Nie lebten mehr Menschen auf der Erde, nie war unser Einfluss auf den Planeten größer, nie waren wir enger vernetzt – unsere Gesellschaft wandelt sich immer rasanter. Hoffnung, Lethargie, Zukunfsängste, was bedeutet eine zunehmende Polarisierung für unsere Gesellschaft? Eine spürbare Verdrossenheit greift um sich, die politischen Ränder gewinnen deutlich an Einflussnahme. Wie wir heute leben veranschaulicht die Vielfalt und die Widersprüche unserer Zivilisation.
Die Arbeit kann eine Vielzahl von Aspekten unseres ausgesprochen komplexen Zusammenlebens – von den großen Errungenschaften der Menschheit bis hin zu unseren kollektiven Fehlschlägen aufzeigen.Die Studenten erschaffen mit den Mitteln der Fotografie ein Portrait unserer Gesellschaft. Besondere Gewichtung liegt auf der inhaltlichen und dramaturgischen Konzeption der jeweiligen Fotogeschichte und des daraus resultierenden Editorial Designs. Das bewußte Wahrnehmen der enormen Veränderungen unserer Umwelt und die Umsetzung mit hilfe spezifisch fotografischer Gestaltungsmittel in eine visuelle Sprache werden geschult und erprobt.
Bruch beschäftigt sich mit Momenten des Übergangs und der Unterbrechung. Die fotografische Arbeit zeigt Orte, an denen vom Menschen geschaffene Strukturen verdichtet, überlagert und fortgeschrieben werden. Trotz dieser Eingriffe entstehen Risse, Verschiebungen und Öffnungen, in denen sich etwas Eigenständiges immer wieder Raum verschafft.
Konzept & Thema
Im Fokus der Arbeit stehen Bruchstellen im urbanen Raum. Mauern, Betonflächen und bauliche Eingriffe bilden den Hintergrund für Prozesse, die sich der vollständigen Kontrolle entziehen. Wachstum erscheint hier nicht als geplant, sondern als widerständig und unvorhersehbar.
Fazit / Reflexion
Bruch versteht sich als stille Beobachtung von Übergängen. Die Arbeit zeigt, dass Ordnung und Kontrolle nie endgültig sind und dass sich selbst in stark regulierten Strukturen Räume für Veränderung öffnen.(image: