In der Bachelor-Arbeit im 7. Semester bearbeiten die Studierenden anhand eines frei wählbaren Themas ein Gestaltungsprojekt, in dem sie ihre erlernten Kenntnisse in Recherche, Konzept und Entwurf praktisch anwenden.
Wir treffen täglich unzählige Entscheidungen, viele davon unbewusst oder aus Gewohnheit. Dadurch schleichen sich manchmal Entscheidungen ein, die wir mit vollem Bewusstsein anders und ‘besser’ getroffen hätten. Genau hier setzt diese Bachelorarbeit an: Wie kann Design Menschen dabei unterstützen, bessere Entscheidungen zu treffen, ohne ihnen etwas vorzuschreiben?
Auf Grundlage der Nudge Theory untersucht das Projekt, wie sich Entscheidungsumgebungen gezielt gestalten lassen, um Verhalten positiv zu beeinflussen. Nudging wird aktuell meist in digitalen Anwendungen eingesetzt, diese Arbeit überträgt die Prinzipien systematisch auf die Produktgestaltung. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Produkte, sondern vor allem die Nutzer:innen: ihr Verhalten, ihre Routinen und die Gründe hinter ihren Entscheidungen.
Aus theoretischer Recherche und der Analyse bestehender Nudges entsteht ein strukturierter Designprozess sowie ein Toolset, das Gestalter dabei unterstützt, entscheidungsrelevante Faktoren zu erkennen und gezielt in die Gestaltung einzubeziehen. Abschließend wird dieses Toolset in konzeptionellen Demonstratoren angewendet.
Entstanden sind ein modularer Wecker, der durch seine Trennbarkeit das Aufstehen erleichtert, eine Spiegel-App, die durch “wortwörtliche” Selbstreflexion Doomscrolling unterbricht, eine alternde Dose, die mit ihrer wechselnden Farbgebung zum rechtzeitigen Verbrauch von Lebensmitteln beiträgt und ein zweiteiliger Pflanzentopf, der über Kontrastspiel dem Besitzer die Feuchtigkeit der Erde vermittelt.
Diese entstandenen Beispiele zeigen, wie physische Produkte subtil Orientierung geben können ohne zu bevormundend, sondern indem sie sich selbstverständlich und subtil in den Alltag integrieren.