Entwicklung eines Wegeleit-/ Informationssystems mit dem Ziel, vielschichtige Anweisungen und Informationen zu vereinfachen, sie leicht verständlich zu machen und in einen räumlichen Kontext zu projizieren.
Links, rechts, geradeaus, um die Ecke oder vielleicht rauf oder runter?
Beschilderungssysteme in einer 2- oder 3-dimensionalen Umgebung.
Wir werden ein Wegleit-/Informationssystem mit dem Ziel entwickeln, vielschichtige Anweisungen und Informationen zu vereinfachen, sie leicht verständlich zu machen und in einen räumlichen Kontext zu projizieren.
Das Thema ist die Gestaltung eines neuen Leit- und Informationssystems für den Bahnhofsvorplatz in Schwäbisch Gmünd. Dieses Projekt entstand in Kooperation mit der Stadt Schwäbisch Gmünd.
Prof. Juergen Hoffmann, Lena Heim, Prof. Marc Guntow
Das ZOB in Schwäbisch Gmünd
Status Quo
Der ZOB Schwäbisch Gmünd wird derzeit durch drei verschiedene Busunternehmen mit Informationen versorgt. Es gibt keine aktuelle und übersichtliche Informations- und Beschilderungsstruktur. Allgemeine Informationen zu den Linien und Strecken gibt es größtenteils nur auf der Webseite und sind nicht schnell abrufbar. Am Busbahnhof befinden sich zwei nicht mehr aktuelle Transit Maps. Die einzelnen Informationen sind optisch nicht miteinander verknüpft und ermöglichen keine schnelle Navigation. Viele Schilder sind stark beschädigt oder veraltet.
Echtzeitinformationen zu den Bussen sind nicht verfügbar ohne Verwendung der App. Der Busbahnhof in seinem aktuellen Zustand entspricht nicht den Forderungen der Barrierefreiheit und ist für Menschen mit Einschränkungen schwer bis gar nicht nutzbar.
Problemstellung
Der ZOB Schwäbisch Gmünd hat einheitliches Erscheinungsbild, das zusammenfassend dreier Unternehmen, die Informationen einheitlich bündelt und auf ein System schließen lässt. Dass führt zu einer veraltete und unübersichtliche Informations- und Beschilderungsstruktur. Es fehlt ein Informationspunkt für Menschen die wenig Busfahren oder sich nicht in Schwäbisch Gmünd auskennen, dazu müssen die benötigten Informa-tionen an der richtigen Stelle ausgegeben werden und optisch und Inhaltlich mit einender Verknüpft werden, sodass schnelle Orientierung und problemlose Umstiege ermöglicht werden.
Informationen lassen sich nur schwer aktualisieren, da das bestehende System unflexibel ist. Anpassungen erfordern häufig einen umfassenden Austausch von Informationsträgern oder Personal das manuell Informationen großflächig austauscht.
Der Busbahnhof in seinem aktuellen Zustand verfügt über keine Barrierefreiheit und stellt für Betroffene eine Gefahr bei der Nutzung dar.
Beschilderung
Bei dem Aufbau der Beschilderung haben wir uns an der häufigsten Laufrichtungen orientiert.Dadurch haben wir zwei verschiedene Richtungen aus der die meisten Menschen den ZOB betreten. Aus diesen Richtungen ist der Hauptaufbau von
Übersichtsinformation → Steigschilder →Haltestelle
Farbe
Wir haben die insgesamt 24 Buslinien neu strukturiert und in einem klaren System neu durchnummeriert. Zusätzlich haben wir jeder Linie eine eigene Farbe zugeordnet und nach Himmelsrichtungen gegliedert, um die Orientierung vor Ort deutlich zu vereinfachen. Bei der Farbwahl haben wir konsequent auf Barrierefreiheit geachtet: Die Farben sind so ausgewählt und kombiniert, dass sie für einen sehr großen Teil der Menschen (ca. 95 %) gut wahrnehmbar sind und sich auch bei unterschiedlichen Sehbeeinträchtigungen zuverlässig voneinander unterscheiden lassen.
Schrift
Für unser Projekt haben wir uns für die Atkinson Hyperlegible entschieden. Eine Schrift die als besonders barrierefrei gilt. Bei ihrer Erstellung wurde besonders darauf geachtet, das die einzel-nen Buchstaben möglichst verschieden sind und auch für Personen mit Dislexia gut lesbar sind.
Außerdem ist die Atkinson Hyperlegible eine Google Font, die später ohne Probleme Commercial und in Digitalen Anwendungen wie zum Beispiel in einer App oder auf der Webseite verwendet werden kann.
Um für die Außenbeschriftung (LED-Elemente) der Busse eine Schrift zu verwenden die, die gleichen Attribute aufweist, haben wir uns dazu entschieden die Atkinson in einer Dot Matrix Schrift nach zu empfinden.
Icons
Bei der Icon-Wahl haben wir uns für bewusst einfache, reduzierte und eindeutig mit Bus und Bahn assoziierbare Symbole entschieden. Sie dienen als schnelle visuelle Orientierungshilfe und unterstützen die Übersicht, ohne dabei von den zentralen Informationen abzulenken. Gleichzeitig stärken sie die Informationsebene, indem sie wichtige Hinweise klar kennzeichnen, beispiels-weise Schienenersatzverkehr oder relevante Serviceinformationen. Zusätzlich sind die Icons bewusst flächenbetont und klar konturiert gestaltet, damit sie auch bei eingeschränktem Sehvermögen gut erkennbar
sind.
Material
Wir haben uns für Leitstreifen und Noppenfelder entschieden, weil sie eine klare Orientierung ermöglichen: Leitstreifen führen entlang der Route, Noppenfelder markieren Kreuzungen und Entscheidungspunkte. Entscheidend ist dabei ein durchgängiges, hindernisfreies System. Als Material wählen wir mattes anthrazitfarbenes Metall, weil es robust, pflegeleicht und für den Außenraum geeignet ist und zugleich einen klaren Kontrast zu Screens und Informationselementen schafft.
Umsetzung Bus
Im Bus selbst ist ein Display mit einer digitalen Anzeige vorgesehen, das die nächste Haltestelle sowie Uhrzeit und Ankunftszeit darstellt und zusätzlich ausweist, in welche Richtung die Linie fährt. Wenn vorhanden, werden außerdem die jeweiligen Umstiegsmöglichkeiten an jeder Haltestelle angezeigt.
Zwei Sinne Prinzip
Wir haben den ganzen Bahnhof auf ein zwei Sinne Prinzip umzugestalten, sodass jede Information über mindesten zwei Sinne wahrgenommen werden kann.
Der Übersichtsplan kann an der geneigten Tafel durch hören, sehen und tasten wahrgenommen werden. Der Assistent beschreibt den aktuellen Standort und relevante Echtzeitinformationen wie Abfahrten, Verspätungen oder Änderungen ausgibt. So werden alle wichtigen Informationen auch akustisch zugänglich gemacht.
Ausblick
Am ZOB möchten wir ergänzend Ortsschilder anbringen, die wichtige Ziele im Umfeld schnell auffindbar machen. Dazu gehören Hinweise zum Bistro, zu den WCs sowie Wegweiser in Richtung Stadt und weiteren zentralen Anlaufstellen.