Im Rahmen des Projekts konzipieren Studierende aus IG und KG in interdisziplinären Projektgruppen mediale, didaktische Installationen zu gegeben Sachinhalten aus einem breiten Themenspektrum.
Im 4. Semester Exhibition Design kooperierten die Studierenden mit dem Lindt Home of Chocolate in Kilchberg bei Zürich. Für die weltweit größte Schokoladen-Erlebniswelt entwickelten sie szenografische Konzepte und Digitale Exponate, die Markenwelt, Genuss und Wissensvermittlung verbinden – und dabei Nachhaltigkeit und faire Anbaukultur kritisch hinterfragen. Der Bogen reichte von der ersten Idee über Prototypen bis zur präsentationsreifen Ausstellungsgestaltung.
Was kostet Schokolade?
Schokolade wird immer teurer, meist begründet mit dem gestiegenen Kakaopreis. Aber wie setzt sich der Preis einer 100g-Tafel Vollmilchschokolade tatsächlich zusammen?
Statt Zahlen nur zu präsentieren, wird der Besucher selbst zum Preisgestalter. Mit den Reglern stellt man den Preis aus den fünf Kategorien Rohstoffe, Logistik, Produktion, Marke und Handel ein. Das Entscheidende passiert beim Verschieben: Jede Veränderung wird sofort in Kontext gesetzt. Erhöht man die Rohstoffkosten, ermöglicht das den Kakaobauern einen nachhaltigen Anbau; senkt man die Handelsmarge, wird die Schokolade aus den Regalen gängiger Supermärkte genommen. So wird aus einer abstrakten Preiskalkulation eine Kette nachvollziehbarer Entscheidungen mit realen Konsequenzen. Schafft es die Schokolade, sich am Markt durchzusetzen?
Am Ende druckt die Station einen Kassenzettel der selbst kreierten Schokolade aus, den man an die Projektion hängt. Dort ordnet sich die eigene Tafel unter allen bisher erstellten ein und lässt sich direkt mit bekannten Marken vergleichen. Der einzelne Besucher sieht so nicht nur seine eigene Entscheidung, sondern auch, wo er im Verhältnis zu anderen und zum realen Markt steht.
Die Station verbindet somit drei Medienebenen: Touchscreen, Projektion und physischen Kassenzettel. Schlussendlich wird klar: Mit höheren Nachhaltigkeitsansprüchen steigt auch der Preis. Doch nicht jede teure Schokolade ist automatisch nachhaltig.