In manchen Abschlussarbeiten im 7. Semester setzen sich die Projektteams aus verschiedenen Studiengängen zusammen. Hier können die unterschiedlichen Kompetenzen und Gestaltungsschwerpunkte in der Projektarbeit optimal verzahnt werden.
Ein nutzerzentriertes Konzept zur Förderung der Sicherheit und Orientierung auf Fußwegen im urbanen Raum nach Einbruch der Dunkelheit
Wie können wir Nutzer:innen auf nächtlichen Fußwegen so unterstützen, dass sie ihre Route bewusst wählen, orientiert bleiben und ihre Optionen kennen, ohne Ängste zu verstärken oder falsche Sicherheit zu vermitteln?
01
Das Problem
Objektive Sicherheit, das, was Kriminalstatistiken zeigen, und subjektives Sicherheitsempfinden, das, was eine Person tatsächlich fühlt, gehen oft weit auseinander. Ein Weg kann statistisch ungefährlich sein und sich trotzdem unsicher anfühlen, etwa durch schlechte Beleuchtung oder fehlende Übersicht.
02
Ziele
SONAR soll Menschen dabei unterstützen, ihre Route bewusst zu wählen, unterwegs orientiert zu bleiben und ihre Optionen zu kennen, ohne dabei Ängste zu verstärken oder falsche Sicherheit vorzutäuschen.
Sicherheit soll nachvollziehbar und individuell einschätzbar werden, statt pauschal bewertet zu werden. Die App soll unterstützen, ohne zu bevormunden, und im seltenen Ernstfall helfen, ohne im Alltag im Vordergrund zu stehen.
03
Das Konzept
SONAR ist eine Navigations-App für Smartphone und Smartwatch, die Fußwege danach bewertet, wie sicher sie sich anfühlen, nicht nur danach, wie schnell sie sind. Statt einer einzigen vorgegebenen Route bietet SONAR eine echte Wahl zwischen mehreren Optionen und macht nachvollziehbar, warum ein Weg sicherer wirkt als ein anderer.
Aus einer diffusen Unsicherheit beim Verlassen des Hauses wird eine informierte Entscheidung für einen bestimmten Weg. So bleibt die Person handlungsfähig, vom ersten ungewissen Gefühl bis zum seltenen Ernstfall.
04
Recherche
Unsicherheit bei Nacht entsteht selten aus tatsächlicher Gefahr, sondern aus fehlender Information. Eine Umfrage und Expertengespräche mit Polizei, Stadtverwaltung, Psychologie und Begleitdiensten zeigten: Schlechte Beleuchtung, Unübersichtlichkeit und das Gefühl, allein zu sein, wirken stärker auf das Sicherheitsempfinden als jede Kriminalstatistik.
05
Anforderungen
Aus Recherche und Gesprächen ließen sich klare Anforderungen an die Lösung ableiten: Sie muss Sicherheit erklärbar machen, bei Dunkelheit und unter Stress bedienbar bleiben, und im Ernstfall unterstützen, ohne insgesamt zu einer Angst-App zu werden.
1
Begründen statt bewerten
Eine einzelne Zahl reicht nicht. Jede Einschätzung muss nachvollziehbar auf konkrete Faktoren zurückführbar sein.
2
Unterstützen statt Angst erzeugen
Sprache, Farben und Gestaltung müssen durchgehend beruhigend statt alarmierend wirken.
3
Bedienbar bei Dunkelheit und Stress
Zentrale Informationen müssen auch ohne genaues Hinsehen erfassbar sein, etwa über Kontraste und Haptik.
4
Ernstfall mitdenken, nicht in den Vordergrund stellen
Der Notfall muss sofort verfügbar sein, darf den Alltag der App aber nicht dominieren.
06
Die Lösung
SONAR begegnet diesen Anforderungen mit mehreren Routenoptionen samt nachvollziehbarem Sicherheits-Score, hilfreichen Orten entlang des Wegs, einer Smartwatch-Anbindung für Navigation und Beruhigung, sowie einfachen Funktionen für den seltenen Ernstfall.
Drei Routenoptionen
Schnellste, objektiv sicherste und eine empfohlene Route als Kompromiss. Jede mit kurzer, verständlicher Begründung statt einer bloßen Zahl.
Der SONAR Score
Jede Route wird in 30-Meter-Abschnitte geteilt und anhand von sieben gewichteten Faktoren bewertet:
Beleuchtung 20%
Einsehbarkeit 15%
Wegetyp 15%
Safe Spaces 15%
Belebtheit 15%
Wahrnehmung 10%
Kriminalität 10%
Blips
Safe Spaces, Anlaufstellen, persönliche Vertrauensorte und aktuelle Hinweise wie Baustellen entlang des Wegs.
Smartwatch
Navigation: Richtungswechsel als Vibrationsmuster, ohne aufs Display zu schauen.
Beruhigung: Ein atemähnliches Muster, manuell oder automatisch bei erkannter Anspannung.