Nie lebten mehr Menschen auf der Erde, nie war unser Einfluss auf den Planeten größer, nie waren wir enger vernetzt – unsere Gesellschaft wandelt sich immer rasanter. Hoffnung, Lethargie, Zukunfsängste, was bedeutet eine zunehmende Polarisierung für unsere Gesellschaft? Eine spürbare Verdrossenheit greift um sich, die politischen Ränder gewinnen deutlich an Einflussnahme. Wie wir heute leben veranschaulicht die Vielfalt und die Widersprüche unserer Zivilisation.
Die Arbeit kann eine Vielzahl von Aspekten unseres ausgesprochen komplexen Zusammenlebens – von den großen Errungenschaften der Menschheit bis hin zu unseren kollektiven Fehlschlägen aufzeigen.Die Studenten erschaffen mit den Mitteln der Fotografie ein Portrait unserer Gesellschaft. Besondere Gewichtung liegt auf der inhaltlichen und dramaturgischen Konzeption der jeweiligen Fotogeschichte und des daraus resultierenden Editorial Designs. Das bewußte Wahrnehmen der enormen Veränderungen unserer Umwelt und die Umsetzung mit hilfe spezifisch fotografischer Gestaltungsmittel in eine visuelle Sprache werden geschult und erprobt.
„Das Straßenbild müsse sich ändern, ausländische Restaurants unter
Druck gesetzt werden. Es solle in Sachsen-Anhalt für dieses Klientel
möglichst unattraktiv sein zu leben. Und das könne man sehr einfach
realisieren.“
Ulrich Siegmund, Afd
Die rechte Szene gewinnt zunehmend an Sichtbarkeit. Nationale Identität wird neu verhandelt, Zugehörigkeit infrage gestellt.
Mit unserer Fotoserie setzen wir ein bewusstes Statement gegen vereinfachende Vorstellungen von Migrationspolitik.
In unserer Serie wollen wir bewusst provokativ mit subtilen Alltagssituationen die rechten Ansichten entkräftigen. Was ist deutsch? Was ist ausländisch? Wir leben in einer Welt, in der Integration im Wohnzimmer von der Oma stattfindet.
Die Serie entkräftet rechte Narrative nicht laut, sondern leise.
Weil Integration längst viel stärker verwoben ist, als politische Debatten es vermuten lassen.