Wie macht man ein Design-Projekt in einem interdisziplinärem Team? Wie erlangt man schnell zu Erkenntnissen und Entwürfen im Lösungsraum? Ein Projekt zwischen Design-Sprint, Minimum Viable Product und User Research.
Lean Frameworks und Designmethoden.
Lernziel »Wir irren uns empor« (Harald Lesch). Analytische Herangehensweise und Erkenntnisgewinn aus (gescheiterten) Projekten. Mit einigen Leitplanken ist das Fehler-Machen erwünscht und dient dem Lernprozess! Nicht das Ergebnis steht im Vordergrund, sondern der Prozess.
Nuri ist ein intelligenter Ernährungsbegleiter für Menschen mit Morbus Crohn. Durch das einfache Erfassen von Mahlzeiten, Symptomen und Stress hilft die App dabei, individuelle Zusammenhänge zu erkennen und Lebensmittel besser einzuordnen. Ziel ist es, Betroffenen mehr Sicherheit im Alltag zu geben und sie dabei zu unterstützen, ihren Körper Schritt für Schritt besser zu verstehen.
Unser Weg zur Lösung
Unser Projekt begann mit einem Design Sprint, in dem wir unser ursprüngliches Thema – Vitaminmangel – hinterfragten und schließlich den Fokus auf Morbus Crohn legten. Anschließend vertieften wir unsere Recherche durch Interviews, Desk Research und technische Analysen, um die Bedürfnisse der Betroffenen sowie die Machbarkeit unserer Idee besser zu verstehen. Auf dieser Grundlage entwickelten wir Personas, User Journeys, Lösungskonzepte und erste Prototypen, die wir iterativ durch Tests und Feedback kontinuierlich weiterentwickelten – bis hin zu unserem finalen Konzept.
Ein Interface, das mitgeht
Nuri passt sich dem aktuellen Gesundheitszustand an. Die App unterscheidet zwischen Stabiler-, Beobachtungs- und Akutphase. In der Stabilen Phase steht Freiheit und Prävention im Vordergrund. Zeigen sich erste Auffälligkeiten, wechselt Nuri in die Beobachtungsphase und unterstützt dabei, mögliche Auslöser gezielter zu erkennen. In der Akutphase bietet die App mehr Orientierung, beispielsweise durch angepasste Inhalte und einen individuellen Ernährungsplan.
Einfach erfassen, individuell einordnen
Nuri macht das Erfassen von Mahlzeiten so einfach wie möglich. Per Foto- oder Barcode-Scan werden Zutaten automatisch erkannt und gespeichert. Fünf Stunden nach dem Essen erinnert die App daran, die Verträglichkeit mit einer kurzen Bewertung einzuordnen. So entstehen mit minimalem Aufwand persönliche Erkenntnisse darüber, welche Lebensmittel gut vertragen werden und welche Beschwerden auslösen können.
Motivation, die Mehrwert schafft
Mit jeder erfassten Mahlzeit wächst nicht nur der Fortschritt, sondern auch das Wissen über den eigenen Körper. Meilensteine belohnen regelmäßiges Tracking mit persönlichen Erkenntnissen, die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Symptomen und Stress sichtbar machen. So lohnt sich Dranbleiben – nicht für Punkte, sondern für mehr Sicherheit und Wohlbefinden.
Reflexion sorgt für Orientierung
Mit der täglichen Reflexion verbindet Nuri Mahlzeiten, Symptome und Stress zu einem Gesamtbild. Dadurch werden persönliche Muster sichtbar und Nutzer:innen erhalten wertvolle Erkenntnisse, um ihre Ernährung besser an ihre individuellen Bedürfnisse anzupassen.