Aufgabe war, einzelne Aufgaben eines Interfaces detailliert zu betrachten, neue Lösungen zu entwickeln und zu gestalten. »Design and build …« war dabei das Motto. Die Funktionen des Interfaces sollten also nicht nur konzeptionell erdacht und visuell gestaltet werden, sondern soweit wie möglich programmiert werden. Diese Herangehensweise führt die Studierenden näher an die Möglichkeiten und Begrenzungen einer Technologie heran und offenbart Denkfehler besonders deutlich.
Das Fokus in diesem Projekt lag nicht darin, ganze Konzepte für Applikationen oder Services zu entwickeln, sondern die Komplexität in “einfachen” Aufgaben zu erkunden und Interface-Lösungen dafür umzusetzen. Die Ausgangsfragen, die dieses Semester bearbeitet wurden, lauteten beispielsweise:
Wie können Farbvariationen bei Vektorgrafiken schnell erzeugt werden?
Wie muss ein ablenkungsfreies Schreibprogramm aussehen, das trotzdem Struktur erlaubt?
Wie kann Facetracking helfen, einen persönlichen Avatar zu erstellen?
Wie können häufig gebrauchte Programm-Aktionen schneller ausgeführt werden?
Flowwriter ist eine reduzierte Schreibumgebung, in der durch Trennung von Struktur und Inhalt der Fokus ganz auf den Fluss des Schreibens gelenkt wird.
Vorgehensweise
Nach einer initialen Recherche habe ich das daraus abgeleitete Konzept in einem iterativen Prozess mithilfe von programmierten Prototypen schrittweise validiert und weiterentwickelt. Dabei lag der Schwerpunkt auf dem Wechsel zwischen Konzept und Code, um Interface Details und deren Verhalten in einer realen Umgebung testen zu können.
Anforderungen
Das Tool soll einem dabei helfen in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Text zu “Pixel” zu bringen. Dafür müssen die Ablenkungen im Schreibprozess auf ein Minimum reduziert werden. Im Idealfall verhilft dies dem Nutzer in einen Flow-State zu kommen, in dem durch positive Rückkoppelung die Schreibfreude angeregt wird.
Funktionen
Trennung von Inhalt und Struktur
Eine durchdachte Struktur ist entscheidend, wenn es darum geht in sich schlüssige Texte mit schönen Übergängen in einem Fluss niederzuschreiben.
Die Struktur soll dabei als unsichtbares Gerüst des Textes fungieren, an dem sich der Nutzer orientieren kann. Gleichzeitig darf es dem eigentlichen Schreibprozess nicht im Wege stehen.
Als Konsequenz ist die Struktur vom Inhalt visuell getrennt und links neben den Text angeordnet. Ein scheinbar kleines Detail, das aber einen großen Unterschied macht.
Struktur und Inhalt können parallel erstellt und bearbeitet werden. Dadurch hat der Nutzer die Freiheit selbst zu entscheiden, wie viel Struktur er zum Schreiben seines Textes braucht. Alles nach der Devise “Struktur ja. Aber je weniger Korsett, desto besser”.
Zensur
Die integrierte Zensur-Funktion hebt den aktuellen Absatz durch einen erhöhten Kontrast hervor während der restliche Text ausgegraut wird. So wird das Abschweifen auf das bereits Geschriebene verhindert und stattdessen das Vorankomen unterstützt.
Seiten-Counter
Um stets die Länge des Textes im Blick zu haben, liefert ein dezenter Seiten-Counter in die Anzahl an geschriebenen DIN A4 Seiten.
Next Steps
Neben den bereits integrierten Funktionen besteht das Konzept aus weiteren, die nun schrittweise eingearbeitet werden.
Notizen
Zu jedem Struktur-Punkt sollen inhaltliche Notizen angelegt werden können, die eine noch detaillierte Orientierung beim Schreiben ermöglichen sollen.
Verschieben von Strukturabschnitten
Bereits angelegte Strukturen sollen durch das Verschieben gesamter Abschnitte nachträglich angepasst werden können.
Strukturnavigation
Um besonders bei längeren Texten einen guten Überblick über die Struktur zu haben, soll eine Miniaturansicht aller Abschnitte am linken Seitenrand implementiert werden. Über diese soll man schnell durch den Text navigieren können.
Export-Funktion
Eine Export-Funktion erlaubt das Speichern und Herunterladen des geschriebenen Textes. Dabei kann die Struktur optional als Überschriften in den Fließtext integriert werden. Bei der Formatierung kann zwischen Plain Text und Markdown gewählt werden.
Einstellungen
In einem System-Menü sollen persönliche Präferenzen, wie Akzentfarbe, Schrifstil- und Größe eingestellt werden können. Zusätzlich sollen Seiten-Counter, Auto-Korrektur und die Zensur-Funktion deaktiviert werden können.
Work in progress
Der folgende Prototyp stellt nur einen Zwischenstand nach einem Semester Arbeit dar, an dem ich in Zukunft gerne weiterarbeiten möchte. Neben der Veresserung bestehender Funktionen ist auch die Einarbeitung neuer Features geplant. Deshalb bin ich für Verbesserungsvorschläge, Ideen und Feedback aller Art – am liebsten natürlich Konstruktiv ❤️ – super dankbar.
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