In der Bachelor-Arbeit im 7. Semester bearbeiten die Studierenden anhand eines frei wählbaren Themas ein Gestaltungsprojekt, in dem sie ihre erlernten Kenntnisse in Recherche, Konzept und Entwurf praktisch anwenden.
Das Projekt BLOOM.TOWER umfasst die Entwicklung eines funktionalen Stadtmobiliars, das eine direkte Lösung für stark überhitzte Innenstädte bietet. Durch den globalen Klimawandel und die fortschreitende Flächenversiegelung heizen sich urbane Räume im Sommer extrem auf. Dadurch meiden Menschen die Plätze, und die Lebensqualität sinkt. Konventionelle mobile Pflanztröge scheitern häufig bei der Lösung dieses Problems. Sie bieten den Pflanzen viel zu wenig Wurzelraum und Wasser, sodass diese vertrocknen und keine echte Kühlwirkung erzielen.
Genau hier setzt das neue Konzept an. Es nützt allen Stadtbewohnern, insbesondere vulnerablen Gruppen wie Senioren oder Kindern, die stark unter Hitze leiden. Zudem hilft es Städten und Kommunen, die schnelle Anpassungsmaßnahmen suchen. Das Besondere am BLOOM.TOWER ist: Er kühlt die Umgebung messbar ab, ohne dass der versiegelte Boden (Asphalt) aufwendig aufgebrochen werden muss.
Die Basis des Konzepts stellt die Pflanzenbiologie in den Mittelpunkt. Der integrierte BLOOM.POT bietet mit 2000 Litern Substratvolumen und einem 1000-Liter-Wassertank ideale Wachstumsbedingungen für große Pflanzen.
Das optische Design orientiert sich an der Form einer Gelben Narzisse. Seine Kühlfunktion ist hingegen von historischen arabischen Windtürmen (Malqaf) inspiriert. Der Turm fängt heiße, trockene Luft im oberen Bereich ein und leitet sie in einen vertikalen Schacht. Im Inneren strömt die Luft an nassen Mooswänden vorbei. Das verdunstende Wasser entzieht der Luft die Wärme (Evapotranspiration), wodurch sie stark abkühlt. Weil kalte Luft schwerer ist, fällt sie im Turm nach unten. Sie wird durch eine Verengung baulich beschleunigt und tritt am Fundament als kühle Brise wieder aus.
Die Intention des Projekts ist es, kühle Rückzugsorte zu schaffen, an denen Menschen gerne verweilen. Eine ringförmige Sitzbank (BLOOM.BENCH) umschließt das Konstrukt und bietet 16 Personen Platz. Ein weites Schattendach und vertikal gespannte Rankhilfen sorgen für zusätzliche Begrünung und Schatten.
Das Low-Tech-System arbeitet völlig autark: Eigene Solarpaneele auf dem Dach erzeugen den Strom für die integrierte Wasserpumpe. Als Zusatzvorteil sind die Bauteile logistisch optimal geplant. Die feuerverzinkten Hauptträger und die Mittelsäule sind genau 6 Meter lang und passen damit perfekt in gängige Transportcontainer. So verbindet der BLOOM.TOWER Produktdesign, Thermodynamik und Pflanzenbiologie zu einer wartungsarmen Oase für hitzegeplagte Metropolen.