Die Nutzung eines vermeintlich simplen Produkts wird von Studierenden dokumentiert, Erkenntnisse ausgearbeitet und anschließend ein zusammenfassendes Plakat gestaltet.
Projektthematik
Die Nutzung eines vermeintlich simplen Geräts wird von einer/m Studierenden präzise dokumentiert. Die äußere Form einer Interaction Map ermöglicht die schnelle Erfassung der einzelnen Bedienschritte, Pro-bleme und Erkenntnisse (Insights).
Auf einem Poster werden die wichtigsten Erkenntnis-se leicht verständlich und visuell ansprechend zu-sammengefasst.
Zielsetzung
Den Studierenden wird die Wichtigkeit der Analyse von Kleinstinteraktionen für einen erfolgreichen Designprozess nähergebracht. Gleichzeitig werden zur visuell klaren Aufbereitung des Posters die parallel erlernten, visuellen Gestaltungsgrundlagen angewandt.
Prof. Marc Guntow, Prof. David Oswald, Selina Dick, Prof. Michael Schuster
Handgelenk-Blutdruckmessgerät
Im Rahmen des Interaction-Mapping-Projekts wurde die Erstnutzung eines Handgelenk-Blutdruckmessgeräts analysiert. Die Bedienung wurde videografisch dokumentiert und anschließend einer systematischen Auswertung unterzogen, wobei sowohl die einzelnen Handlungsschritte als auch die kognitiven Prozesse und emotionalen Reaktionen der Userin erfasst wurden.
Das Ziel der Untersuchung bestand darin, den Bedienprozess in seiner Gesamtheit zu rekonstruieren und dabei besonders aufschlussreiche Momente zu identifizieren und differenziert darzustellen. Die daraus resultierende visuelle Analyse ermöglicht Rückschlüsse auf die Intuitivität und Verständlichkeit des Produkts sowie auf die Interaktionsmomente, die für die Nutzungserfahrung von besonderer Relevanz sind.
Analyse
Zunächst wurde der per Video festgehaltene First Use analysiert. Hierzu wurde die Interaktion in einzelne Abschnitte unterteilt und auf verschiedene Parameter untersucht. Einerseits wurde die Platzierung des Geräts während der Nutzung erfasst. Ebenso wurde die Anzeige des Displays analysiert, welche Bedienelemente gedrückt wurden und welches Feedback das Gerät lieferte. Darüber hinaus wurde erfasst, wie die Userin während der Bedienung handelte, welche Aussagen sie dabei tätigte und wie sie sich fühlte.
Darstellung
Die Analyseergebnisse wurden in einem strukturierten Rasterlayout aufbereitet. Dieses gliedert den Nutzungsprozess in seine einzelnen Phasen und dokumentiert die unmittelbare Interaktion zwischen Nutzerin und Gerät präzise. Dabei wird zwischen der tatsächlich beobachteten Bedienung und der vom Produkt intendierten Nutzung unterschieden, wodurch Abweichungen, Missverständnisse und Unklarheiten sichtbar gemacht werden. Eine integrierte Skala zur emotionalen Verfassung macht Veränderungen im Erleben der Nutzerin über den gesamten Ablauf hinweg sichtbar. Ergänzend zur Handlungsabfolge enthält das Poster eine Produkt- und Aufgabenbeschreibung, die den notwendigen Kontext herstellt, sowie eine abschließende Reflexion der gewonnenen Erkenntnisse. Die zentralen Momente im Prozess wurden grün hervorgehoben.