Ziel ist es, komplexe musikalische Zeichenstrukturen zu verstehen und in visuelle Ordnungen als Animation zu übersetzen. Im Fokus stehen das Entwickeln von Bewertungskompetenz und der gezielte Einsatz gestalterischer Methoden.
Verstehen komplexer grammatikalischer Zeichenbeziehungen im Auditiven (Musik) und deren unmittelbare Übersetzung in entsprechend komplexe visuellen Ordnungen (Film). Eine Musiksequenz wird durch die systematische Anwendung gestaltungsmethodischer Strategien in ein äquivalentes, gleichsam vielschichtiges, visuell konsistent interagierendes Zeichenrepertoire (Film) übersetzt.
Entwicklung von Bewertungskompetenz für Mitteilungsqualitäten visueller Prozesse. Intensive Übungsfolgen zu parametrisch entwickeltem visuellem Beschreiben der hierarchisch gegliederter Charaktereigenschaften von Instrumenten und später deren musikalischen Interaktion.
Kennenlernen und Nutzung umfangreicher Settings an relevanten Gestaltungsmethoden.
Oscillate beschreibt die rhythmische Veränderung eines festen Körpers.
Ein visuelles Schwanken zwischen Fläche und Raum, zwischen Zweidimensionalität und Volumen.
Das Projekt „Oscillate“ entstand im Kurs Audiovisuelle Gestaltung, in dem jede Gruppe eine visuelle Umsetzung für einen selbst gewählten Song entwickelte. Als Grundlage nutzten wir den Track „Claws“ von Charli XCX (instrumental), dessen Rhythmus und dichte, synthetische Struktur den gestalterischen Ausgangspunkt bildeten.
Die Idee des Oszillierens übertrugen wir auf die Form des Würfels. Als klare geometrische Struktur verkörpert er Ordnung und Kontrolle, kann aber durch Drehung, Skalierung und Verschiebung ständig zwischen Fläche und Raum wechseln, ohne seine Form zu verlieren.
Statt einer klassischen Projektion auf eine Leinwand entschieden wir uns für eine räumliche Installation. Die Animation wird auf einen realen, dreidimensionalen Würfel übertragen und so als Objekt im Raum erfahrbar gemacht.
Ein wesentliches Gestaltungsmittel ist dabei die anamorphotische Illusion. Der innere Würfel erscheint nur aus bestimmten Blickwinkeln als stimmige Form und verändert sich je nach Perspektive. So entsteht ein Spiel mit Wahrnehmung, das die Spannung des Tracks visuell aufgreift und die Arbeit räumlich erlebbar macht.