Datenvisualisierung: Auseinandersetzung mit Form, Farbe und Ordnungsprinzipien, um Zusammenhänge in größeren Datenmengen sichtbar zu machen. Das Ergebnis ist ein programmierter, interaktiver Prototyp.
Die Daten werden ohne Zuhilfenahme von bildhaften Elementen (Piktogramme, Fotografien, …) interaktiv dargestellt. Alphanumerische Zeichen (Text, Zahlen) sollen so sparsam wie möglich verwendet werden. Umso wichtiger wird es, gezielt Farbe, Form und Position einzusetzen, um
Mengen sichtbar zu machen,
Kategorien zu kodieren,
Gruppen zu bilden,
Zeitabläufe nachverfolgbar zu machen,
…
Die Darstellung von Daten zwingt schon an sich zu einer parametrischen Denkweise. D.h. die grafischen Elemente müssen flexibel gedacht werden, so dass sie unterschiedliche Zahlenwerte und Bedeutungen annehmen können. Das Denken in Varianten ist also essenziell. Zudem erlauben unterschiedliche Gesamtdarstellungen neue Einblicke in die Zusammenhänge innerhalb der Daten. Durch Interaktion können weitere Zusammenhänge vom Nutzer entdeckt werden.
Das Fach “Programmiertes Entwerfen II” beschäftigte sich damit, einfache geometrische Grundformen zu lückenlosen periodischen Mustern zusammenzusetzen, also eine Parkettierung zu entwerfen.
Schrittweise werden diese Muster und Musterzusammensetzungen immer komplexer. Zunächst per Hand, dann mit Grafiksoftware und schließlich als interaktiver Code auf einem digitalen Canvas. Das Ergebnis ist eine Anwendung, mit der einige Parameter einer Parkettierung mit Hilfe von UI-Elementen verändert werden können.
wurden die ersten Kombinationen der Formen gezeichnet. Diese Module wurden in Reihen umgesetzt, und später auch in Spalten zu einer Fläche vergrößert.
Die Suche nach interessanten Kombinationen wurde im digitalen Medium sehr akribisch geführt. Viele Möglichkeiten der Verschiebung, Drehung, Skalierung wurden ausprobiert. Die bis dahin Interessanteste Entdeckung waren Parkettierungen die durch einen gewissen Abstand zwischen den Formenrändern eine Bewegungsillusion hervorriefen.
Die Möglichkeiten des Vibe-Codings waren sehr verlockend, einen Pattern-Generator zu programmieren. Dadurch haben sich noch mehr Möglichkeiten aufgetan, die eine Richtungsentscheidung leider stark verzögert haben.
Der Hinweis im Feedbackgespräch, randlose farbige Patterns zu zeichnen, war sehr wichtig. Schmerzhaft war allerdings auch die Erkenntnis, dass viele Arbeitsstunden vergeben wurden, um ein völlig falschen Ziel zu erreichen.
Viele der interessanten Elemente waren durch die Farbgebung nicht mehr sichtbar, und eine neue Idee musste her.
Der entscheidende Schritt zu einer zündenden Idee war es, die Raute nicht mehr als Einheit zu betrachten, sondern als zusammengesetzte Form aus zwei Dreiecken. Dadurch entstand eine Illusion der Räumlichkeit, die der Parkettierung eine Tiefe und somit ein interessantes Element gab.
Währenddessen war die Programmierungsarbeit im vollen Gang.
Das Programmieren der Funktion, dass nur bestimmter Kanten bestimmter Dreiecke gestaucht und gestreckt werden, erforderte die Unterstützung der Dozenten.
Die erste Parkettierung ist eine Form die aus vier Rauten besteht, die jeweils in der Mitte in zwei Dreiecke geteilt sind.
Durch Veränderungen der Längen bestimmter Dreiecke, kann über einen Slider die gesamte Form ihre vertikale Größe verändern. Das ergibt einen Effekt der “nach oben” oder “nach unten” weisenden Spitzen einer kristallinen Ebene.
Durch einen zusätzlichen Helligkeitsfilter wird dieser Effekt versucht zu verstärken. Außerdem gibt es eine Farbauswahl, die unterschiedliche “Beleuchtungen” suggerieren soll, in dem der Farbton zwischen einem dunklen Blau und einem hellen Türkis variiert wird.
Die zweite Idee war aus dem Antrieb geboren, ein möglichst einfach verständliches Pattern zu entwerfen. Die Darstellung ist reduziert auf mehrere Spalten von Rauten, die dann auch über Längeneinstellungen der einzelnen Dreiecke einen räumlichen Dreheffekt simulieren sollen.
Jede zweite Reihe wird gespiegelt, dadurch bleiben die einzelnen Punkte der Dreiecke in Verbindung, wenn sie auf der X-Achse hin-und her verschoben werden.
Durch Spiegelung jeder zweiten Reihe wird die Bewegung als zusammenhängend empfunden, und erinnert an einen bewegten Vorhang, oder an Tanzbewegungen. Die Bewegungen der zweiten und dritten Punkte der Dreiecke kann man über die zwei Slider, oder über die kombinierte Darstellung in der Matrix beeinflussen. Die weiteren zwei Slider beeinflussen die Helligkeit des Hintergrunds und den Farbton der Dreiecke.