Der Kurs vermittelt die Grundlagen der Datenvisualisierung mit einem Fokus auf das Gestaltungsmittel „Farbe“. In einem kurzen Projekt wird die ordnende Beziehung und vermittelnde Qualität von Form und Farbe erprobt.
Die Darstellungsmittel zur Umsetzung beschränken sich auf den Einsatz von abstrakten, geometrischen Formen und der systematischen Anwendung von Farbe. Das formale Repertoire, d.h. die Organisation, die Form- und Farbgebung der geometrischen Zeichen, assoziative Bezüge zum Inhalt. Die zu entwickelnde visuelle Ordnung stellt weitestgehend den Anspruch, die darin enthaltenden Informationsschichten bereits „lesbar“ zu machen.
Das gleiche Thema soll zusätzlich in einer dynamisch / interaktiven Form gestalterisch erfahrbar gemacht werden.
Die zentrale Aufgabe dieses Semesters bestand darin, einen Jahreskalender zu gestalten, der vollständig ohne den Einsatz von Zahlen oder Schrift auskommt. Statt konventioneller Orientierungshilfen sollte die zeitliche Struktur allein durch visuelle Mittel vermittelt werden. Formen, Farben und deren Anordnung übernehmen dabei die Rolle der Informationsträger. Ziel war es, einen Kalender zu entwickeln, der sich nicht erklärt, sondern durch seine Gestaltung intuitiv verständlich wird und den Betrachtenden zur eigenen Interpretation einlädt.
Die besondere Herausforderung lag darin, zeitliche Abläufe sichtbar zu machen, ohne sie direkt zu benennen. Der Kalender muss Orientierung bieten, ohne eindeutig zu sein, und Informationen vermitteln, ohne sie abzubilden. Durch Wiederholung, Variation und rhythmische Strukturen entsteht ein visuelles System, das den Jahresverlauf erfahrbar macht und unabhängig von Sprache funktioniert.
Als zweite inhaltliche Ebene habe ich die Mondphasen in das Gestaltungskonzept integriert. Jeder einzelne Tag wird dabei durch eine abstrahierte Darstellung des jeweiligen Mondzustands repräsentiert. Die kontinuierliche Veränderung der Mondphasen wird nicht illustrativ, sondern über formale Anpassungen und Farbnuancen übersetzt. Die Farbwahl unterstützt diesen Prozess, indem sie die zyklische Bewegung des Mondes visuell verstärkt und dem Kalender zusätzliche Tiefe verleiht.
Durch die Kombination aus abstrakter Form, subtiler Farbvariation und wiederkehrender Struktur entsteht ein Kalender, der Zeit nicht misst, sondern sichtbar macht. Der Fokus liegt dabei weniger auf exakter Lesbarkeit als auf Wahrnehmung, Rhythmus und dem bewussten Erleben natürlicher Zyklen.