Die Studierenden lernen die elementare Darstellungsprinzipien, grundlegende Techniken der Programmierung und algorithmisches Denken kennen.
In zwei Kurzprojekten und kleinen Übungen probieren die Studierenden die systematischen Organisation von Zeichenbeziehungen in Fläche, Bewegung und interaktives Verhalten aus. Ziel ist es am Ende des Semesters Gestaltung als System zu erfahren und eigenständig erste einfache Regelwerke in eine Programmiersprache übersetzen zu können.
Im Rahmen des Kurses „Programmiertes Entwerfen 1, Algorithmic Thinking“ war das Ziel unseres Projekts „Gewebte Wahrnehmung“, einen Algorithmus physisch auf Papier darzustellen und seine Struktur, Funktionsweise und gestalterische Wirkung sichtbar zu machen. Mithilfe eines klar definierten und reproduzierbaren Systems aus festen Handlungsanweisungen wurde ein visuelles Ergebnis erzeugt, das eine dreidimensionale Wahrnehmung auf Papier ermöglicht. Dabei stand nicht das intuitive oder spontane Zeichnen im Vordergrund, sondern die Umsetzung eines algorithmischen Prozesses, bei dem jeder Schritt nachvollziehbar ist und sich wiederholen lässt.
Regelprotokoll
Material
1 schwarzes Papier, 50 × 70 cm
1 hellblaues Papier, 50 × 70 cm
Schneideunterlage
Lineal
Bleistift
Cutter
1. Streifen vorbereiten
Lege das hellblaue Papier im Querformat vor dich. Zeichne 15 Linien parallel zur kurzen Seite mit jeweils 4 cm Abstand. Schneide entlang der Linien, sodass 15 gleich breite Streifen entstehen. Lege die Streifen beiseite.
2. Hilfslinien zeichnen
Lege das schwarze Papier im Querformat vor dich.
Zeichne zuerst eine horizontale Hilfslinie bei 25 cm Höhe.
Zeichne danach 5 vertikale Hilfslinien:
Linie 1: 4,12 cm von links
Linie 2: 24,72 cm von links
Linie 3: 37,08 cm von links
Linie 4: 45,32 cm von links
Linie 5: 4,12 cm von rechts
3. Punkte markieren
Markiere auf jeder vertikalen Linie Punkte oberhalb und unterhalb der horizontalen Hilfslinie. Miss die Abstände jeweils vom Schnittpunkt mit der horizontalen Linie aus.
Linie 1: 2 cm, 6 cm, 10 cm
Linie 2: 4 cm, 12 cm, 20 cm
Linie 3: 1,25 cm, 3,75 cm, 6,25 cm
Linie 4: 2,5 cm, 7,5 cm, 12,5 cm
Linie 5: 1,25 cm, 3,75 cm, 6,25 cm
4. Punkte verbinden und schneiden
Verbinde die Punkte von links nach rechts jeweils auf gleicher Höhe miteinander.
Also: oberste Punkte miteinander, zweite Punkte miteinander, dritte Punkte miteinander und genauso unterhalb der Mittellinie.
Schneide anschließend alle Verbindungslinien vorsichtig mit dem Cutter ein.
5. Streifen einweben
Drehe das schwarze Papier um. Webe nun die hellblauen Streifen parallel zur kurzen Seite durch die Schnitte.
Beginne beim ersten Streifen von oben, beim zweiten von unten und wechsle dieses Prinzip immer ab. Schiebe jeden Streifen nach dem Einweben ganz nach links, bis alle 15 Streifen eingewebt sind.
6. Ergebnis ausrichten
Richte die Streifen sauber aus und glätte das Papier anschließend vorsichtig. So entsteht das fertige, dreidimensionale Webmuster „Gewebte Wahrnehmung”.