Wie macht man ein Design-Projekt in einem interdisziplinärem Team? Wie erlangt man schnell zu Erkenntnissen und Entwürfen im Lösungsraum? Ein Projekt zwischen Design-Sprint, Minimum Viable Product und User Research.
Lean Frameworks und Designmethoden.
Lernziel »Wir irren uns empor« (Harald Lesch). Analytische Herangehensweise und Erkenntnisgewinn aus (gescheiterten) Projekten. Mit einigen Leitplanken ist das Fehler-Machen erwünscht und dient dem Lernprozess! Nicht das Ergebnis steht im Vordergrund, sondern der Prozess.
Prof. Jens Döring, Prof. Hans Krämer, Prof. Dr. Markus Weinberger
KRAXXL - Eine App fürs Bouldern.
Projektüberblick
Unser Semesterprojekt begann als Design-Sprint zum Thema „KI + Journalismus” und mündete nach einer Retrospektive und einer bewussten Themen-Entscheidung in „Kaxxl”, eine App für Boulderer, die KI-gestützte Bewegungsanalyse nutzt, um Boulderern Feedback zu ihrer Technik zu geben.
Mithilfe von Researchmethoden wie Shadowing, Interviews und Usability-Tests konnten wir viele Informationen über Boulderer:innen und ihre Abläufe und Wünsche sammeln. Mit Kraxel haben wir eine App entwickelt, die diese Erkenntnisse berücksichtigt und den Sportler:innen einen Mehrwert bietet, ohne viel ins Bouldergeschehen einzugreifen.
Kraxxl
Das Treffen in der Boulderhalle
Zu Beginn wählen die Nutzenden aus, ob sie eine Session alleine oder mit einer Gruppe durchführen möchten. In unserem Fall ist die Nutzerin mit einer Gruppe in der Halle, daher nutzt sie die Gruppenfunktion.
Nun gibt es zwei Optionen. Die Nutzerin kann entweder eine neue Lobby erstellen und dabei auswählen, ob diese privat (also mit Passwort geschützt) oder öffentlich ist.
Ihre Gruppenmitglieder haben Bluetooth an und erhalten eine Benachrichtigung, die über die neue Lobby informiert und die Option bietet, dieser beizutreten.
Suche einer Route
Nachdem sich die Gruppe in der Lobby getroffen hat, gehen sie durch die Boulderhalle und suchen eine Route, die sie gemeinsam angehen möchten.
Wenn sie eine Route gefunden haben, spannt der Host sein Handy in ein Stativ, bringt die Wand in den Fokus und startet den Scan. Nach dem die Wand gescannt wurde, sieht man die einzelnen Holds und wählt die gewünschte Route aus. Zur besseren Orientierung gibt man dieser einen Namen und den Grade der Route an.
Wer ist wer?
Zu Beginn jeder Session werden die angegebenen Teilnehmer gescannt, damit sie beim Klettern automatisch erkannt werden und nicht manuell ausgewählt werden müssen. Damit stellen wir sicher, dass die Gruppe noch weniger mit dem Screen interagieren muss und das Handy in den Hintergrund rückt.
Um die Personen zu scannen, werden sie einzeln vor die Kamera gebeten. Ein genauerer Scan befindet sich auch im Profil, wo Größe, Ape-Index und Spannweite gemessen werden. Beim Scan in der Session geht es lediglich um einen schnellen Überblick über temporäre Unterschiede der Teilnehmenden wie die Lamottenfarbe.
Unauffällig im Hintergrund
Während des Boulderns wird die kletternde Person dank des Scans automatisch erkannt und aufgenommen. Der Screen dunkelt sich ab, beim Antippen wird er wieder heller und es werden Informationen zu der Versuchsanzahl und der Zeit angezeigt.
Wer hat sich heute am besten geschlagen?
Nach der Boulder-Session wird der Gruppe ein Debriefing angezeigt. In diesem Debrief wird die gesamte Session noch einmal zusammengefasst und die Mitglieder der Gruppe miteinander verglichen. Dabei werden aber auch die Voraussetzungen der Teilnehmenden berücksichtigt.
Analyse der gesammelten Sessions
Nach der Session können die Boulderer ihren Kletterstil noch einmal selbst analysieren. Dafür gibt es das Eigendibrief. Hier sehen sie alle vergangenen Sessions und die jeweiligen Routen. Dort sehen sie dann die Videos von sich und können sich diese auf Fludity, Stability, Foot Precision und Arm and Shoulder Work analysieren lassen.
Selbstreflexion
In dem Profil geht es nur um den User. Er bekommt angezeigt, welchen Bolderstil er hat, wie oft er boldern war und was sein Ist-Stand ist. Es werden seine Trends und seine höchsten Achievements angezeigt. Zusätzlich kann der User sich selbst noch einmal genau einscannen, damit das System ihn bei den Jamsessions leichter erkennen kann. Dazu gehören auch Körpergröße, Gewicht, Spannweite und der daraus resultierende Apeindex.