Im Rahmen des Projekts konzipieren Studierende aus IG und KG in interdisziplinären Projektgruppen mediale, didaktische Installationen zu gegeben Sachinhalten aus einem breiten Themenspektrum.
Im 4. Semester Exhibition Design kooperierten die Studierenden mit dem Lindt Home of Chocolate in Kilchberg bei Zürich. Für die weltweit größte Schokoladen-Erlebniswelt entwickelten sie szenografische Konzepte und Digitale Exponate, die Markenwelt, Genuss und Wissensvermittlung verbinden – und dabei Nachhaltigkeit und faire Anbaukultur kritisch hinterfragen. Der Bogen reichte von der ersten Idee über Prototypen bis zur präsentationsreifen Ausstellungsgestaltung.
Wir konsumieren Schokolade fast täglich, doch das Leben der ghanaischen Kakaobauern bleibt oft unsichtbar. Dieses interaktive Exponat übersetzt globale Ungleichheit in harte Fakten und zwingt den Betrachter zum direkten Vergleich seines eigenen Lebensstandards mit der Realität am Anfang der Lieferkette. Gesteuert wird haptisch über ein Drehrad, während das minimalistische Dark-Mode-Interface den Fokus voll auf die Fakten lenkt.
Die Erfahrung umfasst drei Bereiche: Bei der Kaufkraft zeigen Ringdiagramme, dass das ghanaische Budget nach dem Existenzminimum sofort erschöpft ist, während der Konsumspielraum des Nutzers massiv wächst. Im Bereich Bildungstellt das Interface die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in den verschiedenen Schulstufen direkt gegenüber und macht sichtbar, welchen drastischen Einfluss die Kinderarbeit auf die Bildungsbiografien in Ghana hat. Das Thema Gesundheit macht durch direkte, provokante Fragen den Unterschied in der Lebenserwartung greifbar. So belehrt das Exponat nicht, sondern konfrontiert: Abstrakte Statistiken werden zu einer unmittelbar persönlichen Erfahrung.