Projektthema
Der Kurs befasst sich mit der Gestaltung und Entwicklung einer interaktiven Anwendung,
die im Kontext von Ausstellungen, Museen oder Messen Wissensgebiete verständlich
erfahrbar macht.
Inhalt des Faches Ziel ist das Kennenlernen grundlegender Zusammenhänge im Bereich der Mensch-Computer-Interaktion und der Informationsgestaltung. Die Studenten befassen sich mit grundlegenden Interaktionsformen und medienspezifischen Gestaltungsproblemen, der Beziehung von Text, Bild und Animation sowie der protoypischem Umsetzung oder Simulation solcher Anwendungen.
Das Projekt „Lake Constance – An Interactive Exhibition“ ist eine interaktive Tischinstallation, die Besucher:innen den Bodensee als ökologischen, politischen und infrastrukturellen Lebensraum erleben lässt.
Konzept
Im Zentrum steht ein runder, 1,40 m großer Tisch mit einem präzise gelaserten Umriss des Bodensees. Anders als bei klassischen Screen-Interfaces gibt es hier kein „Vorne“ oder „Hinten“: Besucher stehen gemeinsam um die Installation herum und erkunden die Inhalte kollaborativ.
Das System verbindet drei Ebenen:
eine zentrale, eingelassene Displayfläche mit digitalen Animationen
eine Projektion auf die Tischoberfläche
physische Tangibles als Interface
Die Interaktion erfolgt über fünf Themen, die jeweils einen Schwerpunkt repräsentieren: Trinkwasserversorgung, Politik, Leben & Tourismus, Schifffahrt und Biodiversität. Wird ein Tangible auf dem Tisch platziert, aktiviert es über ein magnetisches Snap-System die dem jeweiligen Thema zugehörige inhaltliche Ebene.
Interaktion
Anstelle eines Touchscreens arbeiten wir mit tangible interaction. Die Besucher wählen ein Thema aus, indem sie ein Tangible aufnehmen und es an . Ein magnetisches Feedback sorgt dafür, dass die Objekte spürbar in ihre Position einrasten.
Diese haptische Rückmeldung verstärkt das Gefühl von Kontrolle und macht die Informationsnavigation intuitiv verständlich – auch ohne erklärende Texte.
Das System reagiert in Echtzeit:
Reed-Kontakte unter der Tischoberfläche erfassen die Positionen der Tangibles, ein Arduino überträgt die Signale an ein selbst entwickeltes Websystem, das Projektionen und Display synchronisiert.
Gestaltung
Das visuelle System basiert auf einer dunklen Grundfläche, die im abgedunkelten Raum maximale Kontraste ermöglicht. Jede der fünf Hauptkategorien besitzt eine eigene Akzentfarbe, die Orientierung schafft und die Navigation unterstützt.
Illustrationen und Animationen folgen einer präzisen Line-Art-Ästhetik: detailliert, aber reduziert – informativ, ohne technisch zu wirken.
Subtile Pulsanimationen markieren mögliche Interaktionszonen und ersetzen klassische UI-Hinweise.