In der Bachelor-Arbeit im 7. Semester bearbeiten die Studierenden anhand eines frei wählbaren Themas ein Gestaltungsprojekt, in dem sie ihre erlernten Kenntnisse in Recherche, Konzept und Entwurf praktisch anwenden.
Prof. Gabriele N. Reichert, Prof. Michael Schuster
Bo
In den kommenden Jahren werden Roboter immer stärker Teil unseres Alltags, weit über die Bereiche hinaus, in denen sie heute schon zu finden sind: in der Bildung, an der Seite von Arbeiter:innen, im öffentlichen Raum und in privaten Haushalten. Gleichzeitig verändert sich die Art der Begegnung grundlegend. Roboter arbeiten nicht mehr hinter Schutzzäunen, sondern teilen unsere Arbeits-, Lern- und Lebensräume ganz unmittelbar. Bo beim Laden.Das stellt neue Anforderungen an die Gestaltung dieser Begegnungen, und genau hier sehen wir als Produktdesigner:innen unsere Rolle. Bislang wird die Gestaltung von Robotern noch stark von der Technik bestimmt. Fragen der Form, der Bewegung und der Berührung geraten dabei oft in den Hintergrund oder werden auf Displays und Apps verlagert. Dabei entscheidet sich gerade am Körper des Roboters selbst, ob wir ihm vertrauen und gern mit ihm zu tun haben.
Bo`s Hand.
Darin liegt ein Mehrwert, den Technik allein nicht schaffen kann, und zugleich der springende Punkt: Erst wenn diese Begegnung gelingt und für den Menschen gestaltet ist, können Roboter ihr Potenzial wirklich entfalten. In unserer Arbeit gehen wir dem gestalterisch nach. Wir untersuchen, wie sich über Form, Bewegung und vor allem neue, gezielt gestaltete Elemente ganz neue Wege der Kommunikation eröffnen und die Interaktion Schritt für Schritt verbessern lässt.
Bo`s Motoren.
Als Grundlage dienen uns drei Grundpfeiler: Sicherheit (Safety), damit man sich im Umgang mit dem Roboter sicher fühlt; Verständlichkeit (Legibility), damit man jederzeit ablesen kann, was er tut und vorhat; und Verbundenheit (Affinity), damit man ihm überhaupt begegnen mag. Aus jedem dieser Pfeiler leiten wir konkrete Gestaltungsregeln ab. Damit das nicht abstrakt bleibt, haben wir einen eigenen Roboter gestaltet: Bo. In ihm kommen unsere Regeln zusammen und werden erlebbar. Bo ist kein fertiges Produkt, sondern ein Beispiel, das zeigt, welches Potenzial in der Gestaltung dieser neuen Nähe steckt.