Nie lebten mehr Menschen auf der Erde, nie war unser Einfluss auf den Planeten größer, nie waren wir enger vernetzt – unsere Gesellschaft wandelt sich immer rasanter. Hoffnung, Lethargie, Zukunfsängste, was bedeutet eine zunehmende Polarisierung für unsere Gesellschaft? Eine spürbare Verdrossenheit greift um sich, die politischen Ränder gewinnen deutlich an Einflussnahme. Wie wir heute leben veranschaulicht die Vielfalt und die Widersprüche unserer Zivilisation.
Die Arbeit kann eine Vielzahl von Aspekten unseres ausgesprochen komplexen Zusammenlebens – von den großen Errungenschaften der Menschheit bis hin zu unseren kollektiven Fehlschlägen aufzeigen.Die Studenten erschaffen mit den Mitteln der Fotografie ein Portrait unserer Gesellschaft. Besondere Gewichtung liegt auf der inhaltlichen und dramaturgischen Konzeption der jeweiligen Fotogeschichte und des daraus resultierenden Editorial Designs. Das bewußte Wahrnehmen der enormen Veränderungen unserer Umwelt und die Umsetzung mit hilfe spezifisch fotografischer Gestaltungsmittel in eine visuelle Sprache werden geschult und erprobt.
Im Alltag nehmen wir viele Dinge kaum noch bewusst wahr.
Geräusche, Bewegung, Menschen, Verkehr oder Werbung gehören für uns einfach dazu. Sie sind ständig da – so selbstverständlich, dass wir sie fast übersehen.
In meiner Fotoserie habe ich genau diese gewohnten Elemente teilweise entfernt. Ich zeige Orte und Situationen, in denen man eigentlich etwas erwartet – doch es passiert nichts.
Dadurch entsteht eine besondere Leere und Stille. Gewöhnliche Alltagsszenen bekommen plötzlich eine neue Bedeutung und mehr Aufmerksamkeit. Man beginnt, genauer hinzuschauen und Dinge wahrzunehmen, die sonst untergehen.