Projektthema
Der Kurs befasst sich mit der Gestaltung und Entwicklung einer interaktiven Anwendung,
die im Kontext von Ausstellungen, Museen oder Messen Wissensgebiete verständlich
erfahrbar macht.
Inhalt des Faches Ziel ist das Kennenlernen grundlegender Zusammenhänge im Bereich der Mensch-Computer-Interaktion und der Informationsgestaltung. Die Studenten befassen sich mit grundlegenden Interaktionsformen und medienspezifischen Gestaltungsproblemen, der Beziehung von Text, Bild und Animation sowie der protoypischem Umsetzung oder Simulation solcher Anwendungen.
Viele Bauwerke, die bis heute erhalten sind, erzählen die Geschichte ihrer Zeit. Säulen, Giebel und Bögen wirken heute oft wie reine Dekoration – dabei hatten sie ursprünglich eine ganz konkrete Funktion oder Bedeutung. Touch the Past macht diese Geschichten wieder sichtbar: durch Anfassen.
Der Ausstellungstisch in Aktion: Besucher*innen setzen das Architekturmodell zusammen und berühren einzelne Gestaltungselemente, um passende Informationen auf dem Bildschirm aufzurufen.
Wie die Idee entstand
Am Anfang standen zwei getrennte Ideen: ein Architektur-Puzzle, bei dem Gebäude aus Stockwerken zusammengesetzt werden, und ein Tisch mit Architekturmodellen, deren Gestaltungselemente sich antippen lassen. Nach eingehender Recherche zu verschiedenen Architekturepochen entschieden wir uns, die Stärken beider Konzepte zu verbinden – und konzentrierten uns dabei auf die römische Antike und die Romanik. So entstand ein Exponat, das physisches Zusammenbauen mit digitaler Vertiefung verbindet: haptisch erkunden, digital verstehen.
Berühren statt nur betrachten
Auf einem Tisch stehen zwei 3D-gedruckte Architekturmodelle – eines aus der römischen Antike, eines aus der Romanik. Besucher*innen setzen die Gebäude zunächst selbst aus einzelnen Teilen zusammen. Erst wenn das Modell vollständig steht, zeigt der Bildschirm daneben Informationen zu der gebauten Epoche.
Danach beginnt die eigentliche Entdeckungsreise: Wer eine Säule, einen Giebel oder ein Fenster am Modell berührt, erhält auf dem Screen passende Informationen dazu. So entscheidet jede Person selbst, wie tief sie einsteigen möchte.
Vom Überblick ins Detail
Die Inhalte sind hauptsächlich in drei Stufen aufgebaut: erst ein kurzer Überblick zur Epoche, dann Einordnung des gewählten Gestaltungselements, zuletzt die Detailansicht mit Vergleichsmöglichkeiten – etwa zwischen verschiedenen antiken Säulenordnungen. Wenig Text, dafür viel Bild: Architektur soll erlebt, nicht gelesen werden.
Die Technik dahinter
In die Modelle ist leitfähiges Filament eingearbeitet, das als Touchpoint funktioniert. Ein ESP32-Mikrocontroller erkennt, welches Modell aufgebaut ist und welcher Punkt berührt wird, und steuert darüber die Inhalte auf dem Bildschirm. Die gesamte Elektronik verschwindet unsichtbar unter der Tischplatte – im Fokus stehen allein die Modelle.