In der Bachelor-Arbeit im 7. Semester bearbeiten die Studierenden anhand eines frei wählbaren Themas ein Gestaltungsprojekt, in dem sie ihre erlernten Kenntnisse in Recherche, Konzept und Entwurf praktisch anwenden.
Die Bachelorarbeit „Retrokausales Design“ beschäftigt sich mit der Frage, wie Gestaltung entstehen kann, wenn nicht allein bestehende Probleme oder aktuelle Technologien den Ausgangspunkt bilden, sondern eine bewusst formulierte, erstrebenswerte Zukunft. Im Zentrum steht der Gedanke der Retrokausalität: Zukünftige Zielbilder wirken als gestalterische Ursache zurück auf Entscheidungen in der Gegenwart.
Zu Beginn wurden, basierend auf der Frage „Wie kann die gestaltung digitaler Elemente aussehen, wenn sie von physischen Grenzen aus gedacht wird?“, grundlegende Werte definiert, die als Leitlinien für alle weiteren Entscheidungen dienen.
Im zweiten Schritt wurde untersucht, wie sich Visionen der Vergangenheit retrokausal umgesetzt haben könnten. Erkenntlich war eine Wechselwirkung zwischen Idee, Artefakt und Mensch. Wenn etwas Sinnvoll ist, dann wird es über Generationen hinweg umgesetzt .
Anschließend wurde das Spannungsfeld zwischen Analog und Digital in der Gegenwart genauer untersucht. Der Schluss war, dass durch die Kombinierung der Vorteile beider Realitäten hybride Lösungen geschaffen werden müssen, welche Effizienz und Erfahrungsqualität vereinen.
Auf Basis der definierten Werte wurde eine alternative Realität im Jahr 2050 entwickelt. Mit Methoden aus dem Speculative Design entstand eine welt, in der Technologie den Mneschen unterstützt statt kontrolliert. Aus dieser Zukunft wurden sogenannte Meta-Anforderungen formuliert.
Zurück in der Gegenwart wurden verschiedene Produktbereiche und Branchen, hinsichtlich ihres hybridisierungspotential systematisch analysiert. Die Auswahl fiehl auf Werkzeuge, durch ihre Eigenschaft physische als auch digitale Materialien zu bearbeiten und die Baubranche durch ihren stark körperlichen Bezug, als auch der Vorteilsgewinnung durch die Digitialisierung.
Im letzten Schritt wurden alle gesetzten Ziele und gesammelten Erkenntnisse auf das Gestaltungsfeld übertragen. Daraus entstand ein Ökoksystemen der Werkzeuge und Geräte, welches das Informationen dort übertragt wo sie entstehen, physische Prozesse digital untermauert, somit die Arbeitenden als zentralen Akteur unterstützt und es ihnen ermöglicht im gleichen Maß Atome und Bits zu bearbeiten.