Die Studierenden lernen die elementare Darstellungsprinzipien, grundlegende Techniken der Programmierung und algorithmisches Denken kennen.
In zwei Kurzprojekten und kleinen Übungen probieren die Studierenden die systematischen Organisation von Zeichenbeziehungen in Fläche, Bewegung und interaktives Verhalten aus. Ziel ist es am Ende des Semesters Gestaltung als System zu erfahren und eigenständig erste einfache Regelwerke in eine Programmiersprache übersetzen zu können.
Transient beschreibt einen Zustand, der flüchtig und vorübergehend ist. Genau dieses Prinzip verbindet die drei Watchfaces dieser Reihe: Kein Element bleibt dauerhaft bestehen. Jeder dargestellte Moment entsteht, existiert für kurze Zeit und verschwindet anschließend wieder.
Bei Impact verlassen Kugeln nach Impulsübertragung den Bildschirm, bei Bubbles steigen Blasen auf und zerplatzen, und bei Heartbeat werden Formen aus dem Zentrum ausgestoßen und verschwinden. Alle drei Watchfaces interpretieren Zeit als vergänglichen Prozess, bei dem visuelle Elemente nur temporär bestehen.
Im Folgenden werden die drei entstandenen Watchfaces näher vorgestellt.
Impact
Konzept & Funktionsweise
Das Watchface „Impact“ basiert auf dem Prinzip eines Kugelstoßpendels und visualisiert den Ablauf der Zeit durch die Kollision und Impulsübertragung zwischen Kugeln.
Die Konstruktion besteht aus sechs weißen Kugelpaaren, die auf einem schwarzen Hintergrund kreisförmig mit einem Abstand von jeweils 60 Grad angeordnet sind. Jede Sekunde bewegt sich eine Kugel von außerhalb des Bildschirms in den sichtbaren Bereich und trifft, beginnend oben rechts, im Uhrzeigersinn auf die jeweils äußerste Kugel eines Kugelpaares. Durch den Zusammenstoß wird eine Kettenreaktion ausgelöst, bei der der Impuls von Kugel zu Kugel weitergegeben wird, bis die letzte Kugel den Bildbereich verlässt.
Ein vollständiger Durchlauf umfasst sechs Sekunden. Nach zehn Durchläufen ist eine Minute vergangen. Die eintreffenden Kugeln besitzen eine andere Farbe als die übrigen Kugeln, wodurch die Bewegung und Weitergabe des Impulses visuell hervorgehoben werden.
Für die Farbgebung wurde bewusst Cyan gewählt. Diese Farbe bietet auf schwarzem Hintergrund eine hohe Sichtbarkeit und bleibt auch bei eingeschränkter Farbwahrnehmung gut erkennbar. Gleichzeitig unterstützt sie den technischen Charakter des Watchfaces und erzeugt eine klare Abgrenzung zu den übrigen Elementen.
Dadurch entsteht eine dynamische Zeitdarstellung, bei der der Ablauf der Zeit durch die Bewegung und Interaktion der Kugeln sichtbar gemacht wird.
Heartbeat
Konzept & Funktionsweise
Das Watchface „Heartbeat“ visualisiert Zeit durch einen pulsierenden, organischen Prozess. Im Zentrum der Uhr befindet sich ein Portal, das sich im Rhythmus einer Sekunde ausdehnt und wieder zusammenzieht. Dieser Herzschlag bildet den visuellen Taktgeber der Uhr und ist gleichzeitig der Ursprung aller entstehenden Formen.
Aus dem Zentrum werden verschiedene geometrische Formen radial nach außen ausgespielt. Jeder Kreis steht für eine Sekunde, alle fünf Sekunden erscheinen zusätzlich fünf Dreiecke und alle zehn Sekunden zehn Vierecke. Die unterschiedlichen Größen der Formen unterstützen dabei die visuelle Hierarchie der Zeiteinheiten: Sekunden werden durch große Kreise, Fünf-Sekunden-Intervalle durch mittelgroße Dreiecke und Zehn-Sekunden-Intervalle durch kleinere Vierecke dargestellt.
Eine Besonderheit des Watchfaces sind die Metaball-Verbindungen zwischen den Formen. Befinden sich einzelne Kreise nah genug beieinander, entstehen organische Übergänge, wodurch der Eindruck einer zusammenhängenden, fließenden Masse entsteht. In Kombination mit der pulsierenden Mitte und der physikalischen Bewegung der Formen entsteht eine lebendige Darstellung von Zeit, bei der nicht nur ein Wert angezeigt wird, sondern ein kontinuierlicher Prozess sichtbar wird.
Zusätzlich ermöglicht eine interaktive Funktion, einzelne Formen per Touch zu bewegen und miteinander kollidieren zu lassen. Diese beeinflusst die Zeitdarstellung nicht, erweitert jedoch das Watchface um eine spielerische Komponente und macht die physikalische Simulation direkt erfahrbar.
Bubbles
Konzept & Funktionsweise
Bubbles macht Zeit auf eine spielerische und intuitive Weise erlebbar. Das Konzept basiert auf der Idee, Zeit nicht als feste Zahl darzustellen, sondern als eine Ansammlung einzelner Momente, die sichtbar entstehen und wieder vergehen. Die Zeit wird dabei durch drei unterschiedlich große Blasen repräsentiert: Kleine Blasen stehen für Sekunden, mittlere Blasen für Minuten und große Blasen für Stunden.
In der Grunddarstellung steigen die Blasen kontinuierlich vom unteren Rand des Watchfaces nach oben und bewegen sich langsam aus dem sichtbaren Bereich heraus. Jede Sekunde entsteht eine kleine Blase, jede vergangene Minute eine mittlere Blase und jede volle Stunde eine große Blase. Am oberen Rand des Watchfaces platzen die Blasen und symbolisieren dadurch den Übergang eines vergangenen Zeitabschnitts.
Neben der automatischen Animation bietet das Watchface verschiedene Interaktionsmöglichkeiten. Der Nutzer kann einzelne Blasen durch Antippen selbst zum Platzen bringen und dadurch direkt mit der dargestellten Zeit interagieren. Durch einen Long Press werden alle aktuell sichtbaren Blasen aufgelöst und es öffnet sich eine Übersicht, in der die gesamte vergangene Zeit des aktuellen Zeitraums durch eine Ansammlung von Sekunden-, Minuten- und Stundenblasen dargestellt wird. Auch in dieser Ansicht können die einzelnen Blasen wieder interaktiv zum Platzen gebracht werden. Ein erneuter Long Press führt zurück zur ursprünglichen Visualisierung.