Ziel ist es, komplexe musikalische Zeichenstrukturen zu verstehen und in visuelle Ordnungen als Animation zu übersetzen. Im Fokus stehen das Entwickeln von Bewertungskompetenz und der gezielte Einsatz gestalterischer Methoden.
Verstehen komplexer grammatikalischer Zeichenbeziehungen im Auditiven (Musik) und deren unmittelbare Übersetzung in entsprechend komplexe visuellen Ordnungen (Film). Eine Musiksequenz wird durch die systematische Anwendung gestaltungsmethodischer Strategien in ein äquivalentes, gleichsam vielschichtiges, visuell konsistent interagierendes Zeichenrepertoire (Film) übersetzt.
Entwicklung von Bewertungskompetenz für Mitteilungsqualitäten visueller Prozesse. Intensive Übungsfolgen zu parametrisch entwickeltem visuellem Beschreiben der hierarchisch gegliederter Charaktereigenschaften von Instrumenten und später deren musikalischen Interaktion.
Kennenlernen und Nutzung umfangreicher Settings an relevanten Gestaltungsmethoden.
Das Projekt „180db_[130]“ entstand im Kurs Audiovisuelle Gestaltung, in dem jede Gruppe eine visuelle Interpretation für einen selbst gewählten Song entwickelte.
Für unser Projekt entschieden wir uns für das Musikstück „180db_[130]“ von Aphex Twin, das auf dem Album „Syro“ veröffentlicht wurde. Die prägnante Rhythmik und die dichte, elektronische Klangstruktur boten eine geeignete Grundlage für eine detaillierte gestalterische Untersuchung. Ausgehend von dieser Entscheidung stand eine intensive Analyse des Stücks im Mittelpunkt unseres Prozesses.
Zunächst zerlegten wir das Lied in seine einzelnen Klang- und Strukturebenen. Wir untersuchten Rhythmus, Wiederholungen, Brüche sowie die verschiedenen Instrumente und Sounds, um charakteristische Merkmale herauszuarbeiten. Auf Basis dieser Analyse entstanden erste skizzenhafte Notationen, in denen wir Klänge in Formen, Linien und Bewegungen übersetzten.
Diese Skizzen dienten als Grundlage für die Entwicklung einer Animation, in der die zuvor definierten visuellen Elemente zeitlich und rhythmisch organisiert wurden. Ziel war es, die Dynamik und Energie des Tracks in eine eigenständige, visuelle Erzählung zu überführen. Parallel dazu dokumentierten wir unsere methodischen Schritte, Entscheidungen und Zwischenergebnisse.
Abschließend wählten wir einen markanten Frame aus der Animation, der die visuelle Sprache des Projekts exemplarisch bündelt, und entwickelten daraus ein Plakat. Dieses ergänzten wir um eine passende typografische Gestaltung.
Die gesamte Arbeit von der Musikauswahl über die Analyse und Entwurfsphase bis hin zu Animation und Plakat wurde in einer begleitenden Dokumentation festgehalten.