Inhalt des Kurses
Analytisches Gestaltungsprojekt
In diesem Kurs kombinieren die Studierenden nutzerzentrierte Designmethoden mit Techniken der Zukunftsforschung, um verschiedene Zukünfte jenseits des vorherrschenden Verständnisses von Cybersicherheit zu erforschen.
In diesem Kurs setzen sich die Studierenden intensiv mit den Methoden des ‘Design Futuring’ auseinander. Dabei lernen sie, ihre Designansätze von einer auf die nutzende Person fokussierten Methode zu einem zukunftsorientierten Ansatz (Zukunftsforschung) zu erweitern. Hierbei erforschen die Studierenden, welche zukünftigen Möglichkeiten sich ergeben könnten und welche davon wünschenswert sind.
Unter dem übergreifenden Thema “Cybersicherheit 2040 – Szenarien digitaler Souveränität: für eine sichere, offene und vielfältige Gesellschaft” gestalten die Studierenden ein Projekt, das Zukünfte der digitalen Souveränität und einer vigilanten, offenen Gesellschaft in Deutschland entweder innovativ vorantreibt, spekulativ beleuchtet oder kritisch hinterfragt. Dies kann beispielsweise durch die Analyse und Verbesserung bestehender Objekte, Produkte, Werkzeuge oder Dienstleistungen erfolgen. Alternativ können die Studierenden zukünftige Szenarien für verbesserte, alternative Formen der Cybersicherheit aufzeigen oder Diskussionen über die Auswirkungen auf den Menschen – sei es technologisch, ökonomisch oder sozial – anregen. Hierbei sind sowohl positive als auch negative Aspekte der Cybersicherheit von Interesse.
Die Projekte werden ausschließlich in Teams von 3-4 Studierenden bearbeitet. Zu Beginn des Semesters tauchen die Studierenden gemeinsam mit Mitarbeitenden der Cyberagentur – Agentur für Innovation in der Cybersicherheit (des Bundes) – in das Themengebiet ein, um bestehende Vorstellungen von der Zukunft zu erkunden und mögliche Szenarien zu entwickeln.
Strategische Gestaltung
Semesterjahr BetreuungProf. Benedikt Groß, Prof. Leif Huff
Craft Intelligence
Das Bauhandwerk steht unter zunehmendem Druck durch Klimakrise, Ressourcenknappheit und verschärfte regulatorische Anforderungen. Baustellen verursachen hohe Energieverbräuche, großen Materialverschnitt und einen erheblichen CO₂-Ausstoß. Gleichzeitig entstehen bei der täglichen Nutzung von Powertools umfangreiche Daten zu Laufzeiten, Energieeinsatz, Materialbelastung und Verschleiß. Diese Daten werden bisher vor allem für Service, Wartung oder Produktivität genutzt, ihr Potenzial für ökologische Steuerung bleibt jedoch weitgehend ungenutzt. In diesem Spannungsfeld positioniert sich Craft Intelligence an der Schnittstelle von Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Bauwirtschaft.
Für Handwerksbetriebe wächst der Bedarf an Klarheit und Vergleichbarkeit. Es stellt sich die Frage, wo im Arbeitsprozess Energie und Material verloren gehen und welche Abläufe ineffizient oder fehleranfällig sind. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Nachhaltigkeitsnachweise und CO₂-Reduktion, sowohl durch gesetzliche Vorgaben als auch durch Marktanforderungen. Diese Nachweise müssen belastbar, nachvollziehbar und möglichst ohne zusätzlichen bürokratischen Aufwand erbracht werden. Es fehlt bislang ein System, das vorhandene Werkzeugdaten automatisch erfasst, verständlich aufbereitet und in konkrete Entscheidungsgrundlagen übersetzt.
Craft Intelligence versteht sich nicht als einzelnes Produkt, sondern als datenbasiertes System. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Nutzungsdaten aus Powertools so gesammelt, ausgewertet und gestaltet werden können, dass ökologische Auswirkungen im Bauhandwerk sichtbar und steuerbar werden. Der Fokus liegt dabei nicht auf dem einzelnen Werkzeug, sondern auf dem gesamten Arbeitsprozess. Gestaltung wird hier als Mittel verstanden, um komplexe Daten in handlungsrelevante Informationen zu übersetzen und nachhaltige Entscheidungen im Alltag zu unterstützen.
Der Eco Modus ist unser smarter Assistent im Werkzeug. Bei einem Akkubohrschrauber passt er bspielsweise Drehmoment und Drehzahl automatisch ans Material und die Aufgabe an, so wird möglichst viel Strom gespart und das Gerät geschont. Beispiel: Bei Eiche reduziert der Oberflächenschleifer die Drehzahl um 20%. Der Schalter befindet sich seitlich am Gerät so kann der Eco Modus jederzeit ein- und ausgeschaltet werden, sodass der Handwerker jeder Zeit wählen kann ob er die Assistenz möchte oder nicht. Arbeitet der Handwerker im manuellen Modus, So wechseln die Lichtbänder bei Überlastung oder falscher Einstellung ihre Farbe und signalisieren ihm unmittelbar, dass beispielsweise das Drehmoment oder die Drehzahl falsch eingestellt ist und das Gerät sonst Schaden nehmen könnte.


Die im Arbeitsprozess entstehenden Daten werden in verschiedenen Dashboards gebündelt und kontextualisiert.
Auf Mitarbeiterebene machen sie individuelle Nutzungsprofile, Energieeinsparungen und Materialeffizienz sichtbar und dienen der eigenen Optimierung.

Auf Betriebsebene ermöglichen aggregierte Dashboards einen Überblick über Auslastung, Energieverbrauch, Verschleiß, Materialeinsatz und CO₂-Wirkung der gesamten Werkzeugflotte.

Ergänzend zeigen Circular-Economy-Dashboards, wie Lebenszyklen verlängert, Werkzeuge weitergenutzt oder recycelt werden können.

Jeder Betrieb und jeder Mitarbeiter entscheidet selbst, welche Daten geteilt oder ausschließlich lokal genutzt werden.
Werden Daten freiwillig geteilt, entsteht ein gemeinsamer Mehrwert:
Die Software wird für den Betrieb vergünstigt oder zu Beginn sogar kostenlos nutzbar,
während alle von besseren Algorithmen, optimierten Empfehlungen und einer nachhaltigeren Werkzeugnutzung profitieren.

Für Hersteller wie Festool liefern anonymisierte Auswertungen wertvolle Hinweise für Produktoptimierung, Presets und nachhaltige Weiterentwicklung.


Felix Kalkuhl, Victoria Rohrmuss
BetreuungProf. Benedikt Groß, Prof. Leif Huff
TagsAnalyse Assistenzsystem Bedienhilfe Data Datenerfassung Mensch-Maschine Monitoring Plattform Umwelt