Inhalt des Kurses
Bachelorarbeiten Interdisziplinär
In manchen Abschlussarbeiten im 7. Semester setzen sich die Projektteams aus verschiedenen Studiengängen zusammen. Hier können die unterschiedlichen Kompetenzen und Gestaltungsschwerpunkte in der Projektarbeit optimal verzahnt werden.
Interaktionsgestaltung
Produktgestaltung
Kommunikationsgestaltung
Internet der Dinge
Semesterjahr
Betreuung
Prof. Michael Schuster, Prof. David Oswald
quokka // CROWD INTELLIGENCE
Das digitale Crowd Management System, das volle Orte verständlich macht.
quokka ist ein digitales Orientierungssystem für komplexe und stark frequentierte Orte wie Flughäfen. Dabei ist quokka nicht nur eine App, sondern ein System aus Datenerfassung, Verarbeitung und verständlicher Ausgabe. Informationen zur aktuellen Lage werden im Hintergrund gesammelt, eingeordnet und so aufbereitet, dass daraus konkrete Orientierung entsteht. Reisende sehen dadurch nicht rohe Daten oder technische Auslastungswerte, sondern die Hinweise, die ihnen im jeweiligen Moment wirklich helfen.
Für Reisende bedeutet das: Die App zeigt den nächsten sinnvollen Schritt, unterstützt bei der Orientierung im Terminal und reduziert Unsicherheit. Wer mehr wissen möchte, kann zusätzliche Details öffnen. Die Oberfläche bleibt bewusst ruhig und klar, damit sie auch unterwegs, mit Gepäck oder unter Zeitdruck verständlich bleibt.
Gleichzeitig entsteht auch für den Betrieb ein Nutzen. Flughafenpersonal kann die verarbeiteten Informationen verwenden, um Situationen früher zu erkennen, Abläufe besser zu planen und bei Engpässen gezielter zu reagieren. So verbindet quokka die Sicht der Reisenden mit der Sicht der Betreibenden, ohne beide mit denselben Informationen zu überladen.
Der Flughafen dient im Projekt als besonders anspruchsvoller Anwendungsfall. Das Grundprinzip lässt sich jedoch auf andere Orte übertragen, an denen viele Menschen, begrenzter Raum und zeitkritische Entscheidungen zusammenkommen. Dazu zählen zum Beispiel Bahnhöfe, Messen, Festivals, Sportveranstaltungen oder andere hochfrequentierte Knotenpunkte. quokka zeigt damit, wie aus komplexen Daten ein verständliches System für bessere Orientierung und vorausschauendere Planung entstehen kann.

Flüge in die App laden
Damit quokka persönliche Hinweise geben kann, muss die App die eigene Reise kennen. Dafür gibt es mehrere denkbare Möglichkeiten. Perspektivisch könnten Flüge automatisch aus einer Wallet, aus einer Buchungsbestätigung, aus dem Kalender oder über eine Airline Synchronisation übernommen werden. Solche Wege würden den Einstieg weiter vereinfachen.
Im umgesetzten Prototyp liegt der Fokus jedoch bewusst auf einer einfachen und nachvollziehbaren Variante: Reisende suchen ihren Flug direkt über die Flugnummer. Die Eingabe ist schnell, verständlich und funktioniert unabhängig davon, wo das Ticket gespeichert ist. Nach der Suche wählt die reisende Person den passenden Flug aus. Bei einer Reise mit Anschlussflug kann auch dieser ergänzt werden.
Sobald der Flug geladen ist, berechnet quokka die Reise in sinnvolle Schritte. Die App erkennt, wann die Person am Flughafen sein sollte, welche Station als Nächstes wichtig ist und wie viel Zeit bis zum Boarding bleibt. Vor der Reise kann quokka eine Empfehlung für die Anreise anzeigen. Am Flughafen selbst begleitet die App dann vom Eingang über Check-in und Sicherheitskontrolle bis zum Gate.
Diese Lösung macht die Nutzung niedrigschwellig. Niemand muss erst ein Konto verbinden oder sensible Daten freigeben. Es reicht, die Flugnummer einzugeben. Genau dadurch passt der Einstieg zu Menschen, die schnell Orientierung brauchen und nicht lange ein neues System einrichten möchten.

Flug Übersicht
Die Flug Übersicht bündelt alle wichtigen Informationen zur eigenen Reise. Sie zeigt nicht nur einen einzelnen Flug, sondern die gesamte Reisekette. Dazu gehören die Anreiseempfehlung, der Abflug, mögliche Anschlussflüge, Umstiegszeiten, Boardingzeit und Gate Informationen.
Der Vorteil liegt in der Zusammenführung. Reisende müssen nicht zwischen mehreren Apps, Anzeigen und Nachrichten wechseln. quokka zeigt die relevanten Informationen an einem Ort und verknüpft sie mit der aktuellen Situation am Flughafen. Wenn sich ein Flug verspätet, ein Gate bekannt wird oder ein Anschluss relevant ist, kann die App die Reise neu einordnen.
Besonders wichtig ist dabei die Verständlichkeit. Die Flug Übersicht soll nicht wie ein technisches Dashboard wirken. Sie soll auf einen Blick zeigen, was gerade zählt. Wann beginnt das Boarding? Wie viel Zeit bleibt bis zum nächsten Schritt? Wo muss ich hin? Gibt es genug Zeit für einen Abstecher? Genau diese Fragen beantwortet die Übersicht.
Damit ergänzt die Flug Übersicht den restlichen Flow der App. Die Startansicht zeigt den nächsten Schritt. Der Kompass unterstützt die Orientierung im Raum. Die Karte bietet Überblick und Suche. Die Meldungen machen die Community sichtbar. Die Flug Übersicht hält die gesamte Reise zusammen. So entsteht ein digitales System, das Reisende nicht mit Informationen überlädt, sondern ihnen hilft, den Flughafen verständlicher und selbstbestimmter zu nutzen.

Crowd und Community Aspekt
Ein wichtiger Teil von quokka ist der Crowd und Community Gedanke. Die App nutzt nicht nur technische Daten, sondern bezieht auch Rückmeldungen der Reisenden ein. Menschen vor Ort sehen oft Dinge, die Sensoren nicht vollständig erfassen können. Dazu gehören ungewöhnlich lange Schlangen, blockierte Wege, Störungen, defekte Anlagen oder Situationen, in denen Hilfe gebraucht wird.
Über eine Meldefunktion können Reisende solche Beobachtungen direkt am eigenen Standort weitergeben. Die Meldung ist bewusst einfach aufgebaut. Zuerst wird ausgewählt, worum es geht. Danach können Details ergänzt werden. Möglich sind zum Beispiel Hinweise auf hohe Auslastung, ein Problem vor Ort oder einen Hilfebedarf.
Dieser Rückkanal macht Reisende nicht nur zu Empfängern von Informationen. Sie können selbst dazu beitragen, dass die Lage genauer wird. Wenn mehrere Personen eine hohe Auslastung melden, kann das System diese Information in die aktuelle Einschätzung einbeziehen. So entsteht ein lebendigeres Lagebild, das näher an der tatsächlichen Situation vor Ort ist.
Der Community Aspekt stärkt auch das Vertrauen in die App. Reisende erleben, dass ihre Beobachtung eine Wirkung haben kann. Gleichzeitig bleibt die Nutzung freiwillig und niedrigschwellig. Niemand muss aktiv mitmachen, damit die App funktioniert. Die Meldungen ergänzen die Datenbasis dort, wo menschliche Wahrnehmung besonders wertvoll ist.

Der Kompass
Der Kompass ist eines der zentralen Orientierungselemente der quokka App. Er ersetzt nicht die Karte, sondern ergänzt sie durch eine besonders schnelle und einfache Führung. Gerade am Flughafen haben Reisende oft keine Zeit, lange auf einen komplexen Lageplan zu schauen. Sie laufen, tragen Gepäck, suchen Schilder und stehen unter Zeitdruck. Der Kompass reduziert diese Situation auf das Wesentliche: die Richtung, die Entfernung und den nächsten sinnvollen Schritt.
Statt eine vollständige Route dauerhaft sichtbar zu machen, zeigt quokka im Kompass zuerst nur das nächste Ziel. Das kann zum Beispiel der Check-in, die Sicherheitskontrolle, ein Gate oder ein Zwischenziel wie ein WC sein. Die App führt Reisende dadurch Schritt für Schritt durch den Flughafen. Sobald ein Punkt erreicht ist, schaltet quokka zum nächsten relevanten Ziel weiter. Die gesamte Route bleibt jederzeit abrufbar, steht aber nicht im Vordergrund.
Der Vorteil liegt in der schnellen Verständlichkeit. Reisende müssen nicht erst eine Karte drehen, Ebenen vergleichen oder Wege im Kopf übersetzen. Der Kompass zeigt direkt, in welche Richtung sie sich bewegen sollen und wie weit das nächste Ziel entfernt ist. So eignet er sich besonders für Situationen, in denen ein kurzer Blick reichen muss.
Gleichzeitig bleibt die Nutzung selbstbestimmt. Wer nur geführt werden möchte, folgt dem Kompass. Wer mehr Überblick braucht, kann die Karte öffnen oder die vollständige Route ansehen. Dadurch verbindet quokka zwei Bedürfnisse: einfache Orientierung im Moment und mehr Detailtiefe auf Wunsch.
Der Kompass macht damit sichtbar, wie quokka grundsätzlich funktioniert. Die App zeigt nicht alle verfügbaren Informationen gleichzeitig, sondern bereitet sie so auf, dass sie im richtigen Moment nützlich werden. Aus komplexen Daten und Wegen entsteht eine klare Handlungshilfe für Reisende.

Die Karte
Die Karte ist in quokka nicht der Ausgangspunkt der Orientierung, sondern eine zusätzliche Ebene. Das ist eine bewusste Entscheidung. Viele Navigationssysteme zeigen sofort eine komplexe Karte. Gerade an Flughäfen kann das schnell überfordern, weil Gebäude, Ebenen, Gates, Kontrollen und Wege schwer zu überblicken sind.
quokka geht anders vor. Die App zeigt zuerst den nächsten Schritt und die Richtung. Erst wenn Reisende mehr Überblick wünschen, öffnen sie die Karte. Dort können sie ihre Route sehen, Orte suchen oder alternative Ziele auswählen. Die Karte unterstützt damit Menschen, die selbstbestimmt suchen möchten, ohne alle anderen mit zu vielen Details zu belasten.
Auf der Karte werden wichtige Orte sichtbar. Dazu gehören Gates, Toiletten, Shops, Gastronomie, Sicherheitskontrollen oder andere relevante Punkte im Terminal. Die App kann Zwischenziele einbauen, zum Beispiel ein WC oder eine Bäckerei. Dabei bleibt die Reisezeit nicht abstrakt. quokka rechnet den Umweg in die persönliche Zeitlage ein. Reisende sehen also, ob ein Abstecher noch sinnvoll ist oder ob sie besser direkt weitergehen.
Die Karte kann außerdem Vorschläge anzeigen, die zur besseren Verteilung beitragen. Wenn ein Bereich sehr voll ist und noch genug Zeit bleibt, kann die App einen alternativen Stopp oder eine ruhigere Route vorschlagen. So wird die Karte nicht nur zum Werkzeug für Navigation, sondern auch zu einem Instrument für entspanntere Bewegungen im Terminal.

Robert Naus, Marc Fischer
BetreuungProf. Michael Schuster, Prof. David Oswald
TagsApplication Design Datenerfassung Prototyping User Centered Orientierungssystem