In diesem Kurs kombinieren die Studierenden nutzerzentrierte Designmethoden und Design Futuring (Zukunftsforschung), um verschiedene Zukünfte jenseits des vorherrschenden Verständnisses von Cybersicherheit zu erforschen.
In diesem Kurs setzen sich die Studierenden intensiv mit den Methoden des „Design Futuring“ auseinander. Dabei lernen sie, ihre Designansätze von einer auf die nutzende Person fokussierten Methode zu einem zukunftsorientierten Ansatz (Zukunftsforschung) zu erweitern. Hierbei erforschen die Studierenden, welche zukünftigen Möglichkeiten sich ergeben könnten und welche davon wünschenswert sind.
Unter dem übergreifenden Thema „Powertools 2035 – Zukünfte des Bauhandwerks in einer nachhaltigen Welt“ entwickeln die Studierenden ein Projekt, das Zukünfte der Handwerks entweder innovativ vorantreibt, spekulativ beleuchtet oder kritisch hinterfragt. Dies kann etwa durch die Analyse und Verbesserung bestehender Objekte, Produkte, Werkzeuge oder Dienstleistungen erfolgen.
Die Projekte werden ausschließlich in Teams von 2-4 Studierenden bearbeitet. Zu Beginn des Semesters tauchen die Studierenden gemeinsam mit Mitarbeitenden und Experten bei Festool – in das Handwerk im weitesten Sinne ein, um bestehende Zukunftsvorstellungen zu erkunden und mögliche Szenarien zu entwickeln.
Schnell oder langsam, digital oder analog: Warum sollte sich eine Marke für eine Seite entscheiden? Und wie bleibt STAEDTLER relevant in einer Welt, in der KI die Routinearbeit übernimmt und zugleich die Sehnsucht nach dem Echten, Handgemachten, Gegenwärtigen wächst?
Embrace Ambivalence
ist ein fiktives Zukunftsszenario für STAEDTLER im Jahr 2042. Es beantwortet den Druck auf das Kerngeschäft nicht mit einer Entscheidung, sondern mit einer Haltung: STAEDTLER steht für Kreativität, und Kreativität kennt zwei gleichwertige Modi.
Aus diesem Kern entstehen zwei Produktwelten, die sich bewusst widersprechen und beide vollständig echt sind. Die Fast Lane trägt zielgerichtete Kreativität für Teams und Deadlines. Die Slow Lane trägt prozessoffene Kreativität für den einzelnen Menschen, ohne laufende Uhr. Jede Lane bekommt ihr eigenes Produkt, ihre eigene Formsprache und ihren eigenen Grund zu existieren, beide führen auf denselben Markenkern zurück.
Mars Note · Fast Lane
Mars Note ist für Teams gebaut, die analog denken und digital liefern müssen. Kleine Lichteinheiten klemmen an die Wand, ein Infrarotscan liest jede Haftnotiz in Echtzeit, ein Pico-Laserprojektor wirft das Ergebnis zurück an die Wand. Entfernte Kolleginnen und Kollegen sehen dasselbe Board live, ohne dass jemand eine Zeile abtippt.
Guided Workshops bringt erprobte Methoden von How Might We bis Crazy 8s direkt an die Wand. Digital Capture hält das Board durchsuchbar, lange nachdem die Zettel abgehängt sind. Remote Co-Work lässt Menschen mitarbeiten, die den Raum nie betreten haben. Mars Note wächst nach außen: Methodenpakete für ganze Branchen von Automotive bis Fintech eröffnen STAEDTLER ein Softwaregeschäft, das es nie hatte.
Mars Mind · Slow Lane
Mars Mind ist mit Absicht das Gegenteil. Es kann Skizzieren, Journaling und geführte Meditation, sonst nichts, und nichts lässt sich hinzukaufen. Wo Mars Note nach außen in den Markt wächst, wächst Mars Mind nach innen in einen einzigen Menschen und lernt dessen Rhythmus, je länger es genutzt wird.
Ein Abend nach der Arbeit: Die Tür fällt zu, der Reflex greift zum Telefon. Mars Mind unterbricht ihn mit einer einzigen projizierten Frage: was hat dich heute bewegt. Eine Stunde später ist das Notizbuch voll und das Telefon unberührt. Jede Funktion wird auf Papier oder eine leere Fläche projiziert, damit die Hände beschäftigt bleiben und die Augen vom Bildschirm weg.
Technologie
Keine Komponente ist Science-Fiction. Infrarot-Streiflichtabtastung liest Handschrift vom obersten Blatt, ein Pico-Laser projiziert warmes, scharfes Licht auch schräg auf unebenes Papier, das Case lädt drahtlos und dient als Notstrom, alles synchronisiert verschlüsselt über WLAN. Bei Mars Note wandert das Ergebnis live ins Team, bei Mars Mind bleibt es standardmäßig privat. Vorhandene Technik, neu kombiniert statt neu erfunden.
Positionierung im Portfolio
Embrace Ambivalence erweitert STAEDTLER um eine Dimension, die das bestehende Portfolio aus Learn & Write, Create & Color und Make & Design nicht abdeckt: Kreativität als Haltung, in zwei Richtungen zugleich. So entwickelt sich STAEDTLER vom Schreibwarenhersteller zur Marke, die den Gegenpol zur Digitalisierung besetzt, gebaut so, wie nur STAEDTLER ihn bauen kann.
Produktwerte
Drei Werte tragen Embrace Ambivalence:
Fokus ↗ zielgerichtete Kreativität, wenn ein Team liefern muss
Freiraum ↗ prozessoffene Kreativität, wenn der Moment zählt und keine Uhr läuft
Haltung ↗ beide Modi gehören zur selben Marke, ohne Kompromiss
Kampagne
Die Kampagne trägt genau diese Aussage weiter: beide Modi zugleich annehmen, statt sich für einen zu entscheiden. Eine Drei-Horizonte-Roadmap führt beide Lanes von einem Portfolio-Reset 2026 bis zum globalen Launch 2042.
Fazit
Embrace Ambivalence ist kein fertiges Produkt, sondern ein strategischer Vorschlag für eine mögliche Zukunft. Der Ansatz übersetzt den Kern von STAEDTLER, die Kreativität, in einen neuen Kontext und greift ein wachsendes Bedürfnis nach echten, gegenwärtigen Momenten auf. So entsteht die Chance, in einer von KI geprägten Welt nicht nur relevant zu bleiben, sondern eine aktive Rolle einzunehmen, mit Werkzeugen, die menschliche Kreativität in beide Richtungen ernst nehmen.