In der Bachelor-Arbeit im 7. Semester bearbeiten die Studierenden anhand eines frei wählbaren Themas ein Gestaltungsprojekt, in dem sie ihre erlernten Kenntnisse in Recherche, Konzept und Entwurf praktisch anwenden.
Prof. Hartmut Bohnacker, Prof. Carmen Hartmann-Menzel
Gateway
Ein digitales System für Bestellung und Abholung im Steinbruch
Gateway ist ein medienübergreifendes System, das den Bestell- und Abholprozess in einem Steinbruch digital verbindet. Entwickelt wurde das Konzept in Zusammenarbeit mit RPBL am Werk Ochtendung. Im Mittelpunkt steht nicht nur ein einzelnes Interface, sondern der gesamte Ablauf: von der Materialauswahl und Bestellung bis zur Einfahrt, Verwiegung und Beladung im Werk.
Ausgangspunkt
Im heutigen Prozess werden viele Bestellungen telefonisch, per E-Mail oder über manuelle Abstimmungen vorbereitet. Dadurch fehlen später im Werk wichtige Informationen zu Auftrag, Fahrzeug, Material oder Baustelle. Sichtbar wird dieses Problem am Wägehäuschen: Dort muss der Wäger unter Zeitdruck klären, welcher Lkw zu welchem Auftrag gehört und welches Material geladen werden soll.
Gateway setzt deshalb früher an. Relevante Daten werden bereits bei der Bestellung strukturiert erfasst und anschließend im Werk weiterverwendet. So wird die Waage vom Ort der Klärung zum Ort der Bestätigung.
Konzept
Das System besteht aus mehreren verbundenen Bereichen. Im Kunden-Dashboard können Materialien gesucht, gefiltert und bestellt werden. Gleichzeitig werden Baustellen, Aufträge und Fahrzeuge hinterlegt, damit die spätere Abholung eindeutig vorbereitet ist.
Am Einfahrtsterminal werden diese Daten im realen Werkprozess nutzbar. Das Terminal erkennt das Fahrzeug, führt Fahrer durch die nötigen Schritte und zeigt nur die Informationen, die in diesem Moment relevant sind. Wenn ein Auftrag eindeutig ist, wird der Ablauf so weit wie möglich automatisiert. Wenn eine Entscheidung nötig ist, wird sie reduziert und fehlersicher dargestellt.
Besonderheit
Gateway verbindet Service Design, Interface Design und Prozessgestaltung in einem industriellen Nutzungskontext. Die Lösung verbessert nicht nur einen einzelnen Touchpoint, sondern denkt Bestellung, Datenstruktur, Terminalinteraktion und Werksablauf als zusammenhängendes System. Dadurch sollen manuelle Klärungen reduziert, Fehler vermieden und Fahrer, Disposition und Werk gleichermaßen entlastet werden.