Inhalt des Kurses
Analytisches Gestaltungsprojekt
In diesem Kurs kombinieren die Studierenden nutzerzentrierte Designmethoden und Design Futuring (Zukunftsforschung), um verschiedene Zukünfte jenseits des vorherrschenden Verständnisses von Cybersicherheit zu erforschen.
In diesem Kurs setzen sich die Studierenden intensiv mit den Methoden des „Design Futuring“ auseinander. Dabei lernen sie, ihre Designansätze von einer auf die nutzende Person fokussierten Methode zu einem zukunftsorientierten Ansatz (Zukunftsforschung) zu erweitern. Hierbei erforschen die Studierenden, welche zukünftigen Möglichkeiten sich ergeben könnten und welche davon wünschenswert sind.
Unter dem übergreifenden Thema „Powertools 2035 – Zukünfte des Bauhandwerks in einer nachhaltigen Welt“ entwickeln die Studierenden ein Projekt, das Zukünfte der Handwerks entweder innovativ vorantreibt, spekulativ beleuchtet oder kritisch hinterfragt. Dies kann etwa durch die Analyse und Verbesserung bestehender Objekte, Produkte, Werkzeuge oder Dienstleistungen erfolgen.
Die Projekte werden ausschließlich in Teams von 2-4 Studierenden bearbeitet. Zu Beginn des Semesters tauchen die Studierenden gemeinsam mit Mitarbeitenden und Experten bei Festool – in das Handwerk im weitesten Sinne ein, um bestehende Zukunftsvorstellungen zu erkunden und mögliche Szenarien zu entwickeln.
In Zusammenarbeit mit Festool und Luis Jag.
Strategische Gestaltung
Semesterjahr BetreuungProf. Benedikt Groß, Prof. Leif Huff
NORA - dein kreativer Reisebegleiter
NORA – dein kreativer Reisebegleiter

Nora ist ein kreativer Reisebegleiter für Reisende und Pendler*innen, der durch kreative Aufgaben, Entschleunigung in der digitalen Welt von 2035 ermöglicht.
Wer wir sind

Dabei haben wir uns die Frage gestellt: Wie können wir Menschen durch analoge Kreativtechniken, eine Entschleunigung im digitalen Alltag bieten?
Recherche

Zukunftsbild
Aufgrund der aktuellen gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen erscheint ein Blick in das Jahr 2035 als nachvollziehbare Weiterführung bestehender Trends. Technologien werden den Alltag voraussichtlich noch stärker prägen, digitale Vernetzung weiter zunehmen und Bereiche wie Arbeit, Mobilität und Freizeit nachhaltig verändern. Das entwickelte Zukunftsbild beschreibt ein mögliches Szenario für das Leben im Jahr 2035 und basiert auf der Analyse heutiger Entwicklungen sowie deren plausibler Fortschreitung.
Der digitale Alltag
Im Jahr 2035 ist der Alltag weitgehend digitalisiert. Autonom fahrende Fahrzeuge gehören zum Straßenbild, intelligente Systeme steuern den Verkehr und zahlreiche Aufgaben werden von KI-gestützten Technologien übernommen. Diese arbeiten in vielen Bereichen effizienter, präziser und zuverlässiger als der Mensch. Gleichzeitig sind Geräte, Systeme und Menschen permanent miteinander vernetzt. Die digitale Welt entwickelt sich zunehmend zum zentralen Lebensraum, in dem ein Großteil des Alltags stattfindet und der für viele Menschen einen höheren Stellenwert einnimmt als die analoge Realität.
Reisen und öffentlicher Verkehr
Neue Technologien ermöglichen im Jahr 2035 eine nahtlose Kommunikation und Vernetzung über geografische Distanzen hinweg. Gleichzeitig nimmt die Mobilität weiter zu, wodurch insbesondere Pendler und Reisende den Alltag prägen, die regelmäßig größere Strecken für Arbeit, Familie oder andere Verpflichtungen zurücklegen. Der öffentliche Verkehr gewinnt dadurch an Bedeutung und wird intensiver genutzt. Züge, Bahnhöfe und weitere Verkehrssysteme sind für viele Menschen fester Bestandteil des Alltags, während geografische Entfernungen zunehmend an Relevanz verlieren und der Austausch zwischen verschiedenen Regionen und Kulturen weiter zunimmt.
Erholung bei digitaler Dauervernetzung
Obwohl Menschen im Jahr 2035 durch Veränderungen in der Arbeitswelt häufig über mehr freie Zeit verfügen, führt dies nicht automatisch zu mehr Erholung. Vielen fällt es zunehmend schwer, bewusst abzuschalten und einen Ausgleich zur digitalen Welt zu finden. Ständige Erreichbarkeit, schneller Datenfluss und permanente Vernetzung tragen dazu bei, dass Phasen echter Ruhe seltener werden. Daraus ergibt sich eine zentrale Herausforderung der Zukunft: nicht nur verfügbare Zeit zu erhöhen, sondern diese auch so zu gestalten, dass Raum für Erholung, Entschleunigung und analoge Erfahrungen entsteht.

NORA
Nora ist eine neue Unterkategorie von Staedtler, die sich an Reisende und Pendler*innen richtet, die ihre Zeit unterwegs bewusster und kreativer nutzen möchten. In einer zunehmend digitalen Welt schafft das Konzept Raum für analoge Momente und neue Formen der Entschleunigung im Alltag. Drei aufeinander abgestimmte Bausteine bilden die Grundlage von Nora und verbinden sich zu einer gemeinsamen Konzeptstrategie sowie einem ganzheitlichen Markenerlebnis.

Nora - Dein Travelkit
Ein analoges Kit aus einem quadratischen Zeichenbuch und einem Stiftekit von Staedtler. Das quadratische Format signalisiert, dass es sich um kein gewöhnliches Notizbuch handelt – und passt gleichzeitig ideal zu den quadratischen Formaten der sozialen Medien. Das Stiftekit lässt sich durch Magnete direkt am Buch befestigen und enthält eine individuelle Auswahl an Staedtler-Stiften.

Nora - Dein Reisebegleiter
Die digitale Ergänzung zum analogen Kit. Die App begleitet Reisende mit kreativen Challenges, die passend zum Reisemoment aktiviert werden – ob im Zug, am Flughafen oder am Reiseort selbst. Sie motiviert zu analogen Kreativ-Sessions und macht aus passiven Momenten aktive Erlebnisse. Dabei sammelt die App die Meilensteine der Nutzer, sorgt für ein persönliches Erfolgserlebnis und ermöglicht es, die eigene kreative Reise mit der Community zu teilen

Nora - Kommunikationsstrategien
Die Kommunikation von Nora setzt gezielt an den Orten an, wo Reisen beginnt – Flughäfen, Bahnhöfen und Zügen. Durch Werbeflächen an diesen Knotenpunkten wird Staedtler als kreativer Reisebegleiter positioniert und erhält Präsenz genau dort, wo die Zielgruppe erreichbar ist.

User Journey
Mila pendelt jeden Tag eine Stunde zur Arbeit und nimmt dafür am liebsten die S-Bahn, um die Zeit sinnvoll zu nutzen. Am Bahnhof wird sie auf Nora aufmerksam – aus anfänglicher Langeweile entsteht Neugier. Fasziniert von der Challenge „Zeichne alles was blau ist” greift sie zum Stift und beginnt zu zeichnen – die Vorfreude wächst. Aus dem Zeichnen wird Entspannung, die passive Pendelzeit verwandelt sich in einen aktiven, kreativen Moment. Als sie ihre Collage in der Community teilt und die ersten Likes sieht, entsteht ein Gefühl von Verbundenheit. Sie kommt bei der Arbeit an, fühlt sich erholt – und freut sich bereits auf die Heimfahrt.
Relevanz

Markenpräsenz
Nora löst Staedtler aus der reinen „Schubladen-Existenz“ (Produkte, die nur bei Bedarf genutzt werden) und verankert die Marke im aktiven Lebensstil der Zielgruppe. Dadurch wird Staedtler zu einem täglichen Begleiter, der insbesondere in emotional bedeutsamen Momenten des Reisens und Pendelns präsent ist. Die Wahrnehmung verschiebt sich somit von einem klassischen Schreibwarenhersteller hin zu einer Lifestyle-Marke, die im Bewusstsein der Nutzer*innen als Synonym für Qualität und Sinnhaftigkeit etabliert ist.
Vorreiterrolle
Nora positioniert sich als Pionier für analoge Entschleunigung im digitalen Zeitalter. Während viele Marken auf umfassende Digitalisierung setzen, setzt Staedtler mit diesem Konzept einen bewussten Gegenakzent und etabliert neue Impulse für kreative Achtsamkeit. In dieser Rolle als „Mental Health Enabler“ entsteht eine klare Differenzierung im Wettbewerb, wodurch Staedtler sich als Impulsgeber für eine bewusstere, analoge Lebenskultur im Markt positioniert.
Problem Lösung
Nora setzt gezielt an Zeiten an, in denen Menschen ihre Pendelzeit zunehmend mit passiver Bildschirmnutzung verbringen. Statt diese Zeit als Verlust durch sinnloses Scrollen zu betrachten, nutzt das Konzept diese mentale Ruhephase und lenkt sie in bewusste Erholung um. Dadurch wird Pendelstress in einen „Creative Moment“ transformiert, und den Nutzer*innen wird ein konkretes Werkzeug an die Hand gegeben, um die Kontrolle über Aufmerksamkeit und mentale Balance zurückzugewinnen.
Neue Zielgruppe
Durch Nora wird eine neue Zielgruppe erschlossen: moderne Reisende und Pendlerinnen, die über das klassische Kernsortiment bisher nur eingeschränkt erreicht wurden. Diese Zielgruppe sucht gezielt nach Möglichkeiten für mehr Kreativität sowie mentaler Entlastung abseits der digitalen Welt. Ergänzend zur bestehenden Zielgruppe der Schülerinnen werden dabei insbesondere Eltern sowie junge Erwachsene adressiert, bei denen Staedtler durch frühere Nutzung einen nostalgischen Wiedererkennungswert hervorruft. Dadurch positioniert sich Staedtler als lebenslanger Begleiter über verschiedene Lebensphasen hinweg.
Staedtler wird erlebbar
Das Konzept macht Staedtler als Marke erlebbar, indem der Fokus von der reinen Produktfunktion hin zum kreativen Prozess und dem damit verbundenen Lebensgefühl verschoben wird. Durch das Zusammenspiel aus haptischen Produkten, inspirierenden digitalen Tools und einer zielgerichteten Ansprache wird Staedtler zu einer ganzheitlichen Erfahrung, die den Alltag der Nutzer*innen aktiv mitgestaltet. Dadurch erhält die Marke eine stärkere menschliche Dimension, sodass aus einer reinen Transaktion (dem Kauf eines Stiftes) eine nachhaltige Beziehung zwischen Marke und Mensch entsteht.
Fazit
Nora stellt eine Brücke zwischen der zunehmend digitalisierten Welt und analogen Werkzeugen dar und schafft dabei einen Raum für kreatives Arbeiten sowie mentale Entschleunigung.
Das Konzept bietet einen Ort der Ruhe, an dem kein Leistungsdruck durch „richtig und falsch“ existiert. Es ermutigt insbesondere Menschen mit Hemmungen gegenüber kreativem Arbeiten, aktiv zu werden, ins Tun zu kommen und durch kleine Impulse ihre eigene Kreativität zu entdecken. Auf diese Weise unterstützt Nora Selbstverwirklichung, persönliche Entfaltung und mentale Entlastung.
Gleichzeitig ermöglicht das Konzept, Erinnerungen auf Reisen visuell festzuhalten. Es ist zeit- und ortsunabhängig einsetzbar und begleitet Nutzer*innen in unterschiedlichen Alltagssituationen – sei es beim Warten, Pendeln oder auf Reisen. Nora ist jederzeit präsent und flexibel nutzbar.
Die kreativen Möglichkeiten sind grenzenlos erweiterbar: Verschiedene Techniken wie Aquarell, Fimo oder andere analoge Formate können integriert werden. Auch die Formulierung der Challenges, Gamification-Elemente sowie die Verbindung zum jeweiligen Ort sind unbegrenzt erweiterbar. Dadurch kann das Kit kontinuierlich weiterentwickelt und durch neue Editionen an Trends und Bedürfnisse angepasst werden.
Darüber hinaus fördert Nora den sozialen Austausch. Nutzer*innen können ihre Erfahrungen und Werke miteinander teilen, sich gegenseitig inspirieren und sich bei Bedarf auch persönlich zum gemeinsamen kreativen Arbeiten treffen. So entsteht eine Community, die Kreativität nicht nur individuell, sondern auch kollektiv erlebbar macht.
Im Rahmen des Semesters ist ein Projekt entstanden, das Staedtler als Orientierung dienen soll, wie sich das Unternehmen in den kommenden Jahrzehnten aufstellen kann, um langfristig relevant zu bleiben. Das Konzept greift die Ziele und die Mission von Staedtler auf und verbindet die digitale Welt mit analogen Erlebnissen.
Annika Weber, Laurin Buescher, Chiara Hinze
BetreuungProf. Benedikt Groß, Prof. Leif Huff
TagsKreativitätstechniken Kommunikationsstrategie Kooperationsprojekt Konzept