und Bedürfnisse zu entwickeln.
Problemstellung
Frauen werden in der Medizin häufig behandelt als wären sie Männer. Diese Problematik hat unser Interesse besonders geweckt und bildete schließlich den Ausgangspunkt für die Entwicklung unseres Projekts.
Recherche
Im Verlauf des Prozesses sind wir immer wieder auf Hormonkrankheiten von Frauen gestoßen. Dieses Thema hat uns auch sehr interessiert, weshalb wir ein Gadget entwickeln wollten, mit dem Frauen ständig ihre Hormone tracken.
Zielgruppe
Anschließend haben wir uns mit der Frage beschäftigt, wie ein Hormontracker sinnvoll eingesetzt werden kann und für welche Zielgruppe er den größten Mehrwert bietet. Dafür haben wir zunächst verschiedene mögliche Personengruppen betrachtet und miteinander verglichen.
Im weiteren Verlauf entschieden wir uns jedoch, den Fokus gezielt auf die Zielgruppe der Frauen in der Menopause zu legen, da hier ein besonders großer Informations- und Unterstützungsbedarf besteht. Vor allem, da das Thema in der Gesellschaft weitestgehend ein Tabuthema ist und wir dafür mehr Verständnis aufzeigen wollten.
Zudem mussten wir bei der Recherche feststellen, dass Hormonkrankheiten in Bezug auf Frauen zu wenig erforscht sind, um hierfür ein sinnvolles und gutes Projekt umsetzen zu können.
Wie wollen wir die Hormone messen?
Zu Beginn unserer Recherche untersuchten wir verschiedene Möglichkeiten zur Messung von Hormonen, darunter Analysen über Schweiß, Speichel oder Urin. Im weiteren Verlauf zeigte sich jedoch, dass Blut grundsätzlich die zuverlässigsten Messwerte liefern würde, da sich dort die meisten relevanten Hormone in gut messbaren Konzentrationen befinden. Gegen Ende des Prozesses entschieden wir uns dennoch bewusst gegen eine Blutmessung und stattdessen für die Analyse der Gewebeflüssigkeit.
Das Konzept sieht vor, dass mithilfe einer Nadel ein feiner Faden in die Gewebeflüssigkeit eingebracht wird; die Nadel wird anschließend entfernt, während der Faden für die kontinuierliche Messung an Ort und Stelle verbleibt.
Gadget
Wie soll es aussehen?
Für die Optik haben wir uns an Lab on a chip oder an minimalinvasiven Nadeln inspiriert.
Unser Pflaster
Das Endprodukt ist in vier Bauteile aufgebaut:
Sichtbar auf der Haut befindet sich die äußere Schutzschicht des Pflasters. Darunter liegt das Funktionsgehäuse mit der integrierten Technik. Direkt darunter befinden sich die Nadeln sowie der dazugehörige Faden, die für die Messung in der Gewebeflüssigkeit verantwortlich sind.
App
Damit die Nutzer*innen die Werte ihrer Hormone besser auswerten und verstehen können, hielten wir es für sinnvolle diese in Form einer App festzuhalten.
Für das Design haben wir auch in diesem Prozess zunächst ein Moodboard erstellt. Dabei beschäftigten wir uns vor allem mit bereits existierenden Gesundheitsapps. Wir wollten vor allem ein schlichtes, übersichtliches und warmes App-Design erzielen.
Wie ist die App aufgebaut?
Wir haben uns am Ende für drei Reiter in der Navigationsbar entschieden, da somit alles wichtige an Informationen für den Nutzer abgedeckt ist.
Die Informationen der App werden von links nach rechts innerhalb der Navigationsbar immer tiefgreifender.
Genauso verhält es sich auch innerhalb auf einem Reiter in der App, je weiter man scrolled, desto mehr Verständnis wird dir für deinen Körper gezeigt.
Komponenten
Im Home-Menü erhält man einen direkten Überblick über die wichtigsten Körperinformationen. Dazu gehört ob deine Hormone sich alle im normalen Bereich befinden, das Energielevel, das anhand der Melatoninwerte bestimmt wird, sowie der aktuelle Zyklusstatus.
Falls sich die Hormonwerte teilweise nicht mehr im normalen Bereich befinden, wird dieser mit einem Gelb gekennzeichnet. Bei deutlich schlechten Werten wird dieser rot markiert und die abgerundete, rechteckige Fläche bekommt unter anderem auch eine Füllung, um die Notwenigkeit der Meldung zu unterstreichen.
Bei akuten Fällen gibt es auch die Möglichkeit einen Arztbericht für einen Arztbesuch auszudrucken, der direkt für einen Facharzt aufbereitet ist.
Zudem gibt es die Möglichkeit sich über die Themen Bewegung, Ernährung und Schlaf weiter zu informieren, da diese immer mit seinem Zyklus und der jeweiligen Phase zusammenhängen.
In der Hormonansicht erscheinen zuerst Informationen über seinen Zyklus, sowie die Möglichkeit mehr über die aktuelle Phase zu erfahren.
Genauere Informationen über seine Hormonwerte werden in Sexualhormone, sowie Stress-und Schlafhormone aufgeteilt. Hier wird der Normalwert in der jeweiligen Zyklusphase in demselben Blau/Grünton markiert, welcher auch im Home-Menü als guten Bereich gekennzeichnet wird, um eine direkte Verbindung herstellen zu können. Das Dreieck symbolisiert in welchem Bereich sich die Nutzer*innen befinden.
In der Monatsansicht wird nochmals gezeigt wie sich die Hormone über den Monat bisher verhalten haben und ob sie sich beispielsweise drüber oder drunter dem Normalwert befindet.