Die Nutzung eines vermeintlich simplen Produkts wird von Studierenden dokumentiert, Erkenntnisse ausgearbeitet und anschließend ein zusammenfassendes Plakat gestaltet.
Projektthematik
Die Nutzung eines vermeintlich simplen Geräts wird von einer/m Studierenden präzise dokumentiert. Die äußere Form einer Interaction Map ermöglicht die schnelle Erfassung der einzelnen Bedienschritte, Pro-bleme und Erkenntnisse (Insights).
Auf einem Poster werden die wichtigsten Erkenntnis-se leicht verständlich und visuell ansprechend zu-sammengefasst.
Zielsetzung
Den Studierenden wird die Wichtigkeit der Analyse von Kleinstinteraktionen für einen erfolgreichen Designprozess nähergebracht. Gleichzeitig werden zur visuell klaren Aufbereitung des Posters die parallel erlernten, visuellen Gestaltungsgrundlagen angewandt.
Prof. Marc Guntow, Prof. David Oswald, Selina Dick, Prof. Michael Schuster
Mechanische Zeitschaltuhr-Interaction Mapping
Im Rahmen des Projekts Interaction Mapping wurde die erstmalige Nutzung eines Produkts aus der Perspektive der Nutzer:innen beobachtet und analysiert.
Untersucht wurde die Bedienung einer mechanischen Zeitschaltuhr bei der erstmaligen Verwendung.Das Ziel der Nutzer:innen bestand darin, die mechanischen Zeitschaltuhr auf den Zeitraum 14:15–15:00 einzustellen, um ein Handy aufzuladen.
Analyse
Zur Dokumentation der Nutzung wurde der gesamte Bedienprozess der Nutzerin per Video aufgezeichnet.Die Aufnahme hatte eine Dauer von etwa zehn Minuten.Aufgrund der Komplexität der mechanischen Zeitschaltuhr gelang es der Nutzerin nicht, das angestrebte Nutzungsziel innerhalb dieses Zeitraums zu erreichen.
Zur Analyse des gesamten Nutzungsvorgangs wurde der Prozess entlang der Ebenen Doing, Saying, Thinking und Feeling strukturiert.Ziel war es, zu erkennen, in welchen Schritten die mechanische Zeitschaltuhr für die Nutzerin unverständlich ist und wodurch Unsicherheiten entstehen. Da in den ersten sieben Minuten keine zielgerichtete Interaktion zustande kam, habe ich der Nutzerin einen Hinweis gegeben, damit der Test weitergeführt werden konnte. Entsprechend gliedert sich die Analyse in zwei Phasen: vor dem Tipp und nach dem Tipp.
Darstellung
Das finale Interaction Mapping stellt den vollständig ausgearbeiteten Nutzungsprozess dar und ist in die Phasen Erkundung, Versuch und Korrektur gegliedert.
Tipps sind bewusst in Grau hervorgehoben, um unerwartete Situationen während der Nutzung sichtbar zu machen und auf Stellen hinzuweisen, an denen Unterstützung erforderlich ist.
Der Schwerpunkt des Mappings liegt auf dem Bereich Doing. Da es sich um ein rein mechanisches Produkt mit zahlreichen haptischen Interaktionen handelt, werden die zentralen Nutzerhandlungen präzise dargestellt. Die Zeichnungen zeigen die konkrete Interaktion zwischen Hand und Produkt und basieren auf relevanten Videosequenzen, die mit Illustrator detailliert ausgearbeitet wurden.
Insgesamt macht das Mapping sichtbar, an welchen Stellen Trial-and-Error im Nutzungsprozess auftritt.