Parkettierungen sind lückenlose und überlappungsfreie Überdeckungen einer Fläche mit geometrischen Figuren. Ziel der Veranstaltung ist es, solche Parkettierungen selbst zu erzeugen und interaktiv erfahrbar zu machen.
Ausgangspunkt sind einfache Formen wie Quadrat oder Dreieck, die durch Verschiebung, Drehung und Skalierung in der Fläche angeordnet werden. Im weiteren Verlauf werden die Parkettierungen zudem farblich gestaltet.
Wesentliche Aspekte der Veranstaltung sind:
Komplexitätssteigerung: Es wird mit sehr einfachen Parkettierungen begonnen, die schrittweise und kontrolliert immer komplexer werden. Der finalen Komplexität sind keine Grenzen gesetzt – solange nachvollziehbar bleibt, was passiert.
Variantenbildung: Es geht nicht darum, eine einzelne besonders „schöne“ Parkettierung zu gestalten. Stattdessen sollen möglichst viele Varianten entstehen, die jedoch in einem erkennbaren Zusammenhang stehen.
Umgang mit Beschränkung: Mit steigender Komplexität eröffnen sich schnell viele mögliche Entwicklungsrichtungen. Daher wird es wichtig, sich bewusst Grenzen zu setzen – oder positiv formuliert: einen thematischen Schwerpunkt zu definieren.
Präzision: Alles, was entwickelt wird, soll klar durchdacht und entsprechend präzise umgesetzt sein.
Beurteilung der Qualität: Die Parkettierungen erfüllen keinen konkreten Zweck. Ihre Qualität lässt sich also nicht funktional bewerten. Die Kriterien sind dadurch weicher, aber keinesfalls beliebig.
Ausgangspunkt war eine einfache Aufgabe: eine Grundform mit maximal vier Ecken finden, die sich lückenlos wiederholen lässt. Die Wahl fiel auf eine Raute – doch bis zur finalen Form führte der Weg über zahlreiche Umwege.
Getestet wurden unter anderem wabenartige Anordnungen, sternförmige Verzahnungen und ineinandergreifende, pfeilartige Module. Alle wirkten auf ihre Weise interessant, transportierten den räumlichen Effekt aber nicht überzeugend genug.
Am Ende stand die Erkenntnis: eine Raute aus sechs Dreiecksflächen, im Diagonalraster wiederholt, trägt die Illusion am klarsten.
Farbe
Der eigentliche Trick steckt in der Farbgebung. Die sechs Farben der finalen Palette wurden bewusst nach Helligkeit sortiert und so auf die sechs Dreiecksflächen verteilt, dass sie wirken wie ein real beleuchteter Körper – die dem Licht zugewandten Flächen heller, die abgewandten dunkler. Aufgebaut wurde die Palette im OKLCH-Farbraum, der eine deutlich gleichmäßigere Helligkeitsabstufung ermöglicht als klassisches RGB. Ein Test mit einer bewusst knalligeren Palette zeigte: Der räumliche Effekt hängt tatsächlich an der Helligkeitslogik – nicht an bestimmten Farben.
3D-Effekt nicht angewendet3D-Effekt angewendet
Slider
Mehrere Parameter erlauben es, die Form live zu verändern. Ein Regler verschiebt die Spitzen der Raute nach oben oder unten, ein anderer die seitlichen Punkte nach innen oder außen – bis das Modul im Extremfall ganz flach und zweidimensional wirkt. Ein dritter Regler steuert den Größenunterschied zwischen benachbarten Rauten. Und ein weiterer lässt das Muster stufenlos zwischen einer stark räumlich wirkenden und einer flachen, grafischen Fläche wechseln.
Versatz/Offset Slider
Spitzenhöhe/SquarePoint Slider
Einzug/Inset Slider
Diagonalverschiebung Slider
Farben Slider
Die Rotation als größte Herausforderung
Der aufwendigste Teil der Arbeit war es, das gesamte Raster drehbar zu machen, ohne dass dabei Lücken entstehen. Über mehrere Zwischenschritte – unterschiedliche Drehrichtungen, testweise Verkleinerung einzelner Module – wurde schließlich eine Lösung gefunden, bei der dasselbe Grundmodul an den entstehenden Lücken gezielt verzerrt wird. Das Ergebnis: ein rotierbares Raster, das trotz Verzerrung lückenlos bleibt.