Das Dachthema »Radikal, hoffnungslos – hoffnungsvoll«? soll in der Arbeit als eine Metapher und als ein Sinnbild für das Leben und eine Gesellschaft betrachtet und verstanden werden.
Nie lebten mehr Menschen auf der Erde, nie war unser Einfluss auf den Planeten größer, nie waren wir enger vernetzt – unsere Gesellschaft wandelt sich immer rasanter. Hoffnung, Lethargie, Zukunfsängste, was bedeutet eine zunehmende Polarisierung für unsere Gesellschaft? Eine spürbare Verdrossenheit greift umsich – die politischen Ränder gewinnen deutlich an Einflussnahme. Wie wir heute leben veranschaulicht die Vielfalt und die Widersprüche unserer Zivilisation.
Die Arbeit kann sowohl pro und kontra Perspektiven aufzeigen und dokumentarisch, kritisch, ironisch, überhöht oder romantisiert das Thema kommunizieren.
Lehrinhalt
Welche Möglichkeiten eröffnen sich mittels der Fotografie, einer Bildsprache, Text, Typografie und Grafik das Thema darzustellen?
In einer Zeit, in der die Grenzen zwischen Information, Manipulation und Meinung zunehmend verschwimmen, ist die Fähigkeit zur Einordnung wichtiger denn je. Das Projekt „Desinformation und Demokratie“ widmet sich diesem Spannungsfeld und übersetzt komplexe sozialwissenschaftliche Daten in eine haptische Erfahrung.
Das Werk bricht mit klassischen Publikationsformaten. Mit einem imposanten Format von 590 x 290 mm ist es als Auslage-Exemplar für Fachtagungen und Messen konzipiert. Es fungiert nicht nur als Buch, sondern als physische Verkörperung einer „Informationslandschaft“, die es dem Betrachter ermöglicht, tief in die Materie einzutauchen.
Ein zentrales Gestaltungselement ist die Verwendung von Transparentpapier. Alle Bilder sind auf diesem Material gedruckt und legen sich wie ein Schleier über die Texte der Bundeszentrale für politische Bildung sowie die Infografiken.
Durch diese Überlagerung entsteht eine ständige Interaktion zwischen Bild und Text. Der Effekt verdeutlicht visuell, dass die Wirkung von Information – oder Desinformation – untrennbar von ihrem Kontext und ihrer medialen Rahmung ist.
Die Bildsprache nutzt bewusst beschädigte und verzerrte Bilder. Sie dienen als Symbol für die durch die digitale Welt und gezielte Desinformation zersetzten Lebensrealitäten.
Die Bindung durch Buchbindeschrauben, kaschiert mit einem 1,5 mm starken Alublech, verleiht dem Thema das nötige „Gewicht“ und sorgt für ein stabiles Liegeverhalten beim Blättern.
Das Projekt ist in vier Akte unterteilt, die den Rezipienten von der makro-politischen Ebene bis hin zur individuellen Urteilskraft führen
Der gesetzliche Rahmen & Wahrnehmung Die EU wird als legislative Kraft thematisiert, während die Polizei im Internet oft als „zahnlose Exekutive“ erscheint. Hier wird analysiert, wo Bürger Fake News heute tatsächlich wahrnehmen.
Stabilität und Misstrauen Basierend auf der Mainzer Langzeitstudie Medienvertrauen wird untersucht, warum das Vertrauen in Institutionen wie Politik, Wissenschaft und Medien schwankt oder erodiert.
Psychologie & US-Einfluss Dieser Abschnitt beleuchtet die USA als Heimat der großen Plattformen und analysiert die psychologischen Faktoren – warum Menschen glauben, was sie glauben, und welche Rolle emotionale Reaktionen wie Wut und Angst spielen.
Lösungsansätze Den Abschluss bilden konkrete Strategien wie das laterale Lesen, um die Resilienz der Gesellschaft gegenüber Desinformation zu stärken.