In diesem Kurs kombinieren die Studierenden nutzerzentrierte Designmethoden mit Techniken der Zukunftsforschung, um verschiedene Zukünfte jenseits des vorherrschenden Verständnisses von Cybersicherheit zu erforschen.
In diesem Kurs setzen sich die Studierenden intensiv mit den Methoden des ‘Design Futuring’ auseinander. Dabei lernen sie, ihre Designansätze von einer auf die nutzende Person fokussierten Methode zu einem zukunftsorientierten Ansatz (Zukunftsforschung) zu erweitern. Hierbei erforschen die Studierenden, welche zukünftigen Möglichkeiten sich ergeben könnten und welche davon wünschenswert sind.
Unter dem übergreifenden Thema “Cybersicherheit 2040 – Szenarien digitaler Souveränität: für eine sichere, offene und vielfältige Gesellschaft” gestalten die Studierenden ein Projekt, das Zukünfte der digitalen Souveränität und einer vigilanten, offenen Gesellschaft in Deutschland entweder innovativ vorantreibt, spekulativ beleuchtet oder kritisch hinterfragt. Dies kann beispielsweise durch die Analyse und Verbesserung bestehender Objekte, Produkte, Werkzeuge oder Dienstleistungen erfolgen. Alternativ können die Studierenden zukünftige Szenarien für verbesserte, alternative Formen der Cybersicherheit aufzeigen oder Diskussionen über die Auswirkungen auf den Menschen – sei es technologisch, ökonomisch oder sozial – anregen. Hierbei sind sowohl positive als auch negative Aspekte der Cybersicherheit von Interesse.
Die Projekte werden ausschließlich in Teams von 3-4 Studierenden bearbeitet. Zu Beginn des Semesters tauchen die Studierenden gemeinsam mit Mitarbeitenden der Cyberagentur – Agentur für Innovation in der Cybersicherheit (des Bundes) – in das Themengebiet ein, um bestehende Vorstellungen von der Zukunft zu erkunden und mögliche Szenarien zu entwickeln.
2026 gehört der Bausektor mit rund 40 Prozent der globalen Emissionen zu den größten CO₂-Verursachern weltweit.
Ein erheblicher Teil dieser Emissionen entstand nicht durch das Bauen selbst, sondern durch ineffiziente Abläufe, fehlende Übersicht im Bauprozess und spät erkannte Fehler. Baustellen wurden überwiegend manuell geprüft, Informationen lagen verteilt vor, und Abweichungen wurden häufig erst sichtbar, nachdem sie bereits umgesetzt waren. Mit steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit, Qualität und Transparenz stoßen diese Arbeitsweisen zunehmend an ihre Grenzen. Baustellen müssen nicht nur gebaut, sondern auch transparenter, effizienter und nachhaltiger organisiert werden.
Vor diesem Hintergrund entstand das Projekt OVIS.
In Zusammenarbeit mit Festool und im Rahmen des Leitthemas „Powertools 2035 – Zukünfte des Bauhandwerks in einer nachhaltigen Welt“ nutzt das Projekt Design-Futuring, um mögliche und wünschenswerte Zukünfte des Handwerks zu entwerfen. Ziel war es, ein Szenario für das Jahr 2035 zu entwickeln, das zeigt, wie sich das Bauhandwerk unter steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit, Qualität und Verantwortung verändern kann und welche Rolle Festool dabei als zukünftiger Akteur einnehmen könnte.
Was ist OVIS?
OVIS ist ein intelligentes Unterstützungssystem für Baustellen, das Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit kontinuierlich sichtbar macht. Statt punktueller, manueller Kontrollen schafft OVIS ein fortlaufendes Lagebild des Baugeschehens. Der aktuelle Baustellenzustand wird regelmäßig erfasst, mit der Planung abgeglichen und so aufbereitet, dass Abweichungen und Risiken früh erkannt werden. Dadurch lassen sich Nacharbeit, zusätzlicher Materialeinsatz und vermeidbare CO₂-Emissionen reduzieren, während Dokumentation und Entscheidungsprozesse deutlich entlastet werden.
Drohne
Ein zentraler Bestandteil des OVIS-Systems ist die autonome Drohne Falco. Sie erfasst den Zustand der Baustelle in regelmäßigen Intervallen und schafft so eine kontinuierliche, objektive Datengrundlage für Projektsteuerung und Dokumentation. Alle Aufnahmen erfolgen datenschutzkonform und werden ausschließlich für die projektspezifische Nutzung verwendet.
Das Sensormodul kombiniert Kamera, LiDAR und Wärmebildtechnik. Dadurch lassen sich Maße, Veränderungen und relevante Zustände auf der Baustelle zuverlässig erfassen.
Systainer
Für den Einsatz auf der Baustelle ist Falco in einen speziell entwickelten Systainer integriert. Er schützt die Drohne, dient als Start- und Landefläche und ermöglicht das Laden direkt vor Ort.
Der Systainer fügt sich in bestehende Arbeitsabläufe ein und verankert OVIS physisch im Festool-Ökosystem.
Dashboard
Alle von den Drohnen erfassten Daten werden in einem zentralen Dashboard gebündelt und strukturiert dargestellt. So entsteht ein aktuelles Lagebild der Baustelle, das Fortschritt, Abweichungen und sicherheitsrelevante Veränderungen sichtbar macht. Der Ist-Zustand wird mit der Planung abgeglichen und im BIM-Modell verortet. Die Bauleitung behält so den Überblick über alle relevanten Informationen an einem.
Im Bereich Meldungen werden alle Abweichungen gesammelt und übersichtlich dargestellt. Sie lassen sich priorisieren, bearbeiten und im Verlauf nachverfolgen. Jede Meldung bündelt die relevanten Informationen wie Aufnahmen, Ort und Zuständigkeit. So bleibt der Umgang mit Abweichungen für alle Beteiligten klar und nachvollziehbar.
OVIS steht für einen Perspektivwechsel im Bauprozess. Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit werden nicht nachträglich kontrolliert, sondern durch frühzeitige Sichtbarkeit im Baustellenalltag abgesichert. Autonome Systeme und vernetzte Prozesse reduzieren Nacharbeit, sparen Ressourcen und senken CO₂ dort, wo es entsteht.
Für Festool zeigt OVIS, wie sich das Angebot über klassische Powertools hinaus weiterentwickeln kann – hin zu digitalen Services und vernetzten Prozessen, die das Bauhandwerk im Jahr 2035 sinnvoll unterstützen.