“Operatives Management” beschäftigt sich mit umfassenden Veränderungsprozessen in Organisationen. Wir analysieren, wie mithilfe strategischer Gestaltung Transformation gelingen kann und konzipieren den Beruf des “Transformationsdesigners”.
Ein Schwerpunkt des Kurses liegt dabei auf der industriellen Transformation. Ob Nachhaltigkeit, Künstliche Intelligenz oder geopolitische Krisen - Industrieunternehmen stehen heute vor einer nie dagewesenen Zerreißprobe: Sie müssen ihr Kerngeschäft weiterentwickeln und gleichzeitig ein neues Zukunftsgeschäft für das Unternehmen aufbauen. Denn vielerorts trägt das Kerngeschäft allein nicht mehr und der Ruf nach Transformation wird laut. Doch was ist eigentlich Transformation? Und wie gehen Organisationen damit um? Wie verläuft Transformation erfolgreich? Ein Fall für Transformationsdesigner:innen!
Transformation bedeutet, Veränderung nicht nur zu begleiten, sondern aktiv zu gestalten. Gerade in industriellen und organisationalen Kontexten wird deutlich, dass Transformationsprozesse komplex, vielschichtig und selten linear verlaufen. Sie entstehen dort, wo neue Systeme alte ablösen, unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen und sich neue Formen des Handelns herausbilden.
Mit PerForm wurde ein Ansatz entwickelt, um Transformation an der HfG Schwäbisch Gmünd stärker zu verankern und für Studierende sowie Gestalter:innen greifbarer zu machen. Das Projekt versteht sich als Orientierungshilfe in einem Feld, das immer wichtiger wird:
↗ Welche Rolle nehme ich in Transformationsprozessen ein?
↗ Welche Fähigkeiten bringe ich mit? Und wie kann ich mich mit meinem Profil in diesem Kontext positionieren?
Als Ausgangspunkt dient die Beobachtung, dass Transformationsdesign sehr unterschiedliche Formen annehmen kann. Nicht jede Transformation braucht dieselbe Herangehensweise, nicht jede Person dieselbe Rolle.
Genau hier setzt PerForm an: Das System macht unterschiedliche Transformationsdesigner-Archetypen sichtbar und bietet damit ein Werkzeug zur Selbstreflexion, Orientierung und möglichen Weiterentwicklung.
Herleitung
Die Grundlage des Projekts bildet die Idee der doppelten S-Kurve: Eine neue Technologie oder Denkweise ersetzt eine bestehende, wobei in der Übergangsphase ein komplexes Spannungsfeld entsteht. Transformation wird hier als aktiver Prozess verstanden, der gestaltet werden kann, nicht nur als Reaktion auf Veränderung.
S-Kurve mit PerForm
Aus dieser Perspektive stellt sich die Frage, welche Typen von Gestalter:innen in solchen Prozessen besonders relevant sind. Gemeinsam mit dem System wurde deshalb ein Test entwickelt, der unterschiedliche Zugänge zu Transformation erfassbar macht. Ziel war es, nicht nur theoretisches Wissen zu vermitteln, sondern individuelle Profile sichtbar zu machen und daraus konkrete Anknüpfungspunkte abzuleiten.
Ablauf des Tests
Der Workshop bzw. Test funktioniert über fünf Fragen, die unterschiedliche Arbeitsweisen, Motivationen und Denkhaltungen abfragen. Die Teilnehmenden wählen jeweils zwischen den Antwortoptionen A bis E.
Am Ende wird ausgewertet, welcher Buchstabe am häufigsten vorkommt, daraus ergibt sich der jeweilige Transformationstyp.
Test Anleitung
Die Fragen orientieren sich unter anderem an folgenden Aspekten:
↗ Was begeistert dich an neuen Projekten?
↗ Wie bringst du ein festgefahrenes Team wieder in Bewegung?
↗ Womit arbeitest du am liebsten?
↗ Welches Feedback stärkt dich am meisten?
↗ Was ist dir bei Transformation am wichtigsten?
FragenMögliche Ergebnisse der fünf Archetypen:
Ergebnisse und Nutzen
Der Test unterstützt zuerst die Reflexion über eigene Stärken, Interessen und Motivationen. Darauf aufbauend ermöglicht er eine Vertiefung, indem er Hinweise gibt, wie Fähigkeiten gezielt weiterentwickelt und eingesetzt werden können. Gleichzeitig schafft er Verständnis dafür, welche Rollen, Branchen und Begriffe zum eigenen Profil passen. Optional kann daraus auch eine Vermittlung entstehen, indem passende Arbeitgeber, Tätigkeiten oder berufliche Möglichkeiten sichtbar werden. Erleichtert aber auch den Einstieg in den Master Strategische Gestaltung an der HfG.
PerForm zeigt damit, dass Transformation auf unterschiedliche Weise gestaltet werden kann. Von visionärer Zukunftsgestaltung über systemisches Denken bis hin zu Sinnstiftung, Übersetzung und Prototyping.
So wird sichtbar, wie vielfältig Transformationsdesign als Kompetenzfeld ist und welches Potenzial darin liegt.