“Operatives Management” beschäftigt sich mit umfassenden Veränderungsprozessen in Organisationen. Wir analysieren, wie mithilfe strategischer Gestaltung Transformation gelingen kann und konzipieren den Beruf des “Transformationsdesigners”.
Ein Schwerpunkt des Kurses liegt dabei auf der industriellen Transformation. Ob Nachhaltigkeit, Künstliche Intelligenz oder geopolitische Krisen - Industrieunternehmen stehen heute vor einer nie dagewesenen Zerreißprobe: Sie müssen ihr Kerngeschäft weiterentwickeln und gleichzeitig ein neues Zukunftsgeschäft für das Unternehmen aufbauen. Denn vielerorts trägt das Kerngeschäft allein nicht mehr und der Ruf nach Transformation wird laut. Doch was ist eigentlich Transformation? Und wie gehen Organisationen damit um? Wie verläuft Transformation erfolgreich? Ein Fall für Transformationsdesigner:innen!
Wie erklärt man einen Beruf, den es noch kaum gibt? Und was passiert, wenn man ihn nicht beschreibt, sondern mit ihm ins Gespräch kommt?
Mira
ist ein KI-Gesprächsavatar, der ein zukünftiges Berufsbild verkörpert: die fiktive Transformationsdesignerin Mira Kaufmann, 35, freiberuflich in Berlin, mit zehn Jahren Erfahrung. Statt über den Beruf zu informieren, macht das Projekt ihn im Dialog erlebbar.
Besucherinnen und Besucher sprechen frei mit Mira über ihre Arbeit, deren theoretische Grundlagen und die Zukunft der Disziplin. Sie antwortet reaktiv, ehrlich über die Schwierigkeiten des Feldes und aus Überzeugung statt aus Werbung.
Wer Mira ist
Mira Kaufmann hat an der HfG Schwäbisch Gmünd studiert und in sehr unterschiedlichen Kontexten gearbeitet: Automobilindustrie, Krankenhäuser, Stadtverwaltungen, NGOs, skalierende Startups, teils auf Vorstandsebene. In zehn Jahren war die Nachfrage nach ihrer Arbeit durchgehend größer als die Zahl der Menschen, die sie wirklich leisten können.
Sie idealisiert ihren Beruf nicht. Er ist oft mühsam, häufig langsam und scheitert öfter, als zugegeben wird.
Warum ein Avatar
Transformation Design als Disziplin existiert bislang kaum. Ein sprechendes Gegenüber mit echter Persönlichkeit macht ein entstehendes Berufsbild greifbar, wo ein Plakat oder ein Vortrag nur darüber berichten würde. Das eigentliche Artefakt ist nicht der Code, sondern die Persona: Sie stand vor der ersten Zeile Oberfläche.
Was sie verkörpert
Nicht jede Veränderung ist Transformation. Anpassung optimiert, was schon da ist. Transformation verändert grundlegend, was eine Organisation ist, ein Paradigmenwechsel statt eines Prozess-Updates. Gestaltet wird dabei nicht das Ergebnis, sondern der Wandel selbst.
Miras Denken kreist um Beidhändigkeit: das Bestehende ausschöpfen und zugleich das Neue bauen, bevor man es braucht. Rund 70 Prozent aller großen Veränderungsvorhaben verfehlen ihr Ziel, meist nicht wegen falscher Strategie, sondern weil die menschliche Seite übergangen wurde. KI verschärft die Dringlichkeit: Wenn Technik die halbe Routinearbeit übernimmt, muss jemand gestalten, wie Organisationen das wirklich integrieren.
Funktionen
Mira läuft in zwei Modi. Im Chat antwortet sie als Text, im Speak-Modus als Stimme mit einem morphenden Avatar, dessen Zustände zwischen Zuhören, Denken und Sprechen wechseln. Während sie spricht, wird jedes Wort synchron hervorgehoben. Eine deutsche Spracherkennung erlaubt das freie Reden statt Tippen, ein Präsentationsmodus hält vorbereitete Fragen für die Vorführung bereit.
Prinzipien
Drei Entscheidungen tragen die Persona:
Reaktiv ↗ Mira reagiert auf das, was gefragt wird, statt ein Skript abzuspulen
Ehrlich ↗ sie benennt die Mühen und das Scheitern des Berufs, statt ihn zu verkaufen
Überzeugt ↗ sie spricht aus Haltung
Fazit
Mira ist kein fertiges Produkt, sondern ein Experiment mit einer Frage: Kann eine KI-Persona ein zukünftiges Berufsbild spürbar machen? Statt Transformation Design zu erklären, lässt das Projekt es sprechen. Wer mit Mira redet, verlässt das Gespräch nicht mit einer Definition, sondern mit einem Gefühl dafür, was diese Arbeit ist.